Polizei-Einsatz gegen Islamisten Ermittler verfolgen Spur aus Deutschland zu Paris-Attentätern

Die Razzien gegen verdächtige Islamisten haben die Polizei möglicherweise auf eine Spur zu den Paris-Attentätern gebracht. Nach SPIEGEL-Informationen geht es vor allem um einen Algerier, der als angeblicher Flüchtling nach Deutschland gereist war.

Von , und

Polizeifahrzeuge vor Flüchtlingslager in Attendorn (Nordrhein-Westfalen): Ein Algerier im Visier der Soko "Frost"
DPA

Polizeifahrzeuge vor Flüchtlingslager in Attendorn (Nordrhein-Westfalen): Ein Algerier im Visier der Soko "Frost"


In Berlin, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ging die Polizei am Donnerstagmorgen gegen mutmaßliche Dschihadisten vor. Nach den Razzien werden jetzt nach Informationen des SPIEGEL mögliche Verbindungen der Verdächtigen zu den Hintermännern der Pariser Anschläge vom November geprüft. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Im Visier der Sonderkommission "Frost" steht vor allem der bei der Razzia festgenommene Hauptverdächtige Farid A., 35. Der gebürtige Algerier war am 28. Dezember nach Deutschland eingereist und hatte sich als syrischer Flüchtling, geboren in Aleppo, ausgegeben. Zuletzt lebte der Mann, der mindestens drei Alias-Personalien verwendet haben soll, in einer Flüchtlingsunterkunft im sauerländischen Attendorn.

Fotostrecke

5  Bilder
Terrorverdacht: Razzien in drei Bundesländern
Den Ermittlern liegt inzwischen Bildmaterial vor, das A. bewaffnet und in "Kampfmontur" im Nahen Osten zeigen soll. Auf einem der Bilder habe der Verdächtige neben Leichen posiert. Auf einem anderen Foto, das die Fahnder sichern konnten, soll A. beim Essen mit einer Person aus dem Umfeld der Paris-Attentäter abgebildet sein.

Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen A. und drei weitere Beschuldigte algerischer Herkunft wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Den Ermittlern lagen Hinweise vor, dass die Männer womöglich ein Attentat in Berlin geplant hatten.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE begannen die Ermittlungen zur Abwehr einer Terrorgefahr vor einigen Wochen. Der Hinweis kam - wie so oft - von einem ausländischen Nachrichtendienst und ging an das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV). Das wiederum schaltete die Berliner Polizei ein.

Im Video: Großrazzia gegen Islamisten

Logo SPIEGEL

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

Den digitalen SPIEGEL finden Sie in den Apps für iPhone/iPad, Android, Windows 8, Windows Phone und als Web-App im Browser.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE.

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.