Bundeswehr-Kaserne Pfullendorf Soldatin muss nach Übung in Eiseskälte in Klinik

Schon wieder musste eine Soldatin der Staufer-Kaserne in Pfullendorf nach einem Lehrgang ins Krankenhaus. Die Offiziersanwärter hatten für eine Übung zwei Nächte im Freien verbracht, bei minus neun Grad.

Staufer-Kaserne in Pfullendorf
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Staufer-Kaserne in Pfullendorf


Ein Kampfflugzeug stürzt ab, der Pilot kann sich noch retten, aber er landet irgendwo im Nirgendwo - und wie er sich dann am besten durchschlägt, das sollten 36 Offiziersanwärter der Luftwaffe lernen. Vier Tage sollte die Übung dauern, doch zwölf der Soldaten mussten vorher abbrechen, eine Frau kam sogar zur Untersuchung ins Krankenhaus. Und wieder geht es um die Staufer-Kaserne in Pfullendorf.

Das Ausbildungszentrum der Bundeswehr hat schon mehrmals für Schlagzeilen gesorgt. Zuletzt, weil dort Unteroffiziere bei einer Schulung so lange marschieren mussten, bis mehrere von ihnen zusammenbrachen. Ein Soldat fiel sogar in Ohnmacht und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Die Bundeswehr ermittelt seither intern, ein Ausbilder wurde versetzt.

Bei dem nun betroffenen Lehrgang, der am 26. Februar startete, mussten die Soldaten bei eisiger Kälte zwei Nächte im Freien übernachten. Zum fraglichen Zeitpunkt sei es minus neun Grad kalt gewesen, sagte ein Sprecher. Zuvor hatte die "Südwest Presse" darüber berichtet.

Die Soldatin, die ins Krankenhaus gebracht werden musste, hatte vor der Übung angegeben, Antibiotika genommen zu haben. Laut der Sprecherin sagte sie aber, sich fit genug für die Teilnahme an dem Lehrgang zu fühlen.

Die Bundeswehr musste schon mehrfach in der Staufer-Kaserne ermitteln. Im Frühsommer 2017 waren dort anstößige Praktiken bei der Sanitäterausbildung und erniedrigende Aufnahmerituale unter den Mannschaftssoldaten aufgedeckt worden.

vet/dpa

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