Anti-Islam-Märsche FDP-Vize Kubicki zeigt Verständnis für Pegida

Ausländerfeinde bei Pegida? Das sieht FDP-Vize Wolfgang Kubicki anders. Die Politik müsse die Sorgen der Anti-Islam-Bewegung ernst nehmen: Man könne nicht ein Flüchtlingsheim errichten und "gleichzeitig die Polizeistation schließen".

FDP-Politiker Kubicki: "Ich teile die Sorgen"
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FDP-Politiker Kubicki: "Ich teile die Sorgen"


Berlin - Nach der AfD und der CSU zeigt nun auch FDP-Vize Wolfgang Kubicki Verständnis für die Protestbewegung Pegida.

Es sei falsch, die Menschen, die sich in Dresden an den Demonstrationen der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" beteiligen, als ausländerfeindlich zu diskreditieren, sagte Kubicki der "Welt". Kubicki weiter: "Wir müssen die Sorgen der Menschen ernst nehmen und das auch in unserem politischen Handeln dokumentieren. Wenn ich in einem Ort XY ein Flüchtlingsheim errichte, kann ich dort nicht gleichzeitig die Polizeistation schließen."

Er betonte zudem die Gefährdungslage, die von Islamisten ausgehe. Es dürfe nicht sein, "dass sich einerseits durch verstärkten Zuzug von Menschen aus islamischen Ländern die Gefährdungslage bei uns in Deutschland erhöht und zum selben Zeitpunkt der Leiter des Bundesamts für den Verfassungsschutz erklärt, dass er nicht ausreichend Personal habe, um nach Deutschland zurückkehrende IS-Kämpfer zu überwachen", sagte der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionsvorsitzende mit Blick auf die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

"Wenn erklärt wird, dass es keine Frage des Ob mehr sei, sondern nur des Wie und Wann ein islamistischer Anschlag in Deutschland ausgeführt wird, dann teile ich die Sorgen, die sich die Menschen zum Beispiel bei den Pegida-Demonstrationen in Dresden machen", so Kubicki.

Neue Protestmärsche sind für den Montagabend angekündigt, ebenso wie zahlreiche Gegendemonstrationen.

fab/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 144 Beiträge
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Seite 1
imotion87 05.01.2015
1. Ach schau
Da möchte jemand der fdp ein paar Pünktchen retten indem er im Strom schwimmt..
crazy_swayze 05.01.2015
2.
Oh, die FDP fischt nun auch am rechten Rand. So weit ist es für diese Partei schon gekommen.
cocktaildrinks 05.01.2015
3. Fischen am rechten Rand...
Das hat diese Randpartei jetzt also nötig, am Besten schaffen sie sich gleich selber ab mit solchen diffusen und populistische Äußerungen... einfach nur widerlich!
Zaphod 05.01.2015
4. Früher und heute
Vor 10 Jahren sind weit mehr Menschen auf die Straße gegangen und haben gegen die Hartz IV-Gesetze demonstriert. Diese Demonstranten wurden damals von der Politik nicht ernst genommen, es waren ja nur linke Träumer, die nicht bereit waren, die "notwendigen" Reformen zu erdulden. Wenn nun heute der rechte Mob durch die Straßen zieht, so glauben plötzlich viele Politiker, diese Menschen ernst nehmen zu müssen. Dabei sollten die rechten Demonstranten genau so behandelt werden, wie früher die linken Demonstranten. Sie wurden ignoriert und bekämpft. Aber der allgemeine Rechtsruck der Gesellschaft führt eben dazu, dass dümmliche Parolen ernst genommen werden, so lange sie rechts sind!
guilty 05.01.2015
5. wo
er recht hat, hat er recht. die polizeistation wird gebraucht, zum schutz der flüchtlinge.
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