Organspende Gesundheitsminister einigen sich auf Entscheidungslösung

Die Gesundheitsminister der Länder drängen auf eine schnelle Neuregelung bei der Organspende: Einstimmig fordern sie die sogenannte Entscheidungslösung - alle Bürger sollen einmal im Leben gefragt werden, ob sie spenden möchten.

Ärzte bei Nierentransplantation: Widerspruch, Zustimmung, Entscheidung
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Ärzte bei Nierentransplantation: Widerspruch, Zustimmung, Entscheidung


Frankfurt am Main - Der Streit über die Organspende ist beigelegt. Zum Abschluss einer zweitägigen Konferenz sprachen sich die Gesundheitsminister der Länder einstimmig für die sogenannte Entscheidungslösung aus. Demnach soll künftig "jeder Bürger, jede Bürgerin wenigstens einmal im Leben bewusst mit der Frage konfrontiert werden, ob er oder sie zur Organspende bereit sei", teilte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Malu Dreyer mit. Es sei gemeinsames Ziel, die Menschen für das Thema stärker zu sensibilisieren und die Zahl der Organspenden zu erhöhen.

Eine solche Entscheidung über die Bereitschaft oder Ablehnung zur Organspende soll zum Beispiel beim Abholen des Führerscheins oder beim Beantragen des Personalausweises eingeholt werden. Die Antwort soll auf einem Dokument festgehalten werden. Wer sich nicht gleich festlegen will, muss dies nicht tun. Bei einer unterbliebenen Erklärung soll eine Organentnahme bei einem potentiellen Spender aber möglich sein, wenn die Angehörigen zustimmen.

Damit würde die derzeitige sogenannte Zustimmungslösung abgelöst. Danach dürfen einem Menschen nur dann Organe entnommen werden, wenn er seine Zustimmung selbst vor seinem Tod in einem Spendeausweis festgehalten hat oder seine Angehörigen einer Organentnahme nach seinem Tod zustimmen.

Eine Entscheidungslösung gilt auch im Bundestag am ehesten als mehrheitsfähig. Sie wird unter anderem von den Fraktionschefs von Union und SPD im Bundestag, Volker Kauder und Frank-Walter Steinmeier, favorisiert. Beide hatten am Mittwoch einen fraktionsübergreifenden Gesetzesentwurf angekündigt. Das Transplantationsgesetz soll noch in diesem Jahr geändert werden.

Bürger favorisieren Entscheidungslösung

Die von vier Ländern favorisierte Widerspruchslösung, bei der jeder als Organspender infrage kommt, wenn er dem zuvor nicht widersprochen hat, fand bei den Länderressortchefs keine Zustimmung. Ein solcher Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht gehe der Mehrheit zu weit, sagte Dreyer.

Laut einer aktuellen Umfrage würden bei einer Neuregelung der Organspende mehr als drei Viertel der Deutschen (77 Prozent) die sogenannte Entscheidungslösung favorisieren. Nur 14 Prozent sind dagegen, neun Prozent noch unentschieden, wie das Kölner Meinungsforschungsinstitut YouGov mitteilte. Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozenten) gab an, nach dem Tod Organe spenden zu wollen. Jeder Zehnte der mehr als 1000 Teilnehmer war dagegen. 16 Prozent würde den Ergebnissen zufolge von dem Recht gebrauchen machen, sich nicht entscheiden zu müssen.

Die Umfrage verdeutlichte auch ein bekanntes Problem: Lediglich 13 Prozent der Befragten besitzt demnach einen Organspendeausweis. In Deutschland warten rund 12.000 schwer kranke Menschen auf ein Spenderorgan, allein 8.000 auf eine Niere. Alle acht Stunden stirbt nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) ein auf der Warteliste aufgeführter Mensch. Die grundsätzliche Spendenbereitschaft ist laut Umfragen aber deutlich höher als die Zahl der Menschen, die einen Organspendeausweis mit sich tragen.

lgr/dpa/Reuters/AFP

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insgesamt 198 Beiträge
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Nils Meier, 30.06.2011
1. Das Rad
... neu-erfinden: http://en.wikipedia.org/wiki/Driver%27s_license#Organ_donations Beim Austellen von Karten (Führerschein, Krankenkassenkarte, etc.) mal nachfragen und festhalten - klare Sache.
zeitzeuge10 30.06.2011
2. Was möglich ist,muss nicht richtig sein
Jeder Mensch hat sein Leben,sein Schicksal.Wenn seine Uhr abgelaufen ist,dann sollte es gut sein. 1.Eine Lebensverlängerung durch Organspende ist pervers und nur ein Geschäft der Gesundheitsindustrie.Bezahlen müssen das die Beitragszahler.Diese OPs kosten richtig viel Geld incl lebenslanger Nachsorge. 2.Der Hirntod wird vorausgesetzt.Dies ist aber ein Zustand in dem man noch nicht gestorben ist.Selbst hirntote Frauen können noch Kinder zur Welt bringen.In diesem Zustand möchte ich nicht ausgeschlachtet werden.Pietätlos. 3.Eine Gesellschaft/Ärzteschaft,die es alten/lebensmüden/unheilbaren Kranken nicht erlaubt auf eigenen Wunsch human zu sterben,sollen noch als Ersatzteildepot für andere Menschen herhalten,deren Lebensuhr de facto abgelaufen ist.Man will an allen Verdienen-am langen Siechtum und an der Organspende-perverser geht es nicht. 4.Für die Lobbyisten gibt es nur ihr eigenes Ziel und die Politiker lassen sich beinflussen,weil sie vielfach in dieser Richtung keine Wertvorstellungen haben
ditró 30.06.2011
3. 100%
Zitat von zeitzeuge10Jeder Mensch hat sein Leben,sein Schicksal.Wenn seine Uhr abgelaufen ist,dann sollte es gut sein. 1.Eine Lebensverlängerung durch Organspende ist pervers und nur ein Geschäft der Gesundheitsindustrie.Bezahlen müssen das die Beitragszahler.Diese OPs kosten richtig viel Geld incl lebenslanger Nachsorge. 2.Der Hirntod wird vorausgesetzt.Dies ist aber ein Zustand in dem man noch nicht gestorben ist.Selbst hirntote Frauen können noch Kinder zur Welt bringen.In diesem Zustand möchte ich nicht ausgeschlachtet werden.Pietätlos. 3.Eine Gesellschaft/Ärzteschaft,die es alten/lebensmüden/unheilbaren Kranken nicht erlaubt auf eigenen Wunsch human zu sterben,sollen noch als Ersatzteildepot für andere Menschen herhalten,deren Lebensuhr de facto abgelaufen ist.Man will an allen Verdienen-am langen Siechtum und an der Organspende-perverser geht es nicht. 4.Für die Lobbyisten gibt es nur ihr eigenes Ziel und die Politiker lassen sich beinflussen,weil sie vielfach in dieser Richtung keine Wertvorstellungen haben
Danke! Sie sprechen mir aus der Seele.
paulfugger 30.06.2011
4. Politiker und ihre Kompromissbereitschaft
Dem Toten interesiert doch nicht mehr was mit ihm passiert(ob er nun im Himmel ist oder nicht sei jetzt mal dahingestellt). Die Einzigen, die sowas stören könnte, sind die Hinterbliebenen. Ein Leben würde gerettet werden und dieser Mensch könnte noch den Krebs heilen oder den Weltfrieden bringen. Diese Chance würde ihm und der Menschheit genommen werden. Menschen die ihre Leiden selbst verschulden, wie adipöse Menschen, Raucher, Trinker und Drogenabhängige; solche Menschen sollte man mal was vonwegen Kosten und gesellschaftlicher Belastung husten. Die Zaghaftigkeit und die ebenso große Kompromissbereitschaft der Politiker kosten dem Steuerzahler mal wieder Millionen an Verwaltungsaufwand und darüber nachdenken werden trotzdem wenige. Die Widerspruchslösung hätte dem Steuerzahler Millionen erspart und hätte noch ein paar mehr Leben gerettet.
Helios61 30.06.2011
5. pro Organspende
Zitat von zeitzeuge10Jeder Mensch hat sein Leben,sein Schicksal.Wenn seine Uhr abgelaufen ist,dann sollte es gut sein. 1.Eine Lebensverlängerung durch Organspende ist pervers und nur ein Geschäft der Gesundheitsindustrie.Bezahlen müssen das die Beitragszahler.Diese OPs kosten richtig viel Geld incl lebenslanger Nachsorge. 2.Der Hirntod wird vorausgesetzt.Dies ist aber ein Zustand in dem man noch nicht gestorben ist.Selbst hirntote Frauen können noch Kinder zur Welt bringen.In diesem Zustand möchte ich nicht ausgeschlachtet werden.Pietätlos. 3.Eine Gesellschaft/Ärzteschaft,die es alten/lebensmüden/unheilbaren Kranken nicht erlaubt auf eigenen Wunsch human zu sterben,sollen noch als Ersatzteildepot für andere Menschen herhalten,deren Lebensuhr de facto abgelaufen ist.Man will an allen Verdienen-am langen Siechtum und an der Organspende-perverser geht es nicht. 4.Für die Lobbyisten gibt es nur ihr eigenes Ziel und die Politiker lassen sich beinflussen,weil sie vielfach in dieser Richtung keine Wertvorstellungen haben
Dann wäre ich jetzt seit 6 Jahren tot, weil ich seinerzeit einen (unverschuldeten) Arbeitsunfall hatte! Jetzt bin ich übrigens 26, verheiratet und habe eine Tochter! Sowhl meine Frau, als auch meine ganze Familie haben einen Ausweis! Das nennt man SOLIDARGEMEINSCHAFT und ist eines der Dinge, auf das wir in D stolz sein dürfen! Hirntod (http://de.wikipedia.org/wiki/Hirntod) Auf den Rest mag ich gar nicht weiter eingehen, da ansonsten meine Nachsorge zu kostspielig wird, allerdings habe ich selten einen dümmeren Sermon gelesen!
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