Dienstreise nach Südafrika Scharfe Kritik an AfD-Abgeordnetem Bystron nach Schießübung

Petr Bystron hat an der Schießübung einer rassistischen Gruppe in Südafrika teilgenommen. Damit habe er den Wirkungsraum des Grundgesetzes verlassen, sagt Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth.

Petr Bystron
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Bis zum vergangenen Herbst wurde Petr Bystron vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtet, nun hat er offenbar mit der südafrikanischen rechtsextremen Gruppe Suidlanders an einer Schießübung teilgenommen. Während einer Dienstreise nach Südafrika, die laut ARD-Politikmagazin "Report Mainz" vom Bundestag bezahlt wurde. Der Obmann der AfD im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags bestätigte dem Magazin seine Teilnahme am Schießtraining. Die Gruppe Suidlanders ist nur für Weiße offen.

Von SPD und Grünen kam heftige Kritik. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth sagte dem SPIEGEL: "Petr Bystron verdeutlicht, dass die Hemmschwelle der AfD zu einer unverhohlenen Nähe und internationalen Kooperation mit offen rassistischen und gewaltbereiten Gruppierungen nicht etwa sinkt, sondern endgültig aufgehoben ist."

Bystron verlasse den Wirkungsraum des Grundgesetzes

Weiter sagte die Grünen-Politikerin: "In aller Klarheit: Die Suidlanders bereiten sich auf das Töten von schwarzen Menschen in Südafrika vor. Wer die Nähe einer solchen Szene sucht - zu allem Überfluss, um gemeinsame Schießübungen durchzuführen - der verlässt den Wirkungsraum unseres Grundgesetzes."

Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) schrieb auf Twitter, wenn Bystron wirklich an einem solchen Schießtraining teilgenommen habe, wäre das ein Fall für den Verfassungsschutz. "Und es dürfte seine letzte Dienstreise gewesen sein."

Bystron selbst erklärte "Report Mainz", er habe keine Berührungsängste mit den Suidlanders. Das sei eine Organisation der südafrikanischen Zivilgesellschaft. "Ich habe das so empfunden, dass das eine Organisation ist von überwiegend weißen Farmern, die Angst haben um ihr Leben und die sich organisieren, um zu überleben, sollte es zum schlimmsten Fall kommen."

Die Suidlanders erwarten, dass in Südafrika eine Revolution ausbricht - als unausgesprochener Grund der Untergangsfantasien scheint der Gruppe die demokratisch gewählte und von Schwarzen dominierte Regierung zu sein. Sie stellen sich als die Opfer eines kommenden antiweißen Bürgerkriegs dar.

Es gibt keine verlässlichen Angaben zur Zahl der Mitglieder der Gruppe, Schätzungen gehen von einigen tausend aktiven Mitgliedern aus. Die Gruppe selbst spricht von Zehntausenden. Die Mitglieder kommen vor allem aus der Afrikaans-sprechenden Minderheit Südafrikas - jener Minderheit, die bis zur Überwindung des rassistischen Apartheid-Regimes 1994 an der Macht war.

Mit Material der Agenturen



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