Forsa-Umfrage Piraten als Verlierer

Die Piraten müssen einen Rückschlag in der Wählergunst hinnehmen. In der jüngsten Forsa-Umfrage fielen die Newcomer auf sieben Prozent zurück - es ist ihr schlechtester Wert seit dem Frühjahr. Union und FDP konnten ihren Vorsprung vor Rot-Grün verteidigen.

Piratenpartei: Schlechtester Wert seit März
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Piratenpartei: Schlechtester Wert seit März


Hamburg - Schlechte Nachrichten für die vom Wähler verwöhnten Piraten: Die Partei büßte bei der aktuellen Forsa-Umfrage für RTL und "Stern" im Vergleich zum Vormonat zwei Prozentpunkte ein. Die Piraten kommen damit auf sieben Prozent - das ist ihr schlechtester Wert seit Ende März.

FDP und Linke machten dagegen Boden gut. Die Liberalen schafften einen Prozentpunkt mehr und liegen jetzt bei fünf Prozent. Die Partei um ihren Vorsitzenden Rösler würde damit wieder in den Bundestag einziehen. Die Linke verbesserte sich um ebenfalls einen Prozentpunkt auf acht Prozent und erreichte damit ihren bislang besten Wert unter dem neuen Führungsduo Katja Kipping und Bernd Riexinger.

Die SPD konnte sich leicht verbessern und legte um einen Prozentpunkt auf 27 Prozent zu. Die Werte für Union und Grünen bleiben stabil: CDU und CSU liegen weiterhin bei 36 Prozent, die Grünen erreichten erneut 13 Prozent. Mit zusammen 41 Prozent verteidigen Union und Liberale damit ihren Ein-Punkte-Vorsprung vor SPD und Grünen, die gemeinsam auf 40 Prozent kommen.

Die parteiinterne Kritik hat CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel offenbar nicht geschadet. Forsa-Chef Manfred Güllner sieht den Grund darin, dass die Kritik von der großen Masse der Unionswähler nicht geteilt wird. "Diese Wähler wollen die Union, wie sie ist."

Diejenigen, die eine konservativere Union forderten, würden nach seinen Analysen falsch liegen. "Am rechten Rand haben CDU und CSU wenig verloren", sagte Güllner. "Abwanderung gab es in der Mitte, wo viele ihre Interessen nicht mehr vertreten sehen." Auch Tabubrüche wie die Gleichstellung der Homo-Ehe hätten kaum konservative Wähler verprellt. Die Gesellschaft sei toleranter geworden, sagte der Forsa-Chef. "Sogar zwei Drittel der Unionswähler befürworten das Steuersplitting für Homo-Ehen."

An der Umfrage beteiligten sich 2503 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.

als/dapd



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insgesamt 82 Beiträge
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Seite 1
Jom_2011 22.08.2012
1. .
---Zitat--- ...Forsa-Chef Manfred Güllner sieht den Grund darin, dass die Kritik von der großen Masse der Unionswähler nicht geteilt wird. "Diese Wähler wollen die Union, wie sie ist." ---Zitatende--- Mich würde einmal interessieren wie er zu solchen Feststellungen kommt. Geht er Abends zu den Leuten nach Hause und diskutiert mit denen ? Mittlerweile sieht doch der Wähler darin nur noch das kleinere Übel. Mit Rot-Grün als Alternative wäre der Ausverkauf Deutschlands vorprogrammiert...
ziegenzuechter 22.08.2012
2. bundestag?
das ist wohl noch laengst nicht sicher.
einsteinalbert 22.08.2012
3. sie waren
sie sind und sie bleiben eine in sich zerstrittene " Latzträgerpartei " ohne eigenes Programm. Mit einem Wort gesagt . . . überflüssig.
Thaeve 22.08.2012
4. optional
Und was der BertelsmannMeinungsKonzern uns damit eintrichtern? Wir sollen nächstes Jahr gefälligst "richtig" wählen? Es hat schon seine Gründe, warum die Meinungsumfragen und die tatsächlichen Endergebnisse immer weiter auseinanderklaffen.
MrBrutus 22.08.2012
5. Leider leider
Zitat von sysopDPADie Piraten müssen einen Rückschlag in der Wählergunst hinnehmen. In der jüngsten Forsa-Umfrage fielen die Newcomer auf sieben Prozent zurück - es ist ihr schlechtester Wert seit dem Frühjahr. Union und FDP konnten ihren Vorsprung vor Rot-Grün verteidigen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,851359,00.html
Nachdem ich gestern diesen Typen bei Maischberger gesehen habe, der parlamentarischer Geschäftsführer, glaube ich, ist, ist mir auch schlecht geworden. Die Partei hat so gut gestartet und es war eigentlich gut, dass man nicht zu allen Themen Stellung bezogen hat, sondern nur wichtige Bürgerinteressen sich auf die Fahne geschrieben hat. Dieser jetzt total links-sozenhafte Drall, der da reingekommen ist, damit können sich immer weniger Leute identifizieren.
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