Umfrage Drei Viertel der Deutschen wollen Pegida vom Verfassungsschutz beobachten lassen

Die große Mehrheit der Deutschen ist dafür, die Pegida-Organisatoren durch den Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Das geht aus einer aktuellen Forsa-Umfrage hervor.

Pegida-Mitbegründer Bachmann: Verfassungsschutz sieht bislang keinen Anlass für Überwachung
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Pegida-Mitbegründer Bachmann: Verfassungsschutz sieht bislang keinen Anlass für Überwachung


"Wir sind das Volk", rufen Pegida-Demonstranten bei ihren montäglichen Demonstrationen in Dresden. Doch die große Mehrheit des Volkes sieht die islam- und fremdenfeindliche Bewegung mit großer Skepsis.

In einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für den "Stern" sprachen sich 76 Prozent der Befragten dafür aus, die Pegida-Organisatoren vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Nur 18 Prozent lehnten das ab.

Während das Meinungsbild in allen anderen Bevölkerungs- und Wählergruppen einheitlich ausfällt, sind zwei Drittel der AfD-Anhänger und 26 Prozent der Ostdeutschen dagegen, dass der Geheimdienst bei den Pegida-Organisatoren um den vorbestraften Lutz Bachmann aktiv wird. Dieser hatte am Montagabend Bundesjustizminister Heiko Maas mit Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels verglichen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Beleidigung gegen Bachmann.

Das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz sieht nach eigenen Angaben bislang keinen Anlass für eine Überwachung der Pegida-Führung. Dagegen werden Pegida-Ableger in anderen Bundesländern bereits beobachtet.


Das Forsa-Institut befragte am 29. und 30. Oktober 2015 im Auftrag des "Stern" 1004 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.

syd/Reuters

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