Parteitag in Erfurt Linke will Kokain und Heroin langfristig legalisieren

Eine rationale und humane Drogenpolitik - für die Linkspartei ist dies nur mit Legalisierung harter Drogen machbar. Auf dem Parteitag in Erfurt beschlossen die Delegierten, langfristig den Konsum von Heroin und Kokain zuzulassen.

Parteitag der Linkspartei in Erfurt: Langfristig Freigabe aller Drogen gefordert
DPA

Parteitag der Linkspartei in Erfurt: Langfristig Freigabe aller Drogen gefordert


Erfurt - Die Linkspartei tritt für die Legalisierung harter Drogen ein. Mit 211 Ja-Stimmen gegen 173 Nein-Stimmen sprach sich der Linken-Parteitag am Samstag in Erfurt bei 29 Enthaltungen für die Legalisierung aller Drogen aus. Damit kippten die Delegierten den Entwurf des Bundesvorstands, der nur den Konsum sogenannter weicher illegaler Drogen wie Haschisch zulassen wollte.

Als harte Drogen gelten Heroin oder Kokain. Diese Rauschmittel werden von den meisten Experten wegen ihres großen Suchtpotentials und der häufig verheerenden Auswirkungen auf Psyche und Gesundheit als besonders gefährlich eingestuft. Die Einteilung in weiche und harte Drogen wurde jedoch in dem Antrag als willkürlich zurückgewiesen.

Zentraler Tagesordnungspunkt des Parteitags ist die Verabschiedung des Grundsatzprogramms, womit im Laufe des Samstags gerechnet wird. Die Linkspartei will die ihrer Ansicht nach neokapitalistische Gesellschaft umbauen und dadurch für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen. Dafür sollen die Eigentümerverhältnisse geändert werden. So plädiert die Linkspartei dafür, strukturbestimmende Konzerne zu verstaatlichen oder in Belegschaftseigentum zu überführen. Soziale Leistungen sollen verbessert und Vermögende sowie Betriebe stärker zur Kasse gebeten werden.

Gestritten werden dürfte über die Haltung der Partei zu Einsätzen des Militärs im Ausland und zur Mitgliedschaft in der Nato. Teile der Linken wollen im Einzelfall über die Entsendung von Bundeswehrsoldaten zu Uno-Missionen entscheiden - der linke Flügel lehnt so etwas kategorisch ab. Für die nach monatelangem Streit von Parteichefin Gesine Lötzsch beschworene Einigkeit könnte das zur ersten Probe werden.

ore/Reuters

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 670 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Phoenix2006 22.10.2011
1. Parteitag in Erfurt: Linke will Kokain und Heroin langfristig legalisieren
Zitat von sysopEine rationale und humane Drogenpolitik - für die Linkspartei ist dies nur mit Legalisierung harter Drogen machbar. Auf dem Parteitag in Erfurt beschlossen die Delegierten, langfristig den Konsum von Heroin und Kokain zuzulassen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,793332,00.html
Literaturtipp: Wir Kinder von Bahnhof Zoo Filmtipp: Wir Kinder von Bahnhof Zoo Demokratie ist immer bedroht!!!
...und gut ist`s 22.10.2011
2. Ist es die eigene Erfahrung, die dazu treibt?
Denn das, was da beim Parteitag herausgeblasen wird, lässt ja vermuten, dass die irgendwas genommen haben.
LurchiD 22.10.2011
3. Koks hat den Wecker derschlagn
Zitat von sysopEine rationale und humane Drogenpolitik - für die Linkspartei ist dies nur mit Legalisierung harter Drogen machbar. Auf dem Parteitag in Erfurt beschlossen die Delegierten, langfristig den Konsum von Heroin und Kokain zuzulassen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,793332,00.html
Die Gier nach einem geglückten Zug aus der Pfeife auf den nächsten ist mit nichts vergleichbar. Diese Droge ist wirklich eine moderne Droge - sie läßt einem nicht mal Zeit, den ersehnten Kick zu genießen, da es einen schon währenddessen dazu treibt, den nächsten Zug aufzubereiten. (Konstantin Wecker über seine Kokainsucht) http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7915092.html
lezel 22.10.2011
4. Und als nächstes legalisieren wir Vollkornbrot!
Das ist putzig. Die SED beschließt, zu lagalisieren, was längst legal ist. Aber ist ja egal. Regierungen kann man sehr gut ohne die SED bilden. Drum spielt auch keine Rolle, ob diese Leute den Unterschied zwischen Konsum und Besitz begreifen.
Koolau 22.10.2011
5. *clapclapclap*
Chapeau Linke. Das habe ich nicht kommen sehen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.