Vor Demo in Dresden Zentralrat der Juden warnt vor Pegida-Gedankengut

Jeder Demonstrant solle sich bewusst sein, wem er da folgt: Der Zentralrat der Juden hat vor dem Gedankengut der Pegida-Bewegung gewarnt. Die Islamkritiker wollen heute in Dresden auf die Straße gehen, einen Tag früher als sonst.

Pegida-Anhänger in Dresden: Die islamkritische Bewegung findet immer mehr Anhänger - und immer mehr Gegner
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Pegida-Anhänger in Dresden: Die islamkritische Bewegung findet immer mehr Anhänger - und immer mehr Gegner


Hamburg - Normalerweise ist Montag der Tag, an dem die selbsternannten "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes", besser bekannt als Pegida, in Dresden auf dem Theaterplatz der Semperoper aufmarschieren. Diese Woche allerdings wollen die Anhänger bereits am Sonntag protestieren.

Angesicht der kommenden Demonstration hat der Zentralrat der Juden in Deutschland vor der Gefährlichkeit der Bewegung gewarnt. "Ich erwarte von jedem, der dort mitläuft, dass er sich bewusst ist, welches Gedankengut dort transportiert wird, und wem er dort folgt", sagte Zentralratspräsident Josef Schuster der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Es gehe ihm gar nicht darum, "dass oder ob alle Menschen, die an diesen Demonstrationen teilnehmen, selbst eine radikale Gesinnung haben", betonte Schuster. "Was mich aber sehr positiv stimmt, sind die spontanen Kundgebungen für ein offenes Deutschland, an denen noch viel mehr Menschen teilnehmen als bei Pegida."

Angst vor den Gegendemonstrationen?

Das islamkritische Bündnis Pegida veranstaltet seit einigen Monaten Demonstrationen mit stetig wachsendem Zulauf. Am Montag vor zwei Wochen versammelten sich in Dresden nach Polizeiangaben etwa 25.000 Pegida-Anhänger, vergangene Woche war die Veranstaltung in Dresden wegen einer Terrordrohung abgesagt worden.

Diese Woche zog Pegida die angekündigte Kundgebung von Montag auf Sonntag vor, nach eigenen Angaben um Zusammenstöße mit Gegendemonstranten zu vermeiden. Vor allem aber ist für diesen Montag unter dem Motto "Offen und bunt - Dresden für alle" ein Konzert gegen Fremdenfeindlichkeit mit Künstlern wie Herbert Grönemeyer angekündigt. Ihre Anhänger sollten sich "dieses kostenlose kulturelle Großerlebnis nicht entgehen lassen müssen", erklärten die Pegida-Organisatoren. Die Islamgegner als Besucher ausgerechnet auf einer Veranstaltung der Gegenbewegung? So klingt es eher wie eine Drohung als nach einer Erklärung, warum man die eigene Demo verlegt.

Derweil regt sich in immer mehr Städten der Widerstand gegen die Ideen der Islamkritiker. In Freiburg etwa demonstrierten am Freitagabend rund 20.000 Menschen gegen das Bündnis. Zu den Protesten hatte ein 28-Jähriger über Facebook aufgerufen. Organisationen, Parteien und die Stadt schlossen sich an. Pegida selbst spielt im Südwesten bislang kaum eine Rolle.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte angesichts der fremdenfeindlichen Pegida-Demonstrationen davor, dass das Ansehen Deutschlands in der Welt beschädigt werde. "Bei uns wird unterschätzt, welchen Schaden die fremdenfeindlichen und rassistischen Sprüche und Plakate der Pegida schon jetzt angerichtet haben", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag".

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
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kugelsicher, 25.01.2015
1. guck mal
In Dresden spaziert die Mitte der Gesellschaft. Mit Thor Steinar Jacke und rasiertem Schädel. Wusste schon immer, dass die "Lügenpresse" nur übertreibt.
waltraudnetwall 25.01.2015
2. Die Warnung
des Zentralrats der Juden sind nicht berechtigt.Die Juden gehören zu uns und damit zu Deutschland.Sie haben einen festen Platz in unserer Mitte.
io_gbg 25.01.2015
3.
Man sollte die Pegida-Leute nicht als "Islamkritiker" bezeichnen wie es hier wieder geschieht. Die Pegidisten sind Islamophobe. Kritik am Islam dagegen muss möglich sein, so wie die Kritik an jeder Religion/Ideologie.
competa1 25.01.2015
4. :-)
Zitat von kugelsicherIn Dresden spaziert die Mitte der Gesellschaft. Mit Thor Steinar Jacke und rasiertem Schädel. Wusste schon immer, dass die "Lügenpresse" nur übertreibt.
..da sehen Sie mal,wie man manipulativ Fotos verwenden kann...;-)
Walther Kempinski 25.01.2015
5. Vom Süden lernen
Vom Süden lernen heißt siegen lernen. Diese extrem farbigen Super-Regionen im Süden nennen sich Stuttgart und München. Dort finden wir die mitunter höchsten Ausländeranteile in Deutschland (darunter mehrheitlich Muslime aus der Türkei). Dort gibt es kaum Arbeitslosigkeit und kaum Kriminalität. Dies ist auch ein Verdienst der FDP, die in Stuttgart über Jahrzehnte hinweg mitregiert hat. Auf diesen Umstand sollte man mal hinweisen und der AfD und Pegida damit den Wind aus den Segeln nehmen. Die sarrazinischen Lügen müssen aufgedeckt werden. Diese Lügen können anhand harter Fakten widerlegt werden. Integrationsprobleme sind nicht die Ursache, sondern vielmehr das Symptom einer verfehlten Wirtschaftspolitik. http://www.statistiker-blog.de/wp-content/uploads/2011/02/GfK_bvsd_Anteil_Auslaender_2010_A5.jpg
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