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Umstrittener Gastredner: Ministerpräsident Tillich droht Pegida wegen Wilders-Auftritt

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Sachsens Regierungschef Tillich: "Konsequent gegen die Veranstalter vorgehen"

Der Islamfeind Geert Wilders ist Stargast der Pegida-Bewegung am Montag, nun knöpft ihn sich Sachsens Regierungschef vor: Sollte es bei dem Auftritt Entgleisungen geben, werde konsequent gegen die Verantwortlichen vorgegangen.

Am Montagabend soll der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders Gast bei der Anti-Islam-Bewegung Pegida in Dresden sein - und schon im Vorhinein warnt Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich vor ausländerfeindlichen Entgleisungen: "Fremdenfeindliche oder rassistische Ausfälle durch Redner werden wir nicht dulden und konsequent gegen die Veranstalter vorgehen", sagte der CDU-Politiker.

Am Montag soll Wilders vor den Pegida-Anhängern in der sächsischen Hauptstadt sprechen. Organisator Lutz Bachmann erhofft sich bis zu 30.000 Teilnehmer - wie zu Hochzeiten der Bewegung. Zahlreiche Parteien, Verbände und Initiativen haben zu Gegendemonstrationen aufgerufen. Das Bündnis "Dresden Nazifrei" hat Blockaden angekündigt.

Die große Mehrheit der Sachsen sei weltoffen und Ausländern gegenüber aufgeschlossen, sagte Tillich. "Wir werden uns auch durch rechtspopulistische Gastredner nicht davon abbringen lassen, dies auch immer wieder deutlich zu machen."

Mahnende Worte richtete der Ministerpräsident an die Organisatoren der verschiedenen Kundgebungen. Jeder könne in Sachsen für sein Anliegen demonstrieren. "Die Veranstalter sind verantwortlich dafür, dass ihre Demonstrationen friedlich bleiben." Die Polizei werde alles dafür tun, dass die Versammlungen und Demonstrationen durchgeführt werden können. Die Dresdner Polizei wird bei dem Großeinsatz am Montag wieder von Beamten aus anderen Bundesländern unterstützt.

Die selbsterklärten "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" wettern seit Monaten unter anderem gegen "islamische Friedhöfe", die "Islamisierung der Justiz" - und sogar gegen die "Islamisierung des Landes". Den größten Zulauf zu einem der sogenannten Abendspaziergänge hatte das Bündnis Anfang Januar, als 25.000 Menschen kamen. Zuletzt gingen 7100 Menschen in Dresden auf die Straße, um ihren Protest gegen die angeblichen Entwicklungen zu zeigen.

Seit dem Führungsstreit bei Pegida - als sich die Hälfte des Organisationsteams wegen Bachmanns "Hitler-Selfies" und ausländerfeindlicher Äußerungen abwandte - ist der Rest der Dresdner Bewegung merklich nach rechts gerückt.

mxw/dpa

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