Reisestress auf Bali Nagetiere legen Regierungsflugzeug von Olaf Scholz lahm

Eigentlich wollte Olaf Scholz vom IWF-Treffen auf Bali rasch zurück in die Heimat - pünktlich zur Bayernwahl. Doch der Jet des Vizekanzlers war nicht startklar. Der Grund: Schäden durch hungrige Nager.

Regierungs-Airbus A340 "Konrad Adenauer" (Archivbild)
dpa

Regierungs-Airbus A340 "Konrad Adenauer" (Archivbild)


Ein eher ungewöhnlicher Schadensfall hat bei Bundesfinanzminister Olaf Scholz für Reisestress gesorgt. Wegen eines kaputten Regierungsflugzeugs musste der SPD-Politiker seine Rückreise von der IWF-Tagung auf Bali umplanen.

Der Airbus "Konrad Adenauer" wurde in Indonesien von Nagetieren beschädigt, die offenbar Elektrokabel durchgebissen haben. Dies verlautete am Samstag am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus Delegationskreisen. Vizekanzler Scholz wurde kurzfristig auf einen Linienflug nach Deutschland umgebucht.

Da er umgehend zum Flughafen musste, um auch wegen der mit Spannung erwarteten Landtagswahl in Bayern rechtzeitig zurück in Deutschland zu sein, konnte Scholz auch nicht die traditionelle Abschlusspressekonferenz mit Bundesbankpräsident Jens Weidmann bestreiten.

So saß Weidmann allein auf dem Podium und sagte zum Abschluss zu den rund 20 mit Scholz mitgereisten Journalisten: "Ich wünsche Ihnen viel Glück bei der Buchung Ihrer Flüge." Die Reparatur der Maschine wird nach SPIEGEL-Informationen fünf Tage dauern.

Außenminister saß in China fest

Scholz ist nicht der erste SPD-Politiker, der sich auf Dienstreisen im Ausland mit technischen Problemen am Fluggerät auseinandersetzen muss. Besonders hart traf es 2016 Frank-Walter Steinmeier, damals noch Außenminister. Dieser war, ebenfalls unterwegs mit der "Konrad Adenauer", auf dem Weg zum G7-Treffen im japanischen Hiroshima in der chinesischen Millionen-Metropole Changsha gestrandet.

Nach Angaben des Piloten funktionierte damals ein kleiner Motor nicht mehr, der für die Spritversorgung erforderlich ist. Ein Ersatzteil gab es auf dem Flughafen nicht. Deshalb musste es von einem anderen chinesischen Flughafen besorgt werden.

Nur wenige Wochen später platzte beim Start einer Afrikareise ein Reifen des Regierungsflugzeugs mit Steinmeier an Bord. Der Austausch des beschädigten Teils sorgte für eine mehrstündige Verspätung des damaligen Ministers.

jok/dpa



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