Gespräche über mögliche Große Koalition Steinbrück erhebt Führungsanspruch

Einen Ministerposten in einer Großen Koalition schließt er aus. Trotzdem will Peer Steinbrück nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen nach der Wahl mögliche Koalitionsverhandlungen mit der Union leiten. Intern hat der SPD-Kanzlerkandidat seinen Führungsanspruch bekräftigt.

Kanzlerkandidat Steinbrück: Er will Verhandlungsführer bei Gesprächen mit der Union werden
AFP

Kanzlerkandidat Steinbrück: Er will Verhandlungsführer bei Gesprächen mit der Union werden


Berlin - Das Wahlziel von Peer Steinbrück ist klar: Der SPD-Spitzenkandidat will nach der Bundestagswahl am 22. September Kanzler einer rot-grünen Koalition werden. Sollte es dafür nicht reichen, hat er einen Kabinettsposten in einer Großen Koalition mit der CDU bislang immer ausgeschlossen. Trotzdem will Steinbrück im Falle einer Wahlniederlage SPD-Verhandlungsführer in Gesprächen mit der Union sein.

"Ich bleibe nach der Wahl im Fahrersitz", sagte der Merkel-Herausforderer nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen unlängst vor Vertrauten. Auch wenn es nicht für Rot-Grün reicht, will Steinbrück die möglichen Koalitionsverhandlungen mit CDU und CSU maßgeblich mitbestimmen. Auch die Inhalte der Gespräche mit der Union will er dann in seinem Sinne beeinflussen.

Es bleibt nach Angaben aus der SPD jedoch dabei, dass Steinbrück unter keinen Umständen Minister in einer Großen Koalition werde.

Damit würde er dem Vorbild Gerhard Schröders folgen. Auch der Ex-Kanzler war nach der rot-grünen Wahlniederlage 2005 Teil des SPD-Verhandlungsteams in den Gesprächen mit der Union. Auf einen Kabinettsposten unter Merkel verzichtete er aber.

"Die FDP kommt kaum noch vor"

Der Partei eine Große Koalition zu vermitteln, wäre für Steinbrück und den Rest der SPD-Spitze ein schwieriges Unterfangen. Weite Teile der SPD hadern mit diesem Bündnis, nicht zuletzt aufgrund der Erfahrungen zwischen 2005 und 2009. So gibt es intern Rufe danach, möglicherweise sogar vor Gesprächen mit der Union die SPD-Mitglieder über eine Große Koalition abstimmen zu lassen.

In der Parteiführung weiß man allerdings auch, dass ein Bündnis mit der Union nach Lage der Dinge wohl die einzige Aussicht darauf ist, künftig wieder zu regieren. Große Teile des Spitzenpersonals, darunter Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann können sich eine Neuauflage des Bündnisses unter bestimmten Bedingungen durchaus vorstellen.

Zugleich meint manch hochrangiger Genosse dieser Tage gar einen taktischen Vorteil in Spekulationen über die Große Koalition erkennen zu können. "Die FDP kommt doch kaum noch vor", so ein SPD-Stratege.

syd/ron/vme

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 322 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
artoe 13.09.2013
1. ...Fingerzeig
...Stinkefinger zeigt auch die Richtung an,schräg an oben vorbei
cobo500 13.09.2013
2. Fähnchen im Wind
"Mit mir wird es keine Große Koalition geben!" ... Oder doch, ein bisschen, wird halt eng.
Watchtower 13.09.2013
3. Der Herr wird leider...
nicht gebraucht werden. Ich wünsche jetzt schon einen erfüllten Ruhestand! Vieleicht lässt er noch ein paar Fotos bei der SZ schießen.
Walther Kempinski 13.09.2013
4. Zahlen
Herr Steini, wenn die Union auf 40% kommt und die SPD auf 25, dann können Sie keinen Führungsanspruch geltend machen. Ich dachte sie können rechnen?! Bei den Honorarabrechnungen klappts ja wohl doch auch....
brotherandrew 13.09.2013
5. Peer Steinbrück ...
Zitat von sysopAFPEinen Ministerposten in einer Großen Koalition schließt er aus. Trotzdem will Peer Steinbrück nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen nach der Wahl mögliche Koalitionsverhandlungen mit der Union leiten. Intern hat der SPD-Kanzlerkandidat seinen Führungsanspruch bekräftigt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/peer-steinbrueck-will-nach-der-wahl-ueber-grosse-koalition-verhandeln-a-922004.html
... überschätzt sich wieder mal gewaltig. Falls es zu solchen Koalitionsverhandlungen kommt, werden diese federführend von Siggi Pop auf Seiten der SPD geführt werden. Zuvor wird Peer mit Handschlag verabschiedet.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.