Konkurrenz durch Zuwanderung OECD rechnet mit sechs Prozent mehr Arbeitslosen in Deutschland bis 2020

Flüchtlinge haben es laut OECD schwer, in Deutschland einen Arbeitsplatz zu finden. Dabei machen sie vor allem gering ausgebildeten Männern Konkurrenz.

Schlange im Jobcenter
DPA

Schlange im Jobcenter


Die Zuwanderung von Flüchtlingen sorgt in Deutschland für wachsende Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. Laut einer Studie der OECD könnte die Zahl der Arbeitslosen dadurch bis 2020 um sechs Prozent ansteigen.

"In Ländern mit einem starkem Zustrom von Flüchtlingen wie Schweden, Deutschland und Österreich wird die Auswirkung für bestimmte Gruppen einheimischer Arbeiter größer sein", heißt es in dem Bericht der Organisation von 35 Industrie- und Schwellenländern. Besonders betroffen seien "junge Männer mit geringer Bildung".

Die Zahl ihrer Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt werde insgesamt durch Flüchtlinge sowie Migranten etwa aus Osteuropa bis 2020 voraussichtlich um rund 15 Prozent steigen, schreiben die Autoren. Deshalb rät die OECD ihren Mitgliedsländern, nicht nur die Integration der Flüchtlinge zu fördern, sondern auch gezielt "die politische Unterstützung für gering ausgebildete Männer zu verstärken".

Mittel- bis langfristig sind die Auswirkungen eher positiv

Auch Schwarzarbeit von Ausländern betrifft laut der Studie junge Männer überdurchschnittlich stark. Hier seien besonders die Branchen Landwirtschaft, Bau und haushaltsnahe Dienstleistungen betroffen. Die Erfahrung zeige aber, dass sich Migration mittel- bis langfristig eher positiv auf den Arbeitsmarkt auswirke.

Weiter verbessert hat sich die Arbeitsmarktlage hingegen für innereuropäische Migranten etwa aus Rumänien, Polen oder Bulgarien. Sie machen der OECD zufolge den größten Anteil der Zuwanderer aus.

Flüchtlinge zählte die Organisation in der Untersuchung nur mit, wenn sie Aussicht auf einen mindestens mehrjährigen Aufenthalt in Deutschland haben. Der Flüchtlingszuzug, der 2015 seinen Höhepunkt hatte, schlägt sich daher in den OECD-Zahlen für das Folgejahr am stärksten nieder.

Nach diesen Berechnungen zogen 2016 erstmals mehr als eine Million Menschen nach Deutschland, ähnlich viele wie in den deutlich größeren USA. Gleichzeitig ging die Zahl der Asylbewerber in Deutschland im vergangenen Jahr um 73 Prozent auf 198.000 zurück. Dadurch nehmen die USA in diesem Bereich mit 330.000 Anträgen wieder den Spitzenplatz unter den OECD-Ländern ein.

Video: Flüchtlinge bei Porsche

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mes/dpa/AFP/Reuters



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