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"Patriot"-Einsatz: Bundeswehrsoldaten in der Türkei am Rande der Belastbarkeit

Türkei: Die "Patriot"-Mission der Bundeswehr Fotos
DPA

Nächster Problemfall für Ursula von der Leyen: Die "Patriot"-Mission in der Türkei bringt die deutschen Soldaten an ihre Belastungsgrenzen. Die vorgeschriebenen Einsatzpausen können nicht eingehalten werden.

Berlin - Kaum ein Tag vergeht derzeit ohne schlechte Nachrichten zum Zustand der Bundeswehr. Nun gerät der Nato-Einsatz zum Schutz der Türkei vor Angriffen aus Syrien in den Fokus. Dieser bringt die Raketenabwehreinheiten der Bundeswehr offenbar an die Grenze der Belastbarkeit. Bei gut einem Viertel (28 Prozent) der seit Anfang 2013 eingesetzten Soldaten konnte die Karenzzeit von 20 Monaten zwischen zwei Einsätzen nicht eingehalten werden.

Dies geht aus einer Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs im Verteidigungsministerium, Ralf Brauksiepe, hervor. Das Papier, aus dem der SPIEGEL zuerst in seiner aktuellen Ausgabe zitierte, liegt auch der Nachrichtenagentur dpa vor. Brauksiepe reagiert darin auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Tobias Lindner. Um die Einsatzbelastung zu mindern, gebe es Entspannungsseminare und Betreuungsangebote sowie eine entlastende Einteilung der Einsatzzeiten.

"Zur Gewährleistung der maximalen Einsatzbereitschaft der 'Patriot'-Staffeln in der Türkei werden diese vorrangig mit Ersatzteilen versorgt", heißt es in dem Schreiben weiter. Bei einer Fortführung der Mission im nächsten Jahr könne das aber die Einsatzbereitschaft der für Ausbildung zur Verfügung stehenden Waffensysteme beeinträchtigen.

Das Bundestagsmandat für den "Patriot"-Einsatz läuft am 31. Januar aus. Dann muss neu entschieden werden. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte der Türkei bei einem Besuch der Soldaten im März zugesagt, den Einsatz im Zweifelsfall bis zu einer Lösung des Syrien-Konflikts fortzusetzen. Es bedürfe noch starker Anstrengungen der Völkergemeinschaft bis zu einer Lösung, sagte sie damals. "Solange dies so ist, ist es auch richtig, hier den Schutz zu liefern."

Kritik an von der Leyen wächst

Die Ministerin war zuletzt unter Druck geraten, nachdem immer neue Details über die Missstände in der Truppe bekannt geworden waren. So ist nur ein Teil der Ausrüstung überhaupt einsatzbereit, bei bestimmten Waffensystemen weniger als die Hälfte.

Wie der SPIEGEL berichtet, hat das Verteidigungsministerium zudem die Abgeordneten des Verteidigungsausschusses im Bundestag über die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr in die Irre geführt. Den Parlamentariern wurde eine Liste vorgelegt, in der bei den verschiedenen Waffensystemen die Zeiträume für die durchschnittliche Einsatzbereitschaft ohne erkennbare Begründung unterschiedlich festgelegt wurden.

Die SPD hat ihre Kritik an von der Leyen zuletzt verschärft. Sie erwartet ein schnelles Handeln. Die Ministerin müsse nun Managementqualitäten beweisen, sagte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann im SPIEGEL-ONLINE-Interview.

jok/dpa

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insgesamt 187 Beiträge
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    Seite 1    
1. Auslandserfahrung in Kampfgebieten ist. ...
joG 30.09.2014
...sicherlich anstrengend. Vor allem für Soldaten aus einem land, das die Kosten solcher Einsätze bisher mied und sogar daher die Einsätze grossteils verteufelte. Nun lernt man, was die Anderen alles an Problemen zu lösen hatten, während man aus Deutschland heraus man kritisierte.
2. wie was?
Saïph 30.09.2014
Welche Belastung denn? Vielleicht die gut bezahlte Langeweile, weil nichts passiert? Und 20 Monate Karenzzeit, ist das ein Fehler oder ein Witz?
3. Einsatzzeiten
BeatDaddy 30.09.2014
von Soldaten in einem Krieg? So was kann wirklich nur in Deutschland auf den Diskutierteller geworfen werden...und bitte während der Panzerfahrt nicht mit dem Grenadier sprechen.
4. Von der Leyen hat einen desolaten Laden übernommen.
bobrecht 30.09.2014
Dass sie die Bundeswehr nicht im Handumdrehen neu organisieren kann, das war bereits zu ihrem Amtsantritt klar. Und das wusste und weiss auch Herr Oppermann. Dass der sich jetzt mit seiner Kritik so aus dem Fenster lehnt, das ist dem Prinzip des politischen Handelns zu geschuldet, das da lautet:auf sich aufmerksam machen und von anderen Dingen, wie etwa dem anstehenden Freihandelsabkommen, ablenken. Das Krakelen von Herrn Oppermann ist überzogen und verwerflich und die Kanzlerin sagt wieder mal gar nix. Sie wartet einfach nur ab - wie immer. Das muss man heute als Kanzler tun um erfolgreich zu sein. Na dann ...
5. Einsatz ueberdenken.
winkler00 30.09.2014
Die Patriot sind gegen Flugzeuge und Marschflugkoerper einsetzbar. Die IS besitzt weder das eine noch das andere. Die einzigen Ziele, die sie bekämpfen koennen, sind westliche Bomber. Weder Assad noch IS, die den Flugplatz in Nordsyrien besetzen, koennen den Luftraum nutzen. Die Atelleriegeschosse der IS sind damit nicht zu treffen. Natürlich ist es nicht akzeptabel, wenn die Ersatzteile für die Ausbildungseinheit nicht aufbringbar sind, damit die Tuerkei beliefert werden kann.
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