Designierter Wirtschaftsminister Altmaier will sich besonders um Ostdeutschland kümmern

Sollte es zur Großen Koalition kommen, wird Peter Altmaier Wirtschaftsminister. Die Entwicklung der ostdeutschen Bundesländer will er dabei zu einem Schwerpunkt machen.

Peter Altmaier
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Peter Altmaier


Der designierte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will die Entwicklung der ostdeutschen Bundesländer in seiner neuen Position maßgeblich vorantreiben. "Der Osten hat in den vergangenen Jahren enorm aufgeholt, aber es geht immer noch zu langsam und in einigen Regionen gar nicht voran", sagte Altmaier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Ostdeutschland werde im neuen Job "ein Schwerpunkt" seiner Arbeit sein.

Altmaier ist derzeit noch geschäftsführender Kanzleramts- und Finanzminister. Sollte die SPD-Basis einer Neuauflage der Großen Koalition zustimmen, wird der 59-Jährige das Wirtschaftsministerium übernehmen. Als Kanzlerin Angela Merkel jüngst ihre CDU-Ministerkandidaten vorschlug, war darunter keiner aus Ostdeutschland - obwohl es entsprechende Forderungen gegeben hatte. Ob Union und SPD wieder zusammen eine Regierung bilden, hängt noch vom Ausgang des SPD-Mitgliederentscheids ab. Das Ergebnis soll am Sonntag vorliegen.

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Im Interview sprach Altmaier nun noch über weitere Aufgaben, die er im neuen Job angehen wolle. So müsse die soziale Marktwirtschaft angesichts der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht neu erfunden, aber "wetterfest" gemacht werden. "Das bedeutet: So viel Markt und so wenig Bürokratie wie möglich", sagte Altmaier. "Wir brauchen eine neue Gründungsoffensive - von der Bäckerei bis hin zum digitalen Start-up." Der Mittelstand sei das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, "deshalb verstehe ich mich ausdrücklich auch als Mittelstandsminister".

Er appellierte an Unternehmen, künftig wieder mehr zu investieren. Dafür werde er bei den Firmen werben. "Wir haben im vergangenen Jahr das höchste Wachstum seit Langem gehabt mit 2,2 Prozent. Alle Prognosen sagen uns, dass es in diesem Jahr noch ein Stück besser werden kann", sagte Altmaier. "Die Kapazitäten sind weitgehend ausgelastet. Deshalb wünsche ich mir, dass vermehrt in Deutschland investiert wird."



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aar/dpa/AFP

insgesamt 45 Beiträge
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fnord 28.02.2018
1.
Mit Zwangsrente, Abschaffung PKV und der Nahles im Schlepptau wird er sicherlich einen wahren Gründerboom auslösen. Ich bin da ganz zuversichtlich. Der Fintech Sektor kennt ihn ja schon als den Schwarzmaler, der den ganzen Tag vor den Gefahren von Bitcoin&Co. warnt und dauernd nach Brüssel rennt, um dort Regulierungen durchzusetzen. Deutschland - mit den Leuten von Gestern in die Zukunft. Kann nur gut gehen.
helmut46 28.02.2018
2. Und was ist mit der Wirtschaftsentwicklung im Saarland?
Altmeier soll aber auch bei Wirtschafts-Förderungen seine Heimat, das Saarland, und Rheinland-Pfalz nicht vergessen, damit diese nicht ewig auf Ausgleichszahlungen der reichen Bundesländer angewiesen sind. In den "Teuren Bundesländern" sind doch schon viele Milliarden nutz- und erfolgslos versenkt worden!!!!
k.hohl 28.02.2018
3.
Ernsthaft? Eine "Förderung", weit über ein Vierteljahrhundert nach Anschluß der Länder im Osten? Auch nach Auslauf des Soli und der Absenkung der Unterstützungszahlungen aus Brüssel (nach Brexit)? Der Herr sollte sich überlegen wie im Jahr 1974 eine Forderung nach Weiterführung des Marshallplans angekommen wäre!
Punktlandung 28.02.2018
4. Ist das eine Drohung?
Danke für Ihr Interesse, Herr Altmeier. Uns hier reicht es schon, wenn Sie abtreten und Ihre Chefin mitnehmen. Nach Änderung der derzeitigen unsäglichen Politik ist genug Geld für Bildung, Infrastruktur und den damit verbundenen Aufschwung vorhanden.
Wunderläufer 28.02.2018
5. Schwätzer
Noch nicht richtig im Amt, schon gibt Herr Nachbar bekannte Plattitüden von sich. Anscheinend war Herr Altmeier schon lange nicht mehr durch Völklingen gefahren, oder auch verschiedene "verlorene" Städte im Ruhrgebiet. Anders kann ich mir diesen blinden Aktionismus nicht erklären.
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