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Angst vor Ausspähung: NSA-Ausschuss erwägt Einsatz von Schreibmaschinen

Sensburg im NSA-Ausschuss: "Interne Kommunikation sicher halten" Zur Großansicht
DPA

Sensburg im NSA-Ausschuss: "Interne Kommunikation sicher halten"

Um sich gegen Ausspähung zu schützen, erwägt der NSA-Ausschuss den Einsatz alter Technik: Man könne auf mechanische Schreibmaschinen zurückgreifen, erläuterte der Vorsitzende Sensburg.

Berlin - Der NSA-Untersuchungsausschuss will möglicherweise auf altbekannte Methoden setzen, um sich vor Ausspähung zu schützen. Es werde erwogen, wieder auf mechanische Schreibmaschinen zurückzugreifen, um geheime Dokumente zu verfassen, sagte der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Patrick Sensburg (CDU), am Montag im ARD-"Morgenmagazin".

"Anders als andere Untersuchungsausschüsse untersuchen wir einen laufenden Sachverhalt. Nachrichtendienstliche Tätigkeit läuft noch, findet statt", sagte der CDU-Politiker. "Und wir müssen natürlich versuchen, unsere interne Kommunikation sicher zu halten, verschlüsselte E-Mails senden, Krypto-Telefone benutzen und andere Dinge, die ich hier jetzt natürlich nicht sage."

Der Untersuchungsausschuss arbeitet die Spähaffäre rund um den US-Geheimdienst NSA auf, die vor einem Jahr ins Rollen kam. Vor wenigen Tagen waren die Fälle von zwei mutmaßlichen Spitzeln beim Bundesnachrichtendienst und im Verteidigungsministerium bekannt geworden, die Informationen an US-Geheimdienstler geliefert haben sollen. Es gibt den Verdacht, dass auch der Untersuchungsausschuss Ziel von Spähaktionen sein könnte.

US-Geheimdienstrepräsentant noch nicht ausgereist

Der SPIEGEL berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass das Handy des Unions-Obmanns im Ausschuss, Roderich Kiesewetter (CDU), abgehört worden sein könnte. Ein ähnlicher Verdacht besteht bei dem früheren Linken-Abgeordneten Steffen Bockhahn, der in der vergangenen Legislaturperiode dem für die Geheimdienste zuständigen Parlamentarischen Kontrollgremium angehört hatte.

Nach Bekanntwerden der Fälle im Verteidigungsministerium und im BND forderte die Bundesregierung am Donnerstag den obersten Vertreter der US-Geheimdienste in Berlin auf, das Land zu verlassen. Die US-Regierung reagierte verstimmt auf die öffentliche Ausreiseaufforderung.

Noch hat der Geheimdienstrepräsentant das Land nicht verlassen. Eine Außenamtssprecherin sagte am Montag in Berlin, ihr Ministerium habe bisher keine Kenntnis von einer Ausreise. Sobald der Amerikaner Deutschland verlassen habe, werde es die US-Botschaft dem Auswärtigen Amt mitteilen.

fab/dpa

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insgesamt 93 Beiträge
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1. Gibts bei "Olympia" in Hattingen
StörMeinung 14.07.2014
Zitat von sysopDPAUm sich gegen Ausspähung zu schützen, erwägt der NSA-Ausschuss der Einsatz alter Technik: Man könne auf mechanische Schreibmaschinen zurückgreifen, erläuterte der Vorsitzende Sensburg. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nsa-ausschuss-erwaegt-einsatz-von-schreibmaschinen-a-980923.html
Vom russischen Geheimdienst lernen, heißt siegen lernen ;-) http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/hacker-abwehr-russischer-geheimdienst-fso-kauft-schreibmaschinen-a-910607.html
2. Wieder ein Moment des Fremdschaemens fuer Deutschland
m_s@me.com 14.07.2014
Das man neben der Unfähigkeit, seine IT zu schützen auch noch die eigene Rückständigkeit und Resignation dokumentieren muss, ist unfassbar peinlich. Abgesehen davon, dass das natürlich größtmöglicher Unsinn ist, der da gesagt wird. Nein, es ist weder nützlich noch cool, allen zu erklären, wie stolz man darauf ist, dass man gerne Jahrzehnte in der Vergangenheit leben möchte.
3. Mache ich schon lange
spon-facebook-10000216344 14.07.2014
Alles was wichtig ist mit Bleistift auf Papier. Hält länger als jede digitale Speicherung und liegt im Feuerfesten insektensicheren Safe.
4. Ergänzender Vorschlag
hobbyleser 14.07.2014
Oder sie schreiben mit Zitronensäure. Das wäre dann unsichtbar bis man es gegen eine Kerze hält, aber psssst!
5.
Der Thannhäuser 14.07.2014
Zitat von sysopDPAUm sich gegen Ausspähung zu schützen, erwägt der NSA-Ausschuss der Einsatz alter Technik: Man könne auf mechanische Schreibmaschinen zurückgreifen, erläuterte der Vorsitzende Sensburg. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nsa-ausschuss-erwaegt-einsatz-von-schreibmaschinen-a-980923.html
Sind das nicht die Abgeordneten von den Parteien, die der deutschen Bevölkerung gesagt haben, sie müssen sich halt selber um den Schutz ihrer Daten kümmern? Und jetzt empfehlen sie wohl der Bevölkerung und der Wirtschaft wieder auf alte Schreibmaschinen umzusteigen und moderne Kommunikation zu meiden. Aber vielleicht verstehen die Ausschußmitglieder langsam, warum das massenhafte Ausspähen der Bevölkerung eine tatsächliche Gefahr für das Land darstellt und nicht nur eine zu ignorierende Unagenehmlichkeit ist. Denn wenn ALLE ausgespäht werden, ist es eben nichts besonderes, dass die auch dazu gehören. Die müssen halt nur mit ihrem Ego vereinbaren, dass sie dabei nichts besonderes sind.
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