"Sammlungsbewegung" als Machtoption Lafontaine will neue linke Volkspartei

Er war Mitbegründer und Chef der Linken, jetzt will Oskar Lafontaine einmal mehr das deutsche Parteiensystem umkrempeln. Im SPIEGEL wirbt er für eine neue "linke Sammlungsbewegung".

Oskar Lafontaine
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Oskar Lafontaine


Oskar Lafontaine will die Linke nach dem Debakel der SPD bei der Bundestagswahl zu einer neuen Volkspartei formen. "Wir brauchen eine linke Sammlungsbewegung, eine Art linke Volkspartei, in der sich Linke, Teile der Grünen und der SPD zusammentun", sagte der ehemalige Parteichef der Linken dem SPIEGEL. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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"Das Parteiensystem, so wie es heute besteht, funktioniert nicht mehr", so Lafontaine. "Wir brauchen eine Neuordnung." Nur so könne es wieder eine linke Machtoption geben.

Nach der Bundestagswahl hatte Lafontaine unter anderem bereits auf die Erfolge des britischen Labour-Chefs Jeremy Corbyn oder der Partei "La France insoumise" des Linkspopulisten Jean-Luc Mélenchon in Frankreich verwiesen. Auch Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht, Lafontaines Ehefrau, nannte Corbyn und Mélenchon jüngst als Vorbilder für eine linke Politik.

Seine frühere Partei, die SPD, kritisierte Lafontaine im SPIEGEL als "mutlos". "Das hat doch der Schulz-Hype gezeigt: Es gibt das Potenzial für eine linke Mehrheit bei den Wählern. Die Leute warten geradezu auf so eine Option", sagte er. Aber dann sei dieses Potenzial einfach nicht abgerufen worden. SPD-Chef Martin Schulz habe sich angepasst.

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insgesamt 223 Beiträge
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Septic 30.12.2017
1. Die Linken reichen
SPD und Grüne sind links und bürgerlich genug. Wer noch weiter links will soll halt die Linken wählen. Noch eine Linkspartei ist total überflüssig.
Ossifriese 30.12.2017
2. Bündnis
Wenn ich Lafontaine richtig verstanden habe, will er keine neue "Partei", sondern ein Bündnis aller Linken in einer "Bewegung". Darin könnten sowohl "grüne" Parteigänger wie auch der "Linken", der SPD, der Gewerkschaften, Kirchen und anderer Organisationen verbunden sein.
Niteftef 30.12.2017
3. Das wär schön
So ne richtige Bewegung wie in Großbritannien, oder einen wie Bernie Sanders, der dann aber auch wirklich aufgestellt wird. Jemand der sich mal wieder ernsthaft für die Menschen interessiert und nicht nur für die Wirtschaft. Das wär schön.
kenterziege 30.12.2017
4. Strategisch hat Lafontaine recht....
..und ich hätte auch schon einen Namen für die Partei: "Alternative Linke Deutschlands" (ALD). Leider ist die Linke so zerstritten, dass es dazu nicht kommen wird. Wenn ich mir nur den intellektuellen Unterschied einer Frau Kipping zu Frau Wagenknecht betrachte, Ahne ich, was für Grabenkämpfe da ablaufen würden. Da hat es die AFD einfacher. Die braucht nur die Enttäuschten von Frau Merkel einfangen!
Freidenker10 30.12.2017
5.
Ich persönlich glaube das die Linke gar keine Lust auf regieren hat! Möglichkeiten hat es zur genüge gegeben, aber wahnwitzige Vorstellungen der Linken wie auch der Grünen hat dies verhindert und das hat uns gefühlte 50 Jahre Merkel beschert! Sozialthematisch stehe ich klar auf der Seite der Linkspartei, aber dieses Personal und auch die ständigen Grabenkämpfe sowie die Extremforderungen ( Nato und dergleichen) schrecken mächtig ab und lassen Zweifel aufkommen! Allerdings wie wir ja hinlänglich wissen, stellt die GroKo auch keine Alternative mehr dar! Jedenfalls kommt mir das Soziale in den letzten 20 Jahren deutlich zu kurz, Wirtschaftsboom hin oder her...!
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