NSA-Abhöraffäre Guttenberg besuchte Merkel

Lange war von dem ehemaligen Bundesverteidigungsminister nichts mehr zu hören, nun traf der in den USA lebende Karl-Theodor zu Guttenberg die Kanzlerin. Thema des Gesprächs war laut einem Zeitungsbericht die NSA-Überwachungsaffäre.

Karl-Theodor zu Guttenberg: Fungiert er als Merkels Berater in der NSA-Affäre?
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Karl-Theodor zu Guttenberg: Fungiert er als Merkels Berater in der NSA-Affäre?


Berlin - Nach dem Skandal wegen seiner Doktorarbeit musste er als Bundesverteidigungsminister zurücktreten und wurde EU-Internetbeauftragter - in dieser Funktion war von Karl-Theodor zu Guttenberg nicht viel zu hören. Nun besuchte der Ex-Minister offenbar das Bundeskanzleramt. Laut einem Zeitungsbericht sprachen Angela Merkel und er über die NSA-Abhöraffäre und die deutsch-amerikanischen Beziehungen.

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Heft 45/2013
"Wer die Wahrheit ausspricht, begeht kein Verbrechen"

Dass das Treffen stattfand, bestätigte das Bundespresseamt auf Anfrage der "Welt". Zu Anlass und Inhalt machte der Sprecher jedoch keine Angaben. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, sprachen sie über die Affäre um den US-Geheimdienst NSA und die Folgen für die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Die "Welt" und die "Bild"-Zeitung verwiesen auf Guttenbergs Forderung, wonach sich US-Präsident Barack Obama bei Merkel für das Abhören ihres Handys entschuldigen solle. Das hatte der ehemalige Bundesminister Ende Oktober in der "Todays Zaman" in einem Gastbeitrag formuliert.

Guttenberg war 2011 von seinem Amt als Verteidigungsminister zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass er seine Doktorarbeit in weiten Teilen abgeschrieben hatte. Neun Monate später verkündete er in Brüssel, künftig als Internetberater der Europäischen Kommission zu fungieren. Als solcher blieb er jedoch unauffällig: Guttenberg hat sich seit Monaten nicht mehr mit konkreten Initiativen gemeldet.

Seitdem der SPIEGEL aufgedeckt hat, dass die NSA das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel abhörte und das gesamte Berliner Regierungsviertel ausspäht, wurde der Ton in der Abhöraffäre heftiger. In der vorvergangenen Woche hatte das Auswärtige Amt den US-Botschafter einbestellt. Derzeit wird diskutiert, ob der Whistleblower Edward Snowden in Deutschland Asyl erhalten soll. Die Bundesregierung sperrt sich dagegen und warnt vor einem Zerwürfnis mit den USA. Im Gespräch mit dem grünen Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Ströbele hatte Snowden angeboten, vor einem Untersuchungsausschuss des Bundestages auszusagen - wenn ihm ein Bleiberecht bewilligt wird.

vek/dpa

insgesamt 54 Beiträge
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sunspirit1 05.11.2013
1. oho Der Internetberater & Spesenritter
Gutenberg wird wohl der Kanzlerin die amerikanische Sichtweise erklärt haben....
stormking 05.11.2013
2.
Hilfe, ist der fett geworden!
nemensis_01@web.de 05.11.2013
3. Da meint
man, nach so Geistesgrössen wie Pofalla, Hintze, von Klaeden und Friedrich gibts keinen schlimmeren, mit dem sich die Kanzlerin beraten bzw. umgeben könnte, dann taucht von irgendwo ein Guttenberg auf. Nicht genug, das uns die Regierung Dilletantismus und Inkompetenz jeden Tag in Reinkultur vorführt, nein, jetzt werden auch noch die Chaoten aus der Versenkung geholt, von denen man wenigstens DACHTE, das man sie los sei. Es ist unfassbar. Also ich bin inzwischen soweit, dass ich nicht nur goutiere das die Amerikaner das Handy von Merkel abgehört haben, ich wünsche mir inzwischen inständig, dass sie das gesammelte Material auch Veröffentlichen, damit diese Frau vielleicht doch noch über einen Skandal stolpert. Den auf normalen Wege bekommt man sie offensichtlich nicht aus dem Amt. Denn egal wie Orientierungslos sie sich immer wieder darstellt und welcher Mist gebaut wird, der Deutsche Wähler ist wild entschlossen diese Frau trotzdem gut zu finden.
uwecux 05.11.2013
4. Adel verpflichtet
Zitat von sunspirit1Gutenberg wird wohl der Kanzlerin die amerikanische Sichtweise erklärt haben....
Guttenberg, -tt-, Freiherr von und zu, soviel Zeit muss sein. Man munkelt er habe bereits mit Herrn Snowden gesprochen, der Ströbele ist ja nun wirklich nicht die richtige Person. Als Internetprofi ist der Freiherr natürlich besonders prädestiniert für diesen geheimen Auftrag. Amen.
gerd.lt 05.11.2013
5. Bauchlandung
Das er jetzt als Gesprächspartner von Frau Merkel auftaucht, bestätigt mein Urteil über die Kanzelerin. Nach seiner Bauchlandung in Berlin, war er gerade noch gut genug als Berater der EU ein neues Amt zu erhalten, muss man in dieser Berufung die Wertschätzung der Kanzlerin für die EU ablesen?
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