Papst im Parlament Benedikt spaltet den Bundestag

Es ist ein Großereignis - und sorgt für Zoff: Wenn der Papst am Donnerstag im Bundestag spricht, wollen Dutzende Parlamentarier den Saal verlassen, Ersatzleute sollen die peinlichen Sitzlücken füllen. Wer kritisiert Benedikt XVI., für wen ist er ein Hoffnungsträger? Eine Umfrage unter Abgeordneten.

Papst Benedikt XVI.: Heftige Debatte in den Fraktionen des Bundestags
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Papst Benedikt XVI.: Heftige Debatte in den Fraktionen des Bundestags

Von Christian Gehrke und Annelie Naumann


Berlin - Ist es ein "Missbrauch des Parlaments" - oder ein "Signal der Hoffnung"? Am Donnerstag wird Benedikt XVI. als erster Papst überhaupt im Deutschen Bundestag eine Rede halten. Doch der Besuch des katholischen Kirchenoberhaupts im Parlament sorgt schon vor der Ankunft des Heiligen Vaters für heftige Debatten.

Etwa hundert Abgeordnete von Linken, SPD und Grünen haben angekündigt, die Rede von Benedikt zu boykottieren. Sie halten den Auftritt des Papstes im Parlament unvereinbar mit der religiösen Neutralität des Staates. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hingegen verglich die Kritiker der Papst-Rede mit "Besessenen", deutsche Bischöfe bezeichneten den Protest als "blamabel".

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sieht die Aktion indes gelassen: Er rechne damit, dass der Bundestag "nicht nur gut gefüllt, sondern überfüllt sein wird". Auf leeren Abgeordnetenstühlen sollen Ersatzleute Platz nehmen.

Die Diskussion um den Papstbesuch macht auch die religiösen Trennlinien im Bundestag sichtbar: Vom evangelischen Pfarrer über den Erzkatholiken bis hin zum Atheisten mit SED-Vergangenheit - alles ist im Plenum vertreten.

Boykott oder Kniefall - wer sieht dem Papstbesuch euphorisch entgegen, wer kritisiert die Visite? Welche Erwartungen haben die Parlamentarier? Eine Umfrage unter Abgeordneten - klicken Sie auf die einzelnen Fotos.

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deus-Lo-vult 20.09.2011
1. ...
Es ein weiteres Armutszeugnis unserer Politiker, dass nichteinmal soviel Anstand, Toleranz und Respekt herrscht, sich einfach einmal anzuhören, was der Papst zu sagen hat. Dafür muss man nicht ein Freund von ihm sein.
muellerthomas 20.09.2011
2. ?
Zitat von deus-Lo-vultEs ein weiteres Armutszeugnis unserer Politiker, dass nichteinmal soviel Anstand, Toleranz und Respekt herrscht, sich einfach einmal anzuhören, was der Papst zu sagen hat. Dafür muss man nicht ein Freund von ihm sein.
Was genau ist denn intolerant daran? Er kann doch reden, es hält ihn niemand ab, aber wieso muss ich zuhören? Und weshalb muss ich jemanden respektieren, der von sich selbst behauptet, Stellvertreter Gottes zu sein? Würden Sie jemanden respektieren, der behauptet, er spreche für das Fliegende Spaghettimonster?
fatherted98 20.09.2011
3. Was solls....
...über so einen Mist regen sich Politiker auf. Als ob es viele Bürger interessiert ob der Papst im BuTa spricht oder nicht. Sogar 60% der Katholiken interssieren sich nicht für den Papstbesuch. Wenn die Damen und Herren soviel Energie in sinnvolle Gesetzte und Politik stecken würden wie in diesen lächerlichen Protest, dann ginge es uns allen erheblich besser. Wenn ihr den Ratz nicht sehen wollt dann bleibt doch einfach daheim...ich würde wegen dem noch nicht mal um die Ecke gucken wenn er bei mir vorbeigehen/fahren würde.
L.Archer 20.09.2011
4. Hübscher Name
Zitat von deus-Lo-vultEs ein weiteres Armutszeugnis unserer Politiker, dass nichteinmal soviel Anstand, Toleranz und Respekt herrscht, sich einfach einmal anzuhören, was der Papst zu sagen hat. Dafür muss man nicht ein Freund von ihm sein.
[QUOTE=deus-Lo-vult;8755822]Es ein weiteres Armutszeugnis unserer Politiker, dass nichteinmal soviel Anstand, Toleranz und Respekt herrscht, sich einfach einmal anzuhören, was der Papst zu sagen hat. Vermutlich wissen Sie,woher Ihr Name kommt und wofür er steht. Wenn Sie sich dabei auch nur irgendwas gedacht haben, so ist Ihr Ruf nach vermeintlicher Toleranz schon ein starkes Stück. Zum Thema: ich habe gedacht in einem säkularisierten Staat zu leben; naja man kann jeden Tag was dazulernen; wann spricht eigentlich der Großmufti der Anbeter des FSM?
helloworld1 20.09.2011
5. Respektloses Verhalten
Zitat von deus-Lo-vultEs ein weiteres Armutszeugnis unserer Politiker, dass nichteinmal soviel Anstand, Toleranz und Respekt herrscht, sich einfach einmal anzuhören, was der Papst zu sagen hat. Dafür muss man nicht ein Freund von ihm sein.
Zwar gibt es eine Trennung zwischen Kirche und Staat, aber dieses Verhalten einiger unserer Volksvertreter ist respektlos sondergleichen. Man muß nicht Christ sein, um ein Staatsoberhaupt (das ist der Papst nämlich nebenbei auch) den gebührenen Respekt entgegenzubringen. Aber leider scheint diese Unart mittlerweile "guter Ton zu sein.
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