Montagskomposition "Akustische Durchfallerkrankung"

Pegida scheint knapp bei Kasse. Die islamfeindliche Organisation verkauft deshalb eine eigene "Hymne" im Netz. Für 1,29 Euro gibt es epische Klänge in Traumschiff-Manier - und gratis jede Menge Spott.

Pegida-Kundgebung in Dresden: Belustigung und Hohn
DPA

Pegida-Kundgebung in Dresden: Belustigung und Hohn


Pegida-Demonstranten sind schon durch die unterschiedlichsten Dinge aufgefallen. Da waren Bilder mit Hitler-Bärtchen zum Beispiel - oder ein selbst gebastelter Galgen. Singen und summen allerdings gehörte bislang nicht dazu. Kurz vor Weihnachten haben die Organisatoren der islamfeindlichen Gruppierung eine "Pegida-Hymne" veröffentlicht. "Gemeinsam sind wir stark!" heißt das Werk. Man kann es zum Beispiel auf der offiziellen Webseite herunterladen oder auf verschiedenen Portalen für 1,29 Euro kaufen - "für einen guten Zweck", wie es heißt.

Nun, gesungen wird auch in der Pegida-Hymne eher wenig. Stattdessen wollen die Verantwortlichen mit ein paar einfachen Klavierakkorden, Streichmusik und "Lalala"-Männerstimmen die Spenden einsammeln. Auf Pegida-Kundgebungen wurde das Stück bereits gespielt, die Menschen in der Menge schwenkten Feuerzeuge und Handy-Lichter. Im Netz sorgt das Lied jetzt aber vor allem für Belustigung - und für beißenden Spott.

Beim Online-Händler Amazon häufen sich die Ein-Stern-Bewertungen. Eine Nutzerin nennt das Stück in den Kundenbewertungen eine "akustische Durchfallerkrankung". Ein anderer witzelt, der Text sei "echte Lyrik". Ein dritter Nutzer erklärt: "Ich habe das Lied mehrfach mit meinen Freunden angehört, leider wurden wir weder stärker noch deutscher. Es hilft auch nicht gegen Islamisierung."

Auch im Google Play Store befürchten Nutzer Magenverstimmungen. "Dagegen ist jeder Brechdurchfall musikalischer", schreibt einer. An anderer Stelle heißt es: "Dieser musikgewordene, chirurgische Eingriff beschreibt die musikalische Amputation des menschlichen Denkorgans auf treffende Art und Weise."

Auf Twitter beschäftigen sich die Nutzer ebenfalls mit dem Stück. Reaktionen, die sich die Macher nicht gerade gewünscht haben dürften.

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kev

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