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Software-Panne: Wichtige Daten beim BKA gelöscht

Beim Bundeskriminalamt hat sich eine schwerwiegende Datenpanne ereignet: Drei Monate lang wurden Daten aus der Telekommunikationsüberwachung gelöscht. Betroffen waren neben E-Mails und Chatsitzungen auch abgehörte Telefongespräche und SMS.

Berlin - Durch eine Software-Panne sind beim Bundeskriminalamt (BKA) und bei der Bundespolizei über Monate Beweismittel in Ermittlungsverfahren gelöscht worden. Betroffen seien Daten aus der sogenannten Telekommunikationsüberwachung (TKÜ), wie sie in Ermittlungen gegen Schwerkriminelle und Terroristen gesammelt werden. Das berichtet die Zeitung "Bild am Sonntag". Gelöscht worden seien Daten von abgehörten Telefongesprächen, mitgelesenen E-Mails, Kurzmitteilungen (SMS) und Telefaxen sowie der Lokalisierung von Mobiltelefonen (Funkzellenabfrage).

Das BKA bestätigte den Bericht. Es seien aber zwar Daten, aber keine Informationen verloren gegangen, weil die Überwachungsdaten vor der versehentlichen Löschung bereits ausgewertet und "aktenkundig gemacht worden" seien. Vor Gericht stünden die Auswertungsbeamten als Zeugen zur Verfügung. Es seien jeweils auch nur einzelne "Mosaiksteinchen" betroffen und keine kompletten Ermittlungsunterlagen gelöscht worden, hieß es. Die Behörde lege Wert auf die Feststellung, dass die Panne nicht die Ermittlungen gegen Mitglieder und Unterstützer des rechtsextremistischen "Nationalsozialistischen Untergrundes" (NSU) betreffe.

Nach Angaben eines beauftragten Wartungsunternehmens habe der Softwarefehler dazu geführt, dass vom 14. Dezember 2011 bis zum 10. Februar 2012 am BKA-Standort Wiesbaden systematisch Daten aus TKÜ-Maßnahmen des BKA und der Bundespolizei unwiederbringlich gelöscht wurden.

Das Bundespolizeipräsidium stellte für Montag eine ausführlichere Stellungnahme in Aussicht. "Das müssen wir ordentlich prüfen", sagte der Sprecher des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam, Gero von Vegesack.

cte/dpa/AFP

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1. Von Datensicherung...
adam68161 08.07.2012
hat der Verein offenbar noch nie etwas gehört. "Softwarefehler" - dass ich nicht lache! Unsere Polizei ist ein Schlafmützenverein, der gerade einmal Falschparker und Schnellfahrer abkassieren kann! Wann fährt man da endlich mal mit einem eisernen Besen durch diese unzähligen Bundes-, Landes-, Kriminaler-, Verfassungs- und sonstigen Behörden ? Den Leuten ist doch ihr Kleidergeld und ihr Besitzstand wichtiger.
2. Ablemkungsmannöver?!
chrisre 08.07.2012
Aus meiner Sichtweise ist das Ganze eine von den entsprechenden Kreisen inszenierte Geschichte, die von der aktuellen Sache mit dem Verfassungsschutz ablenken soll. Zudem wird damit assoziiert, dass "Datenpannen" der verrücktesten Art nun einmal alltäglich sind und gar keinen intentionellen Hintergrund (ABSICHTLICHES Löschen zum Vertuschen vs. "Panne") haben, wie sie die Verfassungschutzgeschichte aber auf eine sehr erschreckende und fatale (damit geheimzuhaltende) Weise offenbar doch beinhaltet.
3. Die blödeste Ausrede
nick23 08.07.2012
Klar besteht dahinter eine Absicht. Es ist nämlich gar nicht so einfach in einem komplexen System mit vielfältigen Back-ups Daten wirklich restlos zu löschen. Außerdem lassen sich auch gelöschte Daten rekonstruieren, wenn nicht die Festplatten mehrfach neu überschrieben wurden. Bin sicher, dass unsere Schlapphüter behautpten werden dies ginge nicht. Wo bleibt der Sicherheitsdienst zur Überwachung unser Sicherheitsdienste?!
4. Genau das ist es
earl grey 08.07.2012
Zitat von adam68161hat der Verein offenbar noch nie etwas gehört. "Softwarefehler" - dass ich nicht lache! Unsere Polizei ist ein Schlafmützenverein, der gerade einmal Falschparker und Schnellfahrer abkassieren kann! Wann fährt man da endlich mal mit einem eisernen Besen durch diese unzähligen Bundes-, Landes-, Kriminaler-, Verfassungs- und sonstigen Behörden ? Den Leuten ist doch ihr Kleidergeld und ihr Besitzstand wichtiger.
Doch, hat er. Die gibt es und zwar mehrfach. Deswegen können dort Daten auch nicht so einfach verschwinden; nur was am selben Tag angelegt und wieder gelöscht wurde, ist weg (die DASI läuft immer Nachts). Aber das ist das Wenigste. Genau das ist es.
5. Hallo?
waldemar 08.07.2012
Zitat von earl greyDoch, hat er. Die gibt es und zwar mehrfach. Deswegen können dort Daten auch nicht so einfach verschwinden; nur was am selben Tag angelegt und wieder gelöscht wurde, ist weg (die DASI läuft immer Nachts). Aber das ist das Wenigste. Genau das ist es.
Wir leben im 21. Jahrhundert! So steinzeitlich sind doch nicht einmal Behörden mehr! Datenverlust darf heutzutage nicht mehr passieren. Und wenn doch, dann müssen ernsthafte Konsequenzen folgen ...
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