Oberbürgermeisterwahl in Tübingen: Grüner Überraschungssieg

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Tübingen hat unerwartet der Kandidat der Grünen, Boris Palmer, gesiegt. Schon im ersten Wahlgang erhielt der 34-Jährige die erforderliche absolute Mehrheit.

Stuttgart - Die Grünen erwarten nach dem Sieg Palmers bei der Oberbürgermeisterwahl in Tübingen neuen Auftrieb für die Partei. Parteichef Reinhard Bütikofer sagte heute in Berlin: "Das motiviert weit über Baden-Württemberg hinaus." Bemerkenswert an dem Wahlsieg sei nicht zuletzt, dass er zeige, wie man mit ökologischer Politik Wahlen gewinne.

Freude nach dem Sieg: Boris Palmer wird der vierte grüne Oberbürgermeister im Südwesten Deutschlands
DPA

Freude nach dem Sieg: Boris Palmer wird der vierte grüne Oberbürgermeister im Südwesten Deutschlands

Palmer hatte überraschend in der Universitätsstadt Tübingen im ersten Wahlgang den Oberbürgermeisterposten geholt. Der 34 Jahre alte Landtagsabgeordnete bekam 50,4 Prozent der Stimmen. Die sozialdemokratische Amtsinhaberin Brigitte Russ-Scherer kam lediglich auf 30,2 Prozent der Stimmen.

Auch Palmer erwartet eine breite Wirkung seiner Wahl. Im Südwestrundfunk sagte er, es habe sich gezeigt, man könne mit Ökologie auch wieder Wahlen gewinnen.

Palmers Sieg sorgt in der baden-württembergischen CDU für handfesten Ärger. Landtagsfraktionschef Stefan Mappus rügte seine Partei heute wegen der Wahlkampf-Unterstützung für den Grünen-Politiker. "Das hat uns sicherlich als CDU nicht gut getan", sagte Mappus dem Südwestrundfunk. "Das bedarf einer Nachbehandlung. Das kann so nicht wahr sein." Unter anderem waren der frühere Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel und der derzeitige Erste Bürgermeister der Landeshauptstadt, Michael Föll (beide CDU), mit dem Grünen-Politiker aufgetreten.

Palmer selbst sieht nach seiner Wahl die Chancen für eine schwarz-grüne Zusammenarbeit auf Landesebene verbessert. Offensichtlich hätten ihm in der Universitätsstadt auch viele Wähler aus dem CDU-Lager ihre Stimme gegeben. "Das sind Signale, die über Tübingen hinausgehen", erläuterte Palmer. Das wird von Mappus bestritten: "Der Herr Palmer soll mal die Tassen im Schrank lassen."

Palmer sitzt seit 2001 im baden-württembergischen Landtag. Die Grünen stellen in Zukunft vier Oberbürgermeister im Südwesten. In Freiburg, Mühlacker und Konstanz sind schon seit Jahren Grünen-Politiker an der Rathausspitze. Die Wahlbeteiligung in Tübingen lag bei 51,6 Prozent.

ler/AP/dpa

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