Berlin - Kampfansage an Union und FDP: Grünen-Chef Cem Özdemir will wertkonservative Wähler für seine Partei gewinnen. "Es wäre eine Einschränkung des grünen Wählerspektrums, wenn wir uns darauf beschränken würden, das grüne Beiboot der SPD zu sein", sagte Özdemir dem Magazin "Cicero".
Die Grünen müssten "auch die Wähler der Union erreichen, die der Auffassung sind, dass CDU und CSU ihrer auf dem 'C' gründenden Verpflichtung nicht hinreichend nachkommen, etwa wenn es um die Bewahrung der Schöpfung geht, um die Nutzung der Gentechnik oder Menschenrechtspolitik". Die FDP-Anhänger seien ebenfalls Zielgruppe der Grünen, "etwa durch unser Eintreten für Bürgerrechte".
Schwarz-grüne Bündnisse hält Özdemir auf Landesebene für eine Option, im Bund sehe er "das aber gegenwärtig nicht". Die Union habe sich von ihren klimapolitischen Zielen verabschiedet. Zwar sei er als Gründungsmitglied der sogenannten Pizza-Connection "schwarz-grünen Gedankenspielen" gegenüber aufgeschlossen. "Doch sehe ich nicht, wie das realistischerweise bei dieser Bundestagswahl zusammenkommen soll". Dafür müsste sich die Union etwa bei der Atomkraft noch sehr massiv bewegen.
ffr/ddp
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