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Pegida-Demonstrationen: Steinmeier sieht Ansehen Deutschlands beschädigt

Er wird im Ausland ständig darauf angesprochen: Deutschlands Ansehen in der Welt leidet unter Pegida, sagt Außenminister Steinmeier: "Bei uns wird unterschätzt, welchen Schaden die Sprüche und Plakate schon jetzt angerichtet haben."

Pegida-Ableger Duegida in Düsseldorf: Keine gute Außenwirkung Zur Großansicht
REUTERS

Pegida-Ableger Duegida in Düsseldorf: Keine gute Außenwirkung

Berlin - Außenminister Frank-Walter Steinmeier sieht angesichts der fremdenfeindlichen Pegida-Demonstrationen das Ansehen Deutschlands in der Welt beschädigt. "Bei uns wird unterschätzt, welchen Schaden die fremdenfeindlichen und rassistischen Sprüche und Plakate der Pegida schon jetzt angerichtet haben", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag". Gerade bei diesem Thema blicke die Welt mit großer Aufmerksamkeit nach Deutschland.

Bei seinen zahlreichen Auslandsbesuchen sei Pegida häufig ein Thema: "Ich werde ständig darauf angesprochen", sagte Steinmeier. In vielen Ländern werde das, was sich auf hiesigen Straßen abspiele, sehr genau verfolgt. "Umso wichtiger ist es, dass wir klar und deutlich sagen: Pegida spricht nicht für Deutschland", zitiert die Zeitung den Minister.

Frank-Walter Steinmeier: Der Außenminister ärgert sich über Pegida Zur Großansicht
DPA

Frank-Walter Steinmeier: Der Außenminister ärgert sich über Pegida

Einen Dialog mit den Pegida-Organisatoren lehnt Steinmeier entschieden ab. Er rede mit Menschen, die enttäuscht seien, Sorgen hätten und sich benachteiligt fühlten - aber er habe "keine Lust, mit den selbst ernannten Funktionären zu sprechen". Ihn nerve "diese Attitüde von Pegida, die behauptet, man dürfe in Deutschland nicht alles sagen oder niemand würde einem zuhören". Solche Behauptungen seien schlicht nicht wahr und dienten nur als Vorwand, um unsinnige Forderungen zu stellen und Ängste in der Bevölkerung zu schüren.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte für Aufregung gesorgt, weil er an einer Pegida-Diskussion teilgenommen hatte. Gabriel erklärte, er sei "als Privatmann" bei der Veranstaltung gewesen.

Besonders deutliche Worte fand Steinmeier dem "BamS"-Bericht zufolge für die Pegida-Anführer: "Warum ziehen die Pegida-Organisatoren ausgerechnet mit dem Thema 'Asyl' in den Kampf? Es ist eben einfacher, mit dem Schlagwort 'Asyl' verunsicherte Menschen zu mobilisieren als mit komplizierten Themen wie fehlender Infrastruktur oder alternder Gesellschaft."

jbe

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