Ex-Kanzlerkandidat der SPD Peer Steinbrück wird Berater der ING-DiBa

Peer Steinbrück wechselt ins Bankgeschäft: Der ehemalige Kanzlerkandidat der SPD übernimmt nach dem Abschied aus dem Bundestag einen Beraterposten bei der ING-DiBa.

Peer Steinbrück
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Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) heuert nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag bei der ING-DiBa an. "Ich werde ein Angebot der ING-DiBa annehmen, als Berater des Vorstands", sagt Steinbrück der "Zeit".

Zu seiner häufig geäußerten Kritik an der Praxis vieler Banken passe dies "durchaus", sagte Steinbrück. Zum einen habe die Bank eine lange sozialdemokratische Tradition und sei von Georg Leber 1965 als Bank für Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand mit gegründet worden. Zum anderen sei sie in keine "der in Rede stehenden Verfehlungen oder Manipulationen verwickelt" gewesen und "sehr konservativ und risikoscheu".

Zu seiner Kritik stehe er nach wie vor. "Aber ich zweifle nicht daran, dass wir eine Landschaft wettbewerbsfähiger Finanzdienstleister in Deutschland brauchen, die unserer starken Realwirtschaft entsprechen", so Steinbrück. Seine Zeit als Minister sei sieben Jahre her, eine Interessenkollision könne er nicht erkennen.

Steinbrück hatte sein Bundestagsmandat Ende September niedergelegt. Im Bundestagswahlkampf 2017 würde er mit seiner selbst auferlegten Zurückhaltung der SPD nicht helfen können, sagte er. Steinbrück gehörte dem Parlament seit 2009 an. Zur Bundestagswahl 2013 trat er als Kanzlerkandidat gegen Angela Merkel an, verlor aber gegen die CDU-Vorsitzende.

Der Sozialdemokrat war im Verlauf seiner politischen Karriere Landesminister in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen und zwischen 2002 und 2005 auch nordrhein-westfälischer Ministerpräsident. Danach war Steinbrück in der großen Koalition unter Merkel Bundesfinanzminister.

Steinbrücks Abschiedsrede im Video: "Der letzte Ton aus meinem Jagdhorn"

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cte



insgesamt 142 Beiträge
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jackohnereacher 05.10.2016
1. Super Idee,
wenn diese Bank also durchaus eine sozialdemokratische Tradition hat, kann er den Vorstand doch dahingehend beraten, die Beschlüsse zum Arbeitsplatzabbau wieder zurück zu nehmen.
Anton 100 05.10.2016
2. Schade
Peer Steinbrück kann anscheinend den Hals nicht vollkriegen. Geht ausgerechnet zu einer Bank: Mehr kann der Politik-Ruheständler seiner Partei nicht schaden. Anstatt dass er deren gesellschaftspolitisch zur Zeit wichtigstes Anliegen unterstützt, die Kritik am Neoliberalismus und der Übermacht der Banken, beweist er schon durch den äußeren Anschein so einer Beratertätigkeit, dass er der SPD in den Rücken fällt. Leider nicht zum ersten Mal in seinem Leben. Schade für die SPD! Und schade für Deutschland, das unter seinen bisher führenden Politikern solche Menschen hat!
sfk15021958 05.10.2016
3. Der Geruch des Geldes...!
Sie können es einfach nicht lassen! Kaum aus dem Staatsdienst bzw. hier Bundestag, ab in die Wirtschaft, um ihre schlecht bemessenen Alterbezüge aufzubessern .... und das alles mit ihrem Insider-Wissen und den Beziehungen. Vor diesen Herrschaften kann man keine Achtung haben!
localpatriot 05.10.2016
4. Man muss der Firma gratulieren
Hoffentlich klappt es in der Industrie besser als in der Politik, Längerfristig gesehen hat Herr Steinbrueck seinen Beitrag zum Abstieg der SPD geleistet und möglicherweise kann er das Gelernte fuer seine neuen Arbeitgeber ins Spiel bringen.
mameluk 05.10.2016
5. na also
das ging ja fix und war zu erwarten, dass er gleich zu noch größeren Fleischtöpfen streben wird, ein weitere Beispiel für die Geld gier und - gelinde ausgedrückt - Flexibilität - von ehemaligen Volksvertretern, halt, falsch, der war ja schon als Abgeordneter ein Beispiel für offene Taschen.
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