Bundesparteitag in Augsburg Tausende demonstrieren gegen AfD

Rund 6000 Menschen haben auf dem Augsburger Rathausplatz gegen den AfD-Bundesparteitag in der Stadt protestiert. Trotz mehrerer kleinerer Vorfälle zeigte sich die Polizei zufrieden.

Kundgebung gegen den Bundesparteitag der AfD auf dem Rathausplatz in Augsburg.
DPA

Kundgebung gegen den Bundesparteitag der AfD auf dem Rathausplatz in Augsburg.


Tausende Demonstranten haben am Samstag in Augsburg ihren Protest gegen den AfD-Bundesparteitag zum Ausdruck gebracht. Die Polizei bezeichnete die Versammlung als "emotional, aber friedlich".

Es gab kleinere Vorfälle: So bewarfen Antifa-Aktivisten den Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) während seiner Rede auf dem Rathausplatz mit Tomaten, Eiern und einer leeren Wasserflasche. Der Politiker wurde nicht getroffen.

Einem Polizeisprecher zufolge wurden die daraufhin vor der Tribüne postierten Polizeibeamten mit "Pyrotechnik" beworfen.

Zur Kundgebung, zu dem das Bündnis für Menschenrechte aufgerufen hatte, waren nach Polizeiangaben etwa 5000 Demonstranten vom Tagungsort der AfD an der Messe Augsburg zum Rathausplatz in der Innenstadt gezogen, wo bereits Hunderte weitere Menschen versammelt waren.

Schon am Morgen versuchten etwa zehn Demonstranten, die Autos von Delegierten des AfD-Parteitags zu blockieren, die zum Tagungsort fahren wollten. Die Demonstranten seien unter Einsatz von Pfefferspray zurückgedrängt worden.

Ebenso setzten die Sicherheitskräfte Pfefferspray ein, als am Vormittag etwa 200 Demonstranten in der Innenstadt eine Blockade errichten wollten. In zwölf Fällen wird demnach wegen Straftaten ermittelt, darunter Sachbeschädigung, Volksverhetzung und Verstoß gegen das Waffengesetz.

Bei einer angekündigten Versammlung der islamfeindlichen Pegida waren nach Auskunft des Polizeisprechers am Nachmittag zunächst nur etwa zehn bis 15 Teilnehmer.

AfD-Chef Alexander Gauland hatte zu Beginn des Bundesparteitags die aktuelle Krise von CDU und CSU mit den letzten Monaten der DDR verglichen. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe "Deutschland in Europa isoliert wie Erich Honecker". CSU-Chef Horst Seehofer warf er vor, seine Pläne zur Asylpolitik aus dem AfD-Programm abgeschrieben zu haben.

pbe/dpa/AFP



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