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CDU-Schattenkabinett in NRW: Röttgen will Claudia Kemfert als Energieministerin

Norbert Röttgen setzt auf den Promi-Faktor: Bei einem Wahlsieg in NRW will er die Wirtschaftsprofessorin Claudia Kemfert zur Energieministerin machen. Die Forscherin ist bundesweit bekannt durch zahlreiche TV-Auftritte - Fachleute sind von ihrer Kompetenz nicht immer überzeugt.

Kemfert, Röttgen: Die Forscherin ist durch ihre TV-Auftritte einem großen Publikum bekannt Zur Großansicht
dapd

Kemfert, Röttgen: Die Forscherin ist durch ihre TV-Auftritte einem großen Publikum bekannt

Düsseldorf - Der designierte nordrhein-westfälische CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen hat die bekannte Energieexpertin Claudia Kemfert in sein Schattenkabinett berufen.

Kemfert soll bei einem Wahlerfolg der CDU in Nordrhein-Westfalen am 13. Mai Ministerin eines neu geschaffenen Energie- und Klimaministeriums werden, wie Röttgen in Düsseldorf sagte. Nordrhein-Westfalen brauche eine Energiepolitik aus einem Guss. Röttgen warf der rot-grünen Landesregierung vor, die Energiewende verschlafen zu haben.

Kemfert leitet seit 2004 die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Sie ist parteilos.

Die 43-jährige Kemfert ist bekannt durch zahlreiche Auftritte im Fernsehen. In Tageszeitungen gehört sie zu den am häufigsten zitierten Fachleuten in ihrem Bereich. Dabei äußert sie sich zu fast allen Energiefragen - von den Benzinpreisen über Gasimporte bis zu Solarsubventionen.

Die 200-Dollar-Kassandra

Allerdings geriet Kemfert in den vergangenen Jahren in die Kritik. Kollegen wunderten sich über ihre häufigen Auftritte in den Medien, die in keiner Relation zu ihrer wissenschaftlichen Bedeutung stünden. Auch der Vorwurf unseriöser Prognosen stand im Raum.

Im Sommer 2008, als der Ölpreis von einem Rekord zum nächsten sprang, sagte Kemfert weitere, drastische Preisschübe voraus. Kemfert wurde daraufhin als "200-Dollar-Kassandra durch die Talkshows gereicht", wie der SPIEGEL seinerzeit schrieb.

Tatsächlich sank der Ölpreis kurze Zeit später bis unter 40 Dollar. "Sie hat bis heute nicht erklärt, warum sie eine ohnehin tief verunsicherte Bevölkerung leichtfertig mit Prognosen verschreckt, die offenbar allenfalls zufällig eintreffen", schrieb die "Welt".

anr/wal/dpa/dapd

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