Wahl in Dresden Pegida präsentiert Bürgermeister-Kandidatin

Auch am Ostermontag haben sich Pegida-Anhänger in Dresden versammelt. Nun wollen die Islamfeinde sogar bei der Oberbürgermeisterwahl mitmischen: Ihre Kandidatin ist Vertreterin der sogenannten Neuen Rechten.

Tatjana Festerling auf dem Altmarkt in Dresden: Vertraute von Bachmann
DPA

Tatjana Festerling auf dem Altmarkt in Dresden: Vertraute von Bachmann


Die ehemalige Hamburger AfD-Politikerin Tatjana Festerling will für die islamfeindliche Pegida-Bewegung bei der Oberbürgermeisterwahl in Dresden antreten. Termin ist der 7. Juni. Pegida-Chef Lutz Bachmann rief seine Anhänger bei einer Kundgebung am Montag auf, ab Mittwoch die erforderlichen 240 Unterstützerunterschriften bei der Stadtverwaltung abzugeben.

Festerling bestätigte ihre Kandidatur. Sie war schon bei vergangenen Veranstaltungen in Dresden mehrmals als Rednerin aufgetreten. Dabei regte sie unter anderem an, eine neue hohe Mauer zwischen Ost und West zu errichten. Im Januar war sie in den Pegida-Verein aufgenommen worden. Sie gilt inzwischen als enge Vertraute von Pegida-Chef Lutz Bachmann.

Sie gilt als eine Vertreterin der sogenannten Neuen Rechten. Sie war in der Öffentlichkeit aufgefallen, weil sie einst eine Kundgebung der "Hooligans gegen Salafisten" in Köln gelobt hatte. Ihre Nominierung war bereits vor zwei Wochen bei einer Veranstaltung in Chemnitz bekannt geworden, damals aber nicht offiziell bestätigt worden.

Nächster Gast Geert Wilders

An der Pegida-Kundgebung auf dem Dresdner Altmarkt am Ostermontag und am anschließenden sogenannten Abendspaziergang durch das Stadtzentrum beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 7100 Menschen. Vor eine Woche waren 2900 Teilnehmer gezählt worden. Die Veranstaltungen verliefen ohne Zwischenfälle.

Am kommenden Montag soll der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders in Dresden vor den "Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) sprechen. Die Veranstalter erhoffen sich bis zu 30.000 Teilnehmer - wie zu Hochzeiten der Bewegung.

Seit dem Führungsstreit bei Pegida - als sich die Hälfte des Organisationsteams wegen seines "Hitler-Selfies" und ausländerverachtender Äußerungen von Bachmann abwandte - ist der Rest der Dresdner Bewegung nach rechts gerückt. Populisten von außerhalb wie Festerling oder der frühere Berliner CDU-Abgeordnete und Gründer der rechten Partei Die Freiheit, René Stadtkewitz, gehörten seitdem zu den Rednern.

ler/dpa



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