Islamgegner auf der Straße Ausschreitungen nach Pegida-Märschen in Frankfurt und Hannover

60 zu 1000: Das war das Zahlenverhältnis von Pegida-Anhängern und Gegendemonstranten in Frankfurt. Auch in Hannover waren die Islamgegner klar in der Unterzahl, in beiden Städten kam es zu Auseinandersetzungen. In Dresden trafen sich wieder 5000 Islamgegner zum "Abendspaziergang".

Polizisten und Pegida-Gegner: Rangeleien in Frankfurt.
DPA

Polizisten und Pegida-Gegner: Rangeleien in Frankfurt.


Frankfurt/Dresden - Rangeleien und verbale Auseinandersetzungen nach der Pegida-Demonstration in Frankfurt: Rund 1000 Gegendemonstranten haben sich am Montagabend etwa 60 Islamkritikern in den Weg gestellt. Die Atmosphäre sei aufgeheizt gewesen, berichtete die Polizei. Beamte, die die Pegida-Anhänger zum Bahnhof begleiteten, seien mit Flaschen, Eiern und Farbbeuteln beworfen worden. Zwei Polizisten seien dabei leicht verletzt worden.

Auch in vielen anderen Städten versammelten sich zeitgleich Anhänger islamkritischer Bündnisse:

  • Knapp 5000 Menschen schlossen sich in Dresden dem 16. "Abendspaziergang" der Pegida an. Hauptredner war der frühere Berliner Abgeordnete René Stadtkewitz von der rechtspopulistischen Partei "Die Freiheit", der den Islam als gewalttätige und intolerante "Ideologie" geißelte. Nicht weit entfernt demonstrierten rund 250 Menschen mit Bands und Musik für ein weltoffenes Dresden.
  • In Leipzig hielt sich die Zahl der Legida-Anhänger und ihrer Gegner, die mit Trillerpfeifen und "Nazis raus"-Rufen ihrem Protest Ausdruck verliehen, mit jeweils mehreren Hundert Menschen in etwa die Waage.
  • In Chemnitz gingen etwa 400 Cegida-Anhänger auf die Straße. Knapp 200 Gegendemonstranten traten für Toleranz und Weltoffenheit ein.
  • In Magdeburg beteiligten sich gut 300 Menschen an Protesten gegen den dortigen Ableger der Pegida-Bewegung. Magida brachte nach Angaben der Polizei gut 400 Menschen auf die Straße.
  • In Kassel verliefen eine Kagida-Demo und die Kundgebung der Gegendemonstranten nach Polizeiangaben friedlich. 60 Kagida-Anhänger standen dort etwa 180 Gegendemonstranten gegenüber.
  • In Hannover demonstrierten etwa 100 Hagida-Anhänger und 400 Gegendemonstranten. Es kam zu Auseinandersetzungen, ein Demonstrant musste in einer Klinik behandelt werden. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, ein Beamter wurde leicht verletzt. Genaue Zahlen zu Festnahmen und Verletzten sollen erst am Dienstag bekanntgegeben werden.

Lutz Bachmann wieder im Pegida-Vorstand

Einen Monat nach seinem Rückzug von der Führungsspitze der islamkritischen Pegida-Bewegung ist Lutz Bachmann zurück. In geheimer Wahl sei beschlossen worden, "dass Lutz weiter als einer von drei Vorständen fungiert", teilte der Verein am Sonntag auf seiner Facebook-Seite mit. Laut "Bild"-Zeitung wurde er zum Vereinschef bestimmt.

Bachmann, Mitgründer der Pegida und über Monate das Gesicht der Dresdner Islamkritiker, war über die Veröffentlichung eines Fotos mit "Hitler-Bärtchen" und Facebook-Posts mit menschenverachtenden Beleidigungen gegen Ausländer gestolpert.

brk/vet/dpa



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