Pegida und die "Lügenpresse" Cheforganisator Bachmann war "Bild"-Leserreporter

Pegida-Chef Lutz Bachmann will nicht mit der deutschen Presse sprechen. Auf der Homepage seiner Agentur wirbt er aber mit der "engen Zusammenarbeit mit namhaften Medien" - vor allem dem Axel-Springer-Verlag. Dieser stellt es etwas anders dar.

Pegida-Frontmann Bachmann: Fotos von "lokalen Ereignissen und Unfällen im Raum Dresden" für die "Bild"-Zeitung
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Pegida-Frontmann Bachmann: Fotos von "lokalen Ereignissen und Unfällen im Raum Dresden" für die "Bild"-Zeitung


Dresden/Berlin - Mit deutschen Journalisten will Pegida-Chef Lutz Bachmann meistens nicht reden. "Wir sprechen nicht mit der Presse, dabei bleibt es", antwortet er bei seinen Montagskundgebungen, wenn er von Medienvertretern um ein Interview gebeten wird. Auch viele Pegida-Anhänger wollen Fragen nicht beantworten: Sie brüllen lieber zu Tausenden "Lügenpresse" oder "Lügenpresse, halt die Fresse".

Angesichts dieses Verhaltens verwundert es, dass Bachmann auf der Homepage seiner Dresdner Foto- und PR-Agentur mit der "engen Zusammenarbeit mit namhaften Medien aus aller Welt - vor allem mit dem Axel Springer Verlag" wirbt. Die Kooperation "versetzt uns in die Lage, kompetent, schnell und flexibel auf die teilweise ausgefallenen Wünsche unseres Klientels zu reagieren", heißt es weiter, neben dem Text ist ein Foto Bachmanns zu sehen. Im Springer Verlag erscheint auch die "Bild"-Zeitung.

So eng, wie der vorbestrafte Pegida-Chef die Zusammenarbeit darstelle, sei die Zusammenarbeit nicht, teilt der Springer-Verlag auf Anfrage des "Tagesspiegels" mit. Die Verlagssprecherin sagte demnach: "Herr Bachmann hat über die letzten Jahre ein paar Fotos an ,Bild' verkauft." Tätig gewesen sei er "lediglich als 1414-Leserreporter, wie sehr viele andere ,Bild'-Leser auch".

Bilder von "lokalen Ereignissen und Unfällen im Raum Dresden"

Bei der Aktion werden Leser aufgefordert, gegen Honorar zum Beispiel VIP-Bilder oder Tierfotos einzuschicken. Bachmann habe, sagte die Sprecherin dem "Tagesspiegel", Bilder von "lokalen Ereignissen und Unfällen im Raum Dresden" gesendet, "die Fotos hatten keinen politischen Bezug".

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Niema Movassat hatte die Internetseite von Bachmanns PR-Agentur entdeckt und auf Twitter veröffentlicht. Anfang Dezember hatte der Pegida-Frontmann der "Bild"-Zeitung eines der wenigen Interviews gegeben - Überschrift "Wir hören erst auf, wenn die Asyl-Politik sich ändert!"

Pegida-Faktencheck

heb

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