Krise in Griechenland Lafontaine fordert Ende des Euro

Der ehemalige Linken-Chef Oskar Lafontaine gibt dem Euro keine Zukunft. Im SPIEGEL plädiert er für eine Rückkehr zu einzelnen Währungen.

Oskar Lafontaine: "Der Euro ist ein Rückschritt"
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Oskar Lafontaine: "Der Euro ist ein Rückschritt"


Oskar Lafontaine hat angesichts der Griechenlandkrise ein Ende des Euro als europäische Gemeinschaftswährung gefordert. "Der Euro ist ein Rückschritt im historischen Projekt der europäischen Integration", sagte der frühere Chef der Linken dem SPIEGEL. (Lesen Sie hier das vollständige Interview im neuen SPIEGEL.)

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Heft 29/2015
Annäherung an ein seltsames Volk

"Der Euro ist schon gescheitert, wir dürfen uns da keinen Illusionen hingeben", fügte er hinzu. Lafontaine plädierte dafür, zu der sogenannten Währungsschlange zurückzukehren, in der eine Bandbreite von Wechselkursen für die verschiedenen europäischen Währungen festgelegt wird. Griechenland werde nur dann wirtschaftlich wieder auf die Beine kommen, wenn es eine eigene Währung einführe, betonte Lafontaine. "Wichtig ist, dass Griechenland wieder die Möglichkeit erhält abzuwerten, um mit seinen Produkten wettbewerbsfähig zu werden. Es ist überdeutlich, dass Griechenland unter den gegenwärtigen Bedingungen einer starren Währung keinen wirtschaftlichen Erfolg haben kann."

Lafontaine räumte in dem SPIEGEL-Interview ein, dass er mit seiner Position im Widerspruch zur Führung der Linkspartei steht, die am Euro festhält und einen Grexit ablehnt. "Es ist für mich keine neue Erfahrung, dass ich in Fragen der Währungspolitik auf Widerspruch stoße", sagte er.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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Peter Langer 11.07.2015
1. Irrlicht Lafontaine
Oskar Lafontaine hat schon die Wiedervereinigung für falsch gehalten und natürlich die Ablösung der Ostmark durch die D-Mark. Als Finanzminister hat er sich international mit seinen skurilen Ideen lächlich gemacht und wurde von allen Finanzministern geschnitten, weshalb er nach 7 Monaten zurück trat. Sein neuester Vorschlag reiht sich nahtlos in diese Irrlichter ein.
oasis_reloaded 11.07.2015
2. Ja mei ... so schee schoo ! :)
Alte Haudegen betreten die Bühne ! Gestern schon Joschka ""Ich sehe keinen neuen Kompromiss, bei dem nicht eine Seite ihr Gesicht verliert". Klare Worte aus dem vermeintlichen OFF. Balsam für meine *geschundene Seele* (um es mal griechisch-pathetisch auszudrücken)
Spiegelleserin57 11.07.2015
3. damit hat er sicherlich Recht!
auch bei uns wurde ja die DM in der Wirtschaft in Euro 1:1 umgerechnet, nur die Gehälter nicht. Man fühlt sich da schon zu Gunsten der Wirtschaft betrogen. Der Euro erfreut sich bis heute nicht unbedingt großer Beliebtheit und wir wurden auch nicht gefragt, wie immer! Außerdem muss man der Realität in die Augensehen und klar erkennen dass eben die unterschiedlichen Bevölkerungen der Staaten nicht unter einen Hut zu bekommen sind. Das ist ja schon zwischen Nord und Süd in unserem eigenen Land sehr schwierig.
Wilmalein 11.07.2015
4. O
Der Mann ist sicher einer der besten Analysten die Deutschland hat. Leider hört niemand auf ihn. Das war schon nach der Wende so.
hajo..1 11.07.2015
5. Danke Oskar!
Endlich mal ein guter Gedanke zu Europa. Das Experiment mit der Intigrationswährung ist gründlich in die Hose gegangen. Jetzt sollten alle den Mut haben dieses zu beenden. Aber Mut haben unsere Politiker schon lange nicht mehr, immer auf der Suche nach dem geringsten Wiederstand. Aber irgendwann haben sie auch mal ihre Möglichkeiten erschöpft und werden nicht mehr für voll genommen.
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