Offener Brief Hamburger Lampedusa-Flüchtlinge kritisieren Kirche

Die Lampedusa-Flüchtlinge in Hamburg fühlen sich von der  evangelische Kirche im Stich gelassen. Sie werfen ihr in einem offenen Brief vor, dem Druck des Senats nachgegeben zu haben. Dieser verlangt, dass sich die Flüchtlinge registrieren lassen.

Solidaritätsdemo für die Lampedusa-Flüchtlinge: Unwürdiges System
DPA

Solidaritätsdemo für die Lampedusa-Flüchtlinge: Unwürdiges System


Hamburg - Flüchtlinge der "Lampedusa-Gruppe" in Hamburg haben in einem offenen Brief die evangelische Kirche kritisiert. Sie habe die Forderung des Senats akzeptiert, dass die Flüchtlinge sich bei der Ausländerbehörde registrieren lassen sollen. Damit habe die Nordkirche dem Druck nachgegeben.

Viele der aus Libyen über die italienische Insel Lampedusa nach Europa geflohenen Männer verlangen dagegen ein Gruppen-Aufenthaltsrecht. Sie weigern sich, ihre Identitäten preiszugeben. "Die Vorschläge des Senats bedeuten für uns weitere Monate und Jahre der Unsicherheit", heißt es in dem Schreiben vom Dienstag. Die Kirche sei der Gruppe in den Rücken gefallen.

Ein Sprecher der Nordkirche sagte, man sehe sich nach wie vor in der Rolle des Vermittlers. Der Hamburger Innenbehörde sind mittlerweile knapp 70 der angeblich 300 in der Hansestadt gestrandeten Flüchtlinge namentlich bekannt.

54 Afrikaner hätten bereits ein humanitäres Bleiberecht beantragt, 35 hätten bereits eine Duldung erhalten. Nach und nach meldeten sich immer mehr Flüchtlinge, sagte ein Sprecher der Ausländerbehörde.

heb/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
stoiker1.9 19.11.2013
1. Unwissenheit
Sorry , bin mit der Thematik überhaupt nicht vertraut. Aber was ist so schlimm daran, wenn Behörden wissen wollen um wen sie sich kümmern sollen/wollen/müssen. Welcher Privatmensch will nicht wissen, wer sich in seiner Wohnung aufhält?
Anna Loog 19.11.2013
2. Was dachten diese Leute denn...
Zitat von sysopDPADie Lampedusa-Flüchtlinge in Hamburg fühlen sich von der evangelische Kirche im Stich gelassen. Sie werfen ihr in einem offenen Brief vor, dem Druck des Senats nachgegeben zu haben. Dieser verlangt, dass sich die Flüchtlinge registrieren lassen. Offener Brief: Hamburger Lampedusa-Flüchtlinge kritisieren Kirche - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/offener-brief-hamburger-lampedusa-fluechtlinge-kritisieren-kirche-a-934537.html)
wie sonst Asylverfahren laufen? Klar werden die Personen erfasst, die hier einen Asylantrag stellen. Mit solchen Mätzchen wie Gruppenduldung oder einfach, weil sie nun schon mal da sind, werden sie sich kaum hier halten können. Manchmal faßt man sich schon an Kopf....
frank.enzmann 19.11.2013
3. Klarheit
Das sehe ich genau so. Ich finde, dass wir wesentlich mehr Asylanten aufnehmen könnten und auch sollten- aber ein Gruppenasyl?? Da frage ich mich warum? Wegen der befürchteten leichteren Abschiebung durch deutsche Behörden? Insgesamt ein schlechter Start in eine neue Heimat. Und die evangelische Kirche in die Ecke des Buhmannes zu stellen ist absolut mistig...
Kalaschnikowa 19.11.2013
4. Bärendienst
Zitat von sysopDPADie Lampedusa-Flüchtlinge in Hamburg fühlen sich von der evangelische Kirche im Stich gelassen. Sie werfen ihr in einem offenen Brief vor, dem Druck des Senats nachgegeben zu haben. Dieser verlangt, dass sich die Flüchtlinge registrieren lassen. Offener Brief: Hamburger Lampedusa-Flüchtlinge kritisieren Kirche - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/offener-brief-hamburger-lampedusa-fluechtlinge-kritisieren-kirche-a-934537.html)
Frage mich nur, wer denn diese Flüchtlinge berät - findet sich denn keiner aus der Unterstützerszene bereit, diesen Menschen zu erklären, dass es das Normalste der Welt ist, sich zu registrieren um anerkannt zu werden. Mit solchen unsinnigen Protestaktionen wird die Bereitschaft zur Flüchtlingsaufnahme immer geringer - diese Lampedusa-Flüchtlinge erweisen den anderen verfolgten Menschen einen Bärendienst!! Kann nur hoffen, dass der HH-Senat und die Kirche nicht einknicken!
botelli 19.11.2013
5.
Absolute Frechheit hier die ev. Kirche zu kritisieren. Ich bin auch der Meinung, dass wir mehr Flüchtlinge aufnehmen sollten und ihnen Sicherheit zu geben, aber wenn diese Menschen es nicht einmal zu schätzen wissen was die Kirche und die Stadt Hamburg für sie tun und stattdessen irgendwelche sinnlosen Demonstrationen starten, stößt das bei mir auf absolutes Unverständnis. Wenn ich aus einem Krisenland komme und in einem anderen Land Schutz bekomme, dann bin ich erstmal nicht in der Position dafür große Forderungen zu stellen. Es ist nunmal so, dass man sich in Deutschland irgendwo registrieren muss, wenn man hier ist/bleibt. Das macht jeder Bürger hier und es liegt wohl ein großes Missverständnis vor, wenn die Flüchtlinge denken, dass sie durch eine Registrierung eher wieder abgeschoben werden. Das Gegenteil ist der Fall.
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