Goebbels-Vergleich bei Pegida-Demo SPD-Generalsekretärin nennt Bachmann "wahnsinnigen Faschisten"

Der Goebbels-Vergleich von Pegida-Gründer Lutz Bachmann empört zahlreiche SPD-Politiker. Generalsekretärin Fahimi wirft dem Mann "perfide und ekelhafte Rattenfängerei" vor.

SPD-Generalsekretärin Fahimi (Archiv): "Eine weitere beabsichtige Entgleisung von Pegida"
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SPD-Generalsekretärin Fahimi (Archiv): "Eine weitere beabsichtige Entgleisung von Pegida"


Die Äußerungen von Pegida-Gründer Lutz Bachmann vom Montagabend haben zu heftigen Reaktionen geführt. SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi kritisierte ihn im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE scharf.

Bachmann hatte bei einer Kundgebung seines fremdenfeindlichen Bündnisses in Dresden vor bis zu 8000 Anhängern den Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) mit dem Nazi-Reichspropagandaleiter Joseph Goebbels verglichen. Bachmann bezeichnete Maas als den "schlimmsten geistigen Brandstifter" seit Goebbels und Karl-Eduard von Schnitzler. Letzterer hatte als Chefkommentator des DDR-Fernsehens mit der Sendung "Der schwarze Kanal" jahrzehntelang gegen Regierung und Medien in Westdeutschland agitiert.

Fahimi sagte SPIEGEL ONLINE: "Das ist eine weitere beabsichtigte Entgleisung von Pegida - kein Ausrutscher, kein Versehen!" Bachmanns Vergleich sei "an Hirnlosigkeit nicht zu überbieten". Weiter sagte sie: "Ein wahnsinniger Faschist vergleicht einen durch und durch anständigen Menschen wie Heiko Maas mit dem Chefideologen des 'Dritten Reiches'. Das ist perfide und ekelhafte Rattenfängerei, wie sie schlimmer nicht mehr werden kann."

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Pegida-Demonstration: Nazi-Vergleiche in Dresden
Auch andere prominente Sozialdemokraten attackierten Bachmann. SPD-Parteivize Thorsten Schäfer-Gümbel sagte: "Verfassungsfeinde wie Bachmann sind ein klarer Fall für den Staatsanwalt und schon lange für den Verfassungsschutz." Den "rechtsextremen Kriminellen" in der Führung von Pegida dürfe keinen Millimeter Raum gegeben werden. "Der Hass von Pegida bereitet den Boden für die Schlägerrudel, die Flüchtlinge überfallen oder Wohnheime anzünden", sagte der hessische SPD-Landeschef.

Zuvor hatte sich SPD-Bundesvize Ralf Stegner ähnlich heftig auf Twitter geäußert:

Auch der Deutsche Anwaltverein (DAV) kritisierte Bachmanns Äußerung scharf. "Die Anwürfe gegen den Bundesjustizminister Heiko Maas sind ungeheuerlich", sagte der Präsident des DAV, Ulrich Schellenberg, SPIEGEL ONLINE. Maas habe sich früh gegen Pegida gestellt und werde jetzt schwer diffamiert. "Die Zivilgesellschaft ist jetzt aufgefordert, klare Grenzen aufzuzeigen. Nach solchen Äußerungen kann es keine bürgerlichen Mitläufer dieser Bewegung mehr geben", sagte Schellenberg.

flo/otr/dpa



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