Razzia bei Rechtsterroristen "Wir hatten Sorge, dass sie völlig durchdrehen"

Spezialeinheiten haben die rechte Terrorzelle "Oldschool Society" zerschlagen, jetzt äußert sich der NRW-Verfassungsschutz zu der bisher unbekannten Gruppe: Die Mitglieder seien "eher dumpf", ihre Gewaltfantasien hätten die Fahnder alarmiert.

DPA

Der Verfassungsschutz von Nordrhein-Westfalen schätzt die am Mittwoch ausgehobene rechtsextremen Terrorzelle "Oldschool Society" als relativ gefährlich ein. "Wir hatten wegen ihrer Gewaltfantasien Sorge, dass sie völlig durchdrehen", sagte der Chef des Verfassungsschutzes NRW, Burkhard Freier, der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

Die Anschlagspläne waren nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden bereits weit fortgeschritten. "Nach unseren Ermittlungen bestand große Gefahr, dass die Mitglieder der Gruppe ihre Ziele umsetzen würden", so Freier.

Mit Razzien in mehreren Bundesländern hatten Spezialeinheiten der Polizei die bisher unbekannte Terrorgruppe am Mittwoch zerschlagen. Die Bundesanwaltschaft ließ vier Verdächtige festnehmen, gegen fünf weitere Beschuldigte wird ermittelt. Bei der Razzia wurde auch Sprengstoff sichergestellt. Ermittlerkreisen zufolge sei bei den Durchsuchungen am Mittwochmorgen "Pyrotechnik mit erheblicher Sprengkraft" sichergestellt worden.

Die Gruppierung habe Anschläge gegen namhafte Salafisten, Moscheen und Asylbewerberunterkünfte geplant. "Der Gruppe gehören etwa zehn Mitglieder an, die per Internet kommunizierten, sich aber auch persönlich trafen. Ihre Planungen waren so weit fortgeschritten, dass man eingreifen musste", sagte Freier. "Es handelt sich bei ihnen um Personen, die nicht über eine hohe Intelligenz verfügen, sondern eher dumpf sind."

sas/dpa



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