OB-Wahl in Dresden Pegida-Kandidatin tritt nicht mehr an

Fast zehn Prozent der Stimmen holte Tatjana Festerling bei der OB-Wahl in Dresden. Zum zweiten Durchgang tritt die Pegida-Frau nicht mehr an. Ihren Anhängern empfahl sie, in der zweiten Runde für den FDP-Kandidaten zu stimmen.

Pegida-Kandidatin Tatjana Festerling (Archiv): Zur Unterstützung der FDP aufgerufen
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Pegida-Kandidatin Tatjana Festerling (Archiv): Zur Unterstützung der FDP aufgerufen


Tatjana Festerling, Kandidatin der Pegida für den Posten der Oberbürgermeisterin in Dresden, tritt trotz ihres relativ guten Abschneidens zur zweiten Wahlrunde nicht mehr an.

Sie hat zur Unterstützung des amtierenden Bürgermeisters Dirk Hilbert (FDP) aufgerufen, der als Unabhängiger antritt. Die Pegida sei Teil des konservativ-bürgerlichen Lagers und müsse deshalb "Opfer bringen", um Rot-Rot-Grün in Dresden zu verhindern, sagte die frühere Hamburger AfD-Politikerin Festerling bei einer Kundgebung der islamkritischen Bewegung am Montag in Dresden.

Es gebe keinen ungünstigeren Zeitpunkt, "einen politischen Harakiri-Kurs zu fahren und das bürgerlich-konservative Lager, zu dem wir gehören, zu spalten", begründete Festerling ihre Entscheidung. Sie rief ihre teils enttäuschten Anhänger auf, ihr zu vertrauen.

Hilbert, der für ein unabhängiges bürgerliches Bündnis ins Rennen gegangen ist, werde man "genauestens auf die Finger schauen", kündigte Festerling an. Als Oberbürgermeister müsse er sich "neutral, ordentlich und offen zu allen Bürgern dieser Stadt" verhalten. "Auch zu den 21.000 Bürgern, die mich gewählt haben."

Festerling war mit 9,6 Prozent der Stimmen überraschend stark aus dem ersten Wahlgang am Sonntag hervorgegangen. Hilbert hatte mit 31,7 Prozent hinter der rot-rot-grünen Kandidatin, Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD/36 Prozent), das zweitbeste Ergebnis eingefahren. Der CDU-Kandidat, Sachsens Innenminister Markus Ulbig, war mit 15,4 Prozent der Stimmen abgeschlagen auf dem dritten Platz gelandet. In der zweiten Runde am 5. Juli will auch er nicht mehr antreten.

Die Polizei gab die Teilnehmerzahl der Pegida-Demonstration am Montagabend mit 1500 an. Damit setzte sich der Trend sinkender Beteiligung fort: In der Vorwoche waren rund 2000 Protestierende gekommen, davor bis zu 3000.

heb/loe/dpa

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