Parteispitze beunruhigt Piraten fühlen sich von Scientologen unterwandert

Neuer Ärger bei den Piraten: Die Newcomer-Partei bekommt offenbar vor allem in Nordrhein-Westfalen vermehrt Zulauf von Scientologen. Jetzt wird überlegt, Anhängern der Organisation die Mitgliedschaft zu verbieten.


Hamburg - Piraten aus Nordrhein-Westfalen berichteten im Netz über "eindeutige Hinweise auf sehr aktive Scientologen unter den neuen Mitgliedern". Auch in Sitzungsprotokollen der Newcomer-Partei taucht das Problem auf. Die Parteispitze ist bereits alarmiert: "Der Bundesvorstand verfolgt aufmerksam das vermeintliche Engagement von Angehörigen der Organisation Scientology", sagte Vizechef Bernd Schlömer der Nachrichtenagentur dapd am Mittwoch.

Die Piraten waren zuletzt in die Kritik geraten, weil sie frühere NPD-Mitglieder aufgenommen hatten. Über Neuaufnahmen entschieden stets die regionalen Piratenorganisationen, sagte Schlömer. Sie müssten dann auch "die Folgen und Konsequenzen eines Engagements von Angehörigen der Organisation Scientology" verantworten.

Ein Ausweg aus dem Dilemma könnte ein Regelwerk für die Aufnahme von Mitgliedern sein, sagte der Piraten-Vize. "Lediglich der Bundesparteitag - und damit die Basis - ist befugt, etwaige Regularien oder Satzungsänderungen zu beschließen."

Die Piraten kommen Anfang Dezember in Offenbach zu ihrem nächsten Bundesparteitag zusammen. Im Internet wird bereits ein Antrag für ein Verbot von Scientologen in der Piratenpartei intensiv diskutiert. Demnach sollen Engagements in beiden Organisationen nicht miteinander vereinbar sein.

Eine Sprecherin von Scientology Düsseldorf will von einer geplanten Unterwanderung der Piraten nichts wissen. Das sei "auf keinen Fall von uns initiiert." Das parteiliche Engagement sei bei Scientology Privatsache. Sie wisse zudem nichts von Scientologen, die sich bei den Piraten engagierten.

als/dapd



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