Bundestag SPD-Abgeordnete Hinz räumt Lügen im Lebenslauf ein

Petra Hinz sitzt für die Essener SPD im Bundestag, in ihrem Lebenslauf schrieb sie unter anderem von ihrem Abitur, ihrem Studium und ihrer Juristen-Tätigkeit. Nun teilt sie über ihre Anwälte mit: alles erfunden.

Petra Hinz (Archivbild 2013)
DPA

Petra Hinz (Archivbild 2013)


Die Essener SPD-Politikerin Petra Hinz hat zugegeben, in ihrem Lebenslauf falsche Angaben gemacht zu haben. "Sie bittet ihre Wegbegleiter, ihre Mitarbeiter, ihre Freunde und Familie, all die Menschen, die ihr vertraut haben, und auch die allgemeine Öffentlichkeit von ganzem Herzen um Entschuldigung", heißt es in einer Erklärung ihres Anwaltes, die am Dienstag auf der Internetseite der Bundestagsabgeordneten veröffentlicht wurde.

Hinz hatte unter anderem angegeben, 1984 ihr Abitur gemacht und von 1985 bis 1995 Rechts- und Staatswissenschaften studiert zu haben. Anschließend, so steht es in ihrem Lebenslauf auf der Internetseite des Bundestags, habe sie als Juristin gearbeitet. Hinz ist seit 2005 Mitglied des Parlaments.

In der Erklärung ihrer Anwälte heißt es nun allerdings, Hinz habe zwar im Jahr 1983 ihre Fachhochschulreife erworben. Sie habe jedoch weder ihr Abitur gemacht, noch ein Studium der Rechtswissenschaften absolviert und außerdem keine juristischen Staatsexamina abgelegt. Mitte der Neunzigerjahre versuchte Hinz den Angaben zufolge, ihr Abitur nachzuholen. Nach einem Jahr habe sie allerdings aus Zeitgründen aufgegeben.

"In der Rückschau vermag Frau Hinz nicht zu erkennen, welche Gründe sie seinerzeit veranlasst haben, mit der falschen Angabe über ihren Schulabschluss den Grundstein zu legen für weitere unzutreffende Behauptungen über ihre juristische Ausbildung und Tätigkeit."

Hinz weist Mobbing-Vorwürfe zurück

Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" online und das Magazin "Informer" berichten, hatte es in Essen bereits seit Tagen entsprechende Gerüchte zum Lebenslauf der 54-Jährigen gegeben. Ehemalige Mitarbeiter ihres Bundestagsbüros hätten zudem von einem "unerträglichen Arbeitsklima" berichtet, schreibt die WAZ.

Erst Anfang dieser Woche habe Hinz mitgeteilt, 2017 auf eine erneute Bundestagskandidatur zu verzichten. Sie sei zudem vom Amt der stellvertretenden SPD-Vorsitzenden in Essen zurückgetreten. Die Mobbing-Vorwürfe habe sie wiederholt zurückgewiesen.

Die Erklärung ihrer Anwälte endet nun mit dem Hinweis, das politische Engagement von Hinz sei "von Aufrichtigkeit und Integrität geprägt". "Sie ist daher sehr bestürzt, nicht die Courage aufgebracht zu haben, für ihr Fehlverhalten geradezustehen."

aar

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