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20. April 2014, 22:05 Uhr

Ostermärsche

Mehrere tausend Menschen demonstrieren für Frieden

Friedliche Demonstrationen gegen Krieg, Atomwaffen und die Abschottung Europas gegen Flüchtlinge: Bundesweit haben sich mehrere tausend Menschen an den traditionellen Ostermärschen beteiligt.

Berlin - Für Frieden und Absrüstung: Mehrere tausend Menschen haben seit Karfreitag an den traditionellen Ostermärschen der Friedensbewegung teilgenommen. Eine wichtige Rolle spielte in diesem Jahr der Ukraine-Konflikt. Redner warnten nach Angaben der Veranstalter an mehreren Orten "vor einer Wiederkehr nationalistischer und chauvinistischer Tendenzen auf allen Seiten". Auch eine Osterweiterung der Nato wurde abgelehnt.

Am Ostersonntag wurde unter anderem der Ruhr-Ostermarsch von Essen nach Bochum fortgesetzt. Für die zweite Etappe durch das Ruhrgebiet stiegen rund 150 Teilnehmer auf Fahrräder um. Zum Auftakt der Demonstration protestierten die Atomkraft- und Kriegsgegner vor der Konzernzentrale des Energieversorgers RWE gegen die Urananreicherungsanlage in Gronau, an der das Unternehmen Anteile hält.

Auch gegen die Abschottung der europäischen Grenzen wollten die Demonstranten rund fünf Wochen vor der Europawahl ein Zeichen setzen. "Flüchtlinge dürfen nicht mit Gewalt von den Grenzen abgewiesen werden", verlangte Joachim Schramm, Sprecher des Organisationskreises Ostermarsch Rhein Ruhr.

Atomwaffen abschaffen, Massenvernichtungswaffen ächten

Weitere Aktionen gab es am Sonntag unter anderem in Köln, Frankfurt (Oder), Mainz und Wiesbaden. Zentrale Themen der Ostermärsche waren Forderungen nach einem Abzug der Bundeswehr aus Auslandseinsätzen sowie nach Abrüstung. Besonders wurde die Ächtung und Abschaffung von Atomwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen gefordert. Ein Nein gab es auch zu Landminen und Kampfdrohnen.

Die Ostermärsche hatten am Karfreitag begonnen, insgesamt waren bundesweit rund 80 Veranstaltungen geplant. Am Ostermontag enden die Friedensdemonstrationen unter anderem in Hamburg und Frankfurt.

Der Zulauf war auch in diesem Jahr nur mäßig. Ihren Ursprung hat die Ostermarsch-Bewegung in Großbritannien. In den fünfziger Jahren bildete sich dort eine Protestbewegung gegen Atomwaffen. 1960 gab es den ersten Ostermarsch in Deutschland. In den achtziger Jahren hatten wegen des atomaren Wettrüstens zwischen Ost und West bis zu eine Million Menschen an den Ostermärschen teilgenommen.

sun/dpa/AFP

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