Pädophilie-Debatte Irrwege des Liberalismus

Die Grünen stehen im Mittelpunkt der Pädophilie-Debatte. Doch ihre große Zeit hatte die Bewegung lange vor der Gründung der Ökopartei. In einem Gastbeitrag beschreiben die Göttinger Parteienforscher Franz Walter und Stephan Klecha den Zeitgeist Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre.


Großzügiges Verständnis für Pädophilie war bei Teilen der Grünen in den achtziger Jahren zweifelsohne vorhanden. Es war aber kein genuiner, kein elementarer Bestandteil ihrer Parteiideologie. Dergleichen wurde jedoch vor einigen Tagen von Christian Füller in einem Artikel angedeutet, den die "Tageszeitung" dann auf Intervention ihrer Chefredakteurin im letzten Moment aus dem Blatt nahm. Der Eingriff wurde hernach viel gescholten. Ob man die Handlungsweise der "taz"-Chefin als Zensur bezeichnen sollte, soll hier nicht interessieren. Wichtiger ist, dass das Stück von Füller zu sehr auf die achtziger Jahre und die Zustände in der Ökobewegung fixiert ist.

Die große Zeit der Sexual- und Strafrechtsreformer in der Bundesrepublik begann viel früher, deutlich bevor sich aufgebrachte schwäbische Bauern, anthroposophische Lehrer und studierende K-Gruppler bei den Grünen einfanden. Schon die Große Strafrechtskommission hatte in ihrem Abschlussbericht 1959 Hinweise gegeben, die einen tiefgreifenden Wandel im Strafrecht bedeuten sollten. An die Stelle moralischer Kriterien sollte der Schutz von Rechtsgütern treten, was gerade im Sexualrecht massive Folgen bedeutete. Schließlich galt das von den Nationalsozialisten dekretierte Recht fort.

Vor dem Hintergrund dieses Diskurses debattierte die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung auf ihrem Kongress 1964 leidenschaftlich über Pädophilie und Homosexualität. Der 47. Deutsche Juristentag 1968 stieß dann jene große Strafrechtsreform an, welche die Große Koalition 1969 vollendete. Die sozialliberale Koalition entschied dann 1973, statt Sittlichkeit fortan die sexuelle Selbstbestimmung zu schützen.

Es waren also Sozialdemokraten, Freidemokraten (und mit einem gewissen Widerwillen auch einige Christdemokraten), die Impulse aufnahmen, welche fortan den liberalen und radikaldemokratischen Zeitgeist befruchteten. Es war der Geist all derer, die sich als Bürgerrechtler verstanden und die Gesellschaft dezidiert befreien wollten vom "Mief" der "Adenauer-Republik", von der "sexualfeindlichen Bigotterie" des Katholizismus.

Die unabhängige Entscheidung und Freiheit des autonomen Einzelnen auch in der Sexualität bildete einen Grundgedanken der Reformer. Dafür gab es einige gute Gründe. Schließlich: Die Ergebnisse der Reformbewegung goutieren die meisten von uns auch heute noch gern. Aber jede Emanzipationsbewegung hat Tücken, Ambivalenzen und besitzt utopische Überschüsse, die zuweilen rigide zerstören und Opfer produzieren.

So wenig Bestrafung wie nötig, doch so viel wie erforderlich

Innerhalb eines neuen liberalen Bürgertums der sechziger Jahre entwickelte sich ein Diskurs, den eine Gruppe von liberalen Strafrechtsreformern an den Universitäten aufgriff. Mit dem Alternativentwurf (AE) versuchte man 1968, die Reformdebatte mit zu beeinflussen. Und vieles davon wirkte zweifelsohne à la longue überaus segensreich. In den Reihen derartig motivierter Juraprofessoren fanden sich in jenen Jahren mit Jürgen Baumann, Ulrich Klug oder Werner Maihofer einige, die den Freien Demokraten just in dem Moment beitraten, als diese sich vom Nationalliberalismus verabschiedete und auf den Plakaten zur Bundestagswahl 1969 werbewirksam "alte Zöpfe abzuschneiden" versprachen.

Im sozialliberalen Blütejahrzehnt machte das Professorentrio in der FDP eine beachtliche Karriere, da sie in Minister- und Senatorenämter einzurücken vermochten. In der Frage der Sexualdelinquenz argumentierten sie 1968 erkennbar vorsichtig, Kinder vor sexuellen Übergriffen zu schützen. Sie wiesen in ihrem Entwurf daraufhin, dass "mögliche Auswirkungen der Tat entscheidend von der Psyche des einzelnen Kindes und von der Reaktion der Umwelt abhängen; dass eine nicht unerhebliche Zahl (insbesondere weiblicher) Kinder zur Tatzeit bereits über sexuelle Erfahrungen verfügt und das dem Täter auch deutlich zeigt, ihn unter Umständen sogar verführt oder doch ermuntert und manchmal einen Schaden kaum noch erleiden kann. Die Verfasser des AE verkennen nicht, dass in der Mehrzahl der abgeurteilten Fälle eine echte oder anhaltende Schädigung wohl nicht eintritt. Und dass die überkommenen gegenteiligen Vorstellungen im erheblichen Maße der Korrektur bedürfen".

Zweifelsohne war die rechtswissenschaftliche Debatte um die Festlegung von Schutzaltersgrenzen diffizil, doch die Richtung war für die liberalen Rechtswissenschaftler klar und bewegte sich in der stolzen Tradition des staatsfernen Liberalismus: so wenig Bestrafung wie nötig, aber doch so viel wie erforderlich.

Der strafrechtliche Diskurs verlief, wie schon angedeutet, nicht im luftleeren Raum. Neben der Sexualwissenschaft bezog man auch die erst allmählich entstehende Kinder- und Jugendpsychiatrie in den Diskurs ein. Der später als Pionier des Faches gefeierte Reinhart Lempp stellte in der Neuen juristischen Wochenschrift die Ergebnisse einer Untersuchung an 97 Kindern vor, die sich mit den seelischen Schäden von Kindern im Zuge sexueller Delikte befasste. Verantwortlich machte Lempp dafür "eine tradierte besondere Tabuierung des Sexuellen überhaupt (…) und auf die bemerkenswerte Überbewertung der Verwerflichkeit sexueller Handlungen außerhalb ehelicher Beziehungen". Er schlussfolgert, dass Kinder "unbestreitbar" durch die Reaktion von Eltern, Jugendpsychiatrie und Gerichten stärker in Mitleidenschaft gezogen würden als durch den eigentlichen sexuellen Übergriff: "Allein über solche sexuellen Dinge vor einem Kreis erwachsener Menschen reden zu müssen, belastet solche Kinder mehr, als die Tat selbst, ja es belastet die Kinder oft ganz allein."

Mit Bezug auf Lempp versuchte 1970 auch der "SPIEGEL", in einem Interview den damaligen Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz, Alfons Bayerl (SPD), in Bedrängnis zu bringen: "Gewaltlose sexuelle Handlungen an Kindern", so die kritische Frage der drei Interviewer, "sollen auch in Zukunft mit Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren geahndet werden können. Entspricht dieser Strafrahmen moderner wissenschaftlicher Erkenntnis über den Schaden, den diese Kinder tatsächlich erleiden?"

"Hysterisches Geschrei um einen armen kleinen Exhibitionisten"

In eine ähnliche Richtung war bereits ein Jahr zuvor, dabei noch weiter und kühner ausholend, der Feuilletonchef der linksliberalen "Zeit", Rudolf Walter Leonhardt, gegangen. Er begann seinen Beitrag mit einer Geschichte aus dem 18. Jahrhundert. Sie spielt in Göttingen und handelte vom berühmten Professor Georg Christoph Lichtenberg, ein virtuoser Spötter, dessen Mokanz über romantische Sichtweisen des Amourösen in seinem Beitrag "Über die Macht der Liebe" 1977 trefflich zum Ausdruck kam: "Die Ausdrücke Herz verschenken, Gunst verschenken, sind wieder poetische Blümchen. Kein Mädchen schenkt ihr Herz weg, sie verkauft es entweder für Geld oder Ehre, oder vertauscht es gegen ein anderes, wobei sie Vorteil hat oder doch zu haben glaubt."

Lichtenberg traf eines Tages ein elfjähriges Mädchen, Maria Dorothea Stechard, das ihm Blumen verkaufen wollte. Lichtenbergs Begehren aber ging weiter. Er nahm das Mädchen mit auf seine Kammer, alimentierte dessen Eltern gut und behielt sie, deren "vortrefflicher Leib" ihm einige Passion bereitete, an seiner Seite. Leonhardt fragt rhetorisch seine Leser, ob sich das heute noch ein Göttinger Professor leisten könne. Natürlich nicht, was den damaligen "Zeit"-Journalisten zum Seufzer verleitet: "Haben wir nicht sonderbar verquollene Vorstellungen von der 'Unschuld des Kindes' entwickelt?"

Dabei, so Leonhardt, ist "der Nachweis nicht erbracht, dass Kinderseelen unheilbaren Schaden nähmen vom Schock der ersten Begegnung mit einer Manifestation des Sexuellen. Also etwa dem viel zitierten guten Onkel, der mit Schokolade lockt und dann: Ja, was eigentlich macht?". Und weiter: "Pädagogen, Ärzte und Soziologen fragen immer wieder besorgt, ob diese ganze Angstpsychose, die in Kindern erregt werden kann durch dauernde Warnungen vor Sexualverbrechen, ob das hysterische Geschrei um einen armen kleinen Exhibitionisten, ob schließlich die Inquisition eines Sittlichkeitsprozesses dem davon betroffenen Kind nicht viel mehr schaden kann als der Kontakt mit dem bösen guten Onkel." Als Legitimationsreferenz für solche Reflektionen war 1969 natürlich Theodor Adorno unabdingbar, der daher auch mit dieser Passage wiedergegeben wird: "Das stärkste Tabu von allen (…) ist im Augenblick jenes, dessen Stichwort 'minderjährig' lautet und das schon sich austobte, als Freud die infantile Sexualität entdeckte. Das universale und begründete Schuldgefühl der Erwachsenenwelt kann, als seines Gegenbilds und Refugiums, dessen nicht entraten, was sie die Unschuld der Kinder nennen, und diese zu verteidigen, ist ihnen jedes Mittel recht. Allbekannt, dass Tabus umso stärker werden, je mehr der ihnen Hörige selber begehrt, worauf die Strafe gesetzt ist."

Autor Kentler stellte Pädophilie mit großer Sympathie vor

Was zuvor noch recht spezialisiert wissenschaftlich und rechtspolitisch debattiert worden war, war - wie Leonhardts Beitrag zeigt - Bestandteil einer linksliberalen Intellektualität geworden, die sich in den siebziger Jahren weiter entfaltete. Es war das Jahrzehnt, in dem Helmut Kentler ein Star der Jugendpädagogik und Sexualwissenschaft wurde. Seine Bücher, in denen er die Pädophilie mit denkbar großer Sympathie vorstellte, beschrieb und charakterisierte, waren veritable Bestseller, die etliche hunderttausend Käufer und Leser fanden. Die Publikumsverlage, sonst eher vorsichtig mit der Inverlagsnahme professoraler Elaborate, rissen sich um ihn. Kentler veröffentlichte bei Rowohlt. Er kommentierte für das "Zeit-Magazin", war gefeierter Redner in evangelischen Akademien. Die von ihm mit verfasste Aufklärungsbroschüre "Zeig mal! Ein Bilderbuch für Kinder und Eltern", 1974 im Peter Hammer Verlag erschienen, setzte sich in Deutschland 90.000 Mal, in den USA über 300.000 Mal ab. Im Vorwort betonte Kentler, dass sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Kinder keineswegs bedenklich oder gar schädlich seien. Würden "solche Beziehungen nicht von der Umwelt diskriminiert", dann seien vielmehr "positive Folgen für die Persönlichkeitsentwicklung zu erwarten".

Auch die Gerichte zogen Kentler damals gern als Sachverständigen in Missbrauchsfällen hinzu. Höchst zufrieden urteilte Kentler, seit 1976 Lehrstuhlinhaber für Sozialpädagogik und Sexualwissenschaft an der Uni Hannover, im Jahr 1977: "Ich bin sehr stolz darauf, dass bisher alle Fälle, in denen ich tätig geworden bin, mit Einstellung der Verfahren oder sogar Freisprüchen beendet worden sind." Im Übrigen war er fest davon überzeugt, dass "echte" Pädophile "hochsensibel gegen Schädigung von Kindern" seien. Naheliegender Weise bemühte sich am Ende des Jahrzehnts auch die "Deutsche Studien- und Arbeitsgemeinschaft Pädophilie", die Kaderorganisation für pädophile Bestrebungen, um ihn, und so trat er 1980 zwischenzeitlich deren Kuratorium bei.

Anfang der achtziger Jahre kam er auch ausführlich in einer weit verbreiteten Broschüre der FDP-Jugendorganisation "Deutsche Jungdemokraten", die den Titel "Sexualität, Solidarität und Erotik" trug, zu Wort. In der Publikation hielt Kentler, der auch auf Hearings von FDP und Jungdemokraten auftrat, mit seiner Auffassung nicht hinter dem Berg. "Ich bin der Meinung, dass ins Bett der Staat und erst recht der Staatsanwalt überhaupt nicht hinzusehen hat. Ich wäre dafür, dass wir auf das gesamte Sexualstrafrecht verzichten. […] Sexualität ist eine Angelegenheit, in die das Sexualstrafrecht nicht hinein redigieren sollte, dieser Meinung bin ich."

Schließlich berichtete er, was bis dahin als eher vertraulich galt, nämlich dass er in Berlin "jahrelang mit ausgesprochenen Unterschichtjugendlichen gearbeitet" habe. "Wir haben sie teilweise unterbringen können, bei teilweise sehr einfach gelagerten Männern, zum Beispiel Hausmeistern, die pädophil eingestellt waren. Sie haben dort ein Zuhause gefunden, sie haben Liebe gefunden." Das geschah nach Zeitzeugenauskünften mit stiller Unterstützung des damaligen sozialliberalen Senats in Berlin.

Wie eine böse Satire der grünen Parteiengeschichte

Der Streit um die Pädophilie in der ersten Hälfte der achtziger Jahre bildete das Finale eines in diesem Punkt in die Irre führenden Bürgerrechtsliberalismus. Richtig ist ohne Zweifel, dass vieles aus dieser Strömung während der frühen 1980er Jahre in die Grüne Partei einfloss. Sie waren aber letztlich eine Synthese aus

  • eher wertekonservativen, an Nachhaltigkeit, gar Askese, orientierten Ökologen mit
  • Vertretern libertärer, radikaldemokratischer, auch stark hedonistisch-individualistischer Positionen und
  • ernüchterten Ex-Kadern aus dem bunten Spektrum maoistischer-kommunistischer Konventikel der Siebziger.

Das pädophile Element war dabei weder Konstitutionsfaktor oder Wesenszug einer ökologischen Ideologie noch Bestandteil einer marxistischen Linken. Wohl allerdings bezog man sich gerne auf die Traditionsbestände radikaldemokratischer Forderungen und goutierte das Bemühen linksliberaler Reformkräfte im bundesrepublikanischen Bürgertum. Das schloss ein, Minderheiten aller Art in ihrer Façon zu lassen und sie vor "Kriminalisierung" zu schützen. Davon setzte sich einiges bei den Grünen ab, schlug sich auch in programmatischen Versatzstücken nieder und führte zu Beschlüssen, an welche sich die heutigen Grünen nicht mehr erinnern.

Es erscheint geradezu als böse Satire der Parteiengeschichte, dass ausgerechnet jene Partei, die sich der historischen und moralischen Aufarbeitung der Irrungen deutscher Geschichte im 20. Jahrhundert verschrieben zu haben behauptet, über kein sonderlich ausgeprägtes kollektives Gedächtnis verfügt, wenn es um die eigene Organisation geht. Daher haben sie in der Tat die Pflicht, nicht nur die unzweifelhaften Erfolge der Emanzipationsgeschichten seit 1968 zu feiern und selbstgefällig mit den eigenen Biografien zu identifizieren, sondern sich auch den Irrwegen einer Deregulierung vernünftiger Normen ohne Ausflüchte zu stellen. Doch gilt eben dies nicht nur für die Grünen.

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 51 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Humboldt 28.08.2013
1. unwissenschaftlich
Zitat von sysopDPADie Grünen stehen im Mittelpunkt der Pädophilie-Debatte. Doch ihre große Zeit hatte die Bewegung lange vor der Gründung der Ökopartei. In einem Gastbeitrag beschreiben die Göttinger Parteienforscher Franz Walter und Stephan Klecha den Zeitgeist Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paedophilie-debatte-irrwege-des-buergerrechtsliberalismus-a-918872.html
Vielleicht wäre es als Wissenschaftler einmal angebracht, wenn die beiden Herren erst zu Ende "forschen" oder zumindest einmal ihre Auftragsarbeit für die Grünen erschöpfend zu Ende bringen und veröffentlichen, und erst dann sich an der Debatte beteiligen. Alles andere ist unwissenschaftlich, ahistorisch und vor allem unseriös!
till-eulenspiegel 28.08.2013
2. Der Liberalismus war zweifellos ein Irrweg....
...der durch einen anderen Irrweg abgelöst wurde. Kaum ein Thema das heutzutage eine derartige Hysterie auslöst - siehe Debatte um die gerichtlich angeordnete Neuregelung der Sicherungsverwahrung von Sexualstraftätern. Die lauern heutzutage nämlich hinter jedem Busch ! Kaum ein Kind geht noch allein in den Kindergarten oder zur Schule oder einfach mal so auf den Spielplatz, ohne dass sich Mami und Papi Riesensorgen machen (dabei ist die Anzahl der sexuellen Gewaltdelikte tatsächlich seit Jahren rückläufig). Besser hält man sich als Mann von solchen Orten fern...
DrStrang3love 28.08.2013
3.
Zitat von HumboldtVielleicht wäre es als Wissenschaftler einmal angebracht, wenn die beiden Herren erst zu Ende "forschen" oder zumindest einmal ihre Auftragsarbeit für die Grünen erschöpfend zu Ende bringen und veröffentlichen, und erst dann sich an der Debatte beteiligen. Alles andere ist unwissenschaftlich, ahistorisch und vor allem unseriös!
Ich würde Ihnen da beipflichten, wenn sich die Nicht-Wissenschaftler aller Parteien da genauso verhalten würden, und nicht sich nicht in geifernden Verteufelungen und Schuldzuweisungen ergehen würden, bevor alle Fakten auf dem Tisch sind.
002614 28.08.2013
4. Nun wird es also
Es ist ja so einfach. Wenn es die politischen (oder religiösen) Gegner betrifft, ist es ein Skandal, der mit großer Wucht und größter Verachtung abqualifiziert wird, wenn aber die eigene Schmuddelecke aufgedeckt wird, dann wird es in wissenschaftliche Abhandlungen gepackt, die kaum jemand nachvollziehen kann ! - "Die Grünen stehen im Mittelpunkt der Debatte" ? Mit Beschreibungen wie: das seien "wertkonservative... Vertreter libertärer... Positionen" - bis hin zur ständigen Erwähnung der FDP ..?? - Die 68er und die Sympathisanten aller nicht-konservativen Strömungen bis hin zu den RAF-(klammheimlichen Sypathisanten) sind damals fast geschlossen bei den GRÜNEN gelandet.
Schweizer 28.08.2013
5. optional
Die Autoren drücken sich darum herum Klartext zu reden. Natürlich führt nicht jeder sexuelle Kontakt zwischen Kindern bzw Jungendlichen (da wird im Artikel gar nicht unterschieden!) zu seelischen Problemen. Das ist aber nicht das Problem. Das Problem ist das Machtgefälle zwischen Kinden und Erwachsenen. Erwachsene können Kinder -gerade bedürftige Kinder- derartig manipulieren, dass von einem freien Willen im Zweifel keine Rede sein kann. Dies ist das eine Problem. Das andere ist -es wurde angesprochen- die gesellschaftlichen Normen. Wenn die Norm in einer Gesellschaft so ist, dass die Verletzung derselben jemanden in grosse Probleme stürzt, dann muss das potenzielle Opfer geschützt werden. Erst wenn die Norm eine andere geworden ist, braucht es auch diesen rechtlichen Schutz nicht mehr.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.