Piraten-Parteitag in Würzburg Körner als Vorsitzender wiedergewählt

"Lasst uns gute Politik machen": Der Vorsitzende der Piraten, Stefan Körner, ruft zu mehr Einigkeit auf - kritisiert aber das Selbstverständnis seiner Partei. Zum Auftakt des Bundesparteitags wurde er im Amt bestätigt.

Vorsitzender der Piratenpartei, Stefan Körner: "Wir haben es übertrieben"
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Vorsitzender der Piratenpartei, Stefan Körner: "Wir haben es übertrieben"


Die Piratenpartei hat ihren Bundesvorsitzenden Stefan Körner mit großer Mehrheit wiedergewählt. Anschließend kündigte der 46-Jährige an, die innerparteiliche Beteiligung zu stärken und die Wahlkämpfer in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt zu unterstützen. Zudem müsse die Partei wieder mehr Aufmerksamkeit in den Medien bekommen, sagte Körner auf dem Bundesparteitag in Würzburg. "Lasst uns gute Politik machen, dann kommen wir auch vor."

Angesichts des Niedergangs der Piratenpartei war Körner am Samstagmorgen bereits deutlich geworden. "Es war ein Fehler zu glauben, dass wir Volkspartei sein und Antworten auf alle Fragen liefern müssen", sagte er dem WDR. Seine Partei hätte sich vielmehr auf Themen wie Netzpolitik, Datenschutz und Privatsphäre konzentrieren müssen.

Und noch eine nicht ganz neue Erkenntnis: In der Vergangenheit habe man zu sehr öffentlich gestritten, auch wenn man eine Partei der Transparenz sei, sagte Körner dem WDR weiter. "Wir haben es aber an der einen oder anderen Stelle übertrieben."

Am Samstag und Sonntag kommen die Piraten in Würzburg zu ihrem Bundesparteitag zusammen. Noch sind sie in vier Landesparlamenten vertreten. Insgesamt stellt die Partei mehr als 420 Mandatsträger - vom Gemeinderat bis zur Europäischen Union. Derzeit hat die Partei etwa 18.500 Mitglieder.

vks/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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amerlogk 25.07.2015
1.
Tja, inzwischen haben aber Datenschutz, Netzpolitik uns Transparenz die anderen "kleinen" Parteien mit Ausnahme der Lucke-Gründungen auf dem Tableau. Taucht nicht so in der Presse auf. Aber auf CDU/CSU/SPD kann man da nicht zählen. Das sind die Dinosaurier. Auch wenn bei der SPD die Leute um D64 sich bemühen. Die dringen nicht so durch die bei den Grünen zum Beispiel. (wer jetzt auf andere Themen verweist, macht nur, geht hier um Netzpolitik)
mangeder 25.07.2015
2.
Ich hab die Piraten mehrfach gewählt und war früher auch bei ihnen aktiv. Dort musste ich die Erahrung machen, dass sich dort leider massenhaft im Sozialverhalten schwer gestörte Gamer-Kiddies und reaktionäre Frauenhasser versammelt haben, die es "cool" fanden, Frauen herablassend als Bitches zu bezeichnen. Dazu gab es immer eine Gruppe junger Nerds, die jedes weibliche Mitglied furchtbar plump anmachte und wenn ein Mädchen die Aufdringlichkeit nicht gutheißt, wurde genauso asozial reagiert und sie sofort als Feministen-Schlampe verunglimpft, die einfach nur mal richtig durchgefickt werden muss. Es gab noch nie eine Organisation, in der ich mich als Mann so sehr für das Verhalten meiner Geschlechtsgenossen geschämt habe, wie bei den Piraten. Echt traurig, ich habe die Partei seitdem auch nie wieder gewählt und werde das auch solange nicht mehr tun, wie solch ein asoziales Verhalten in der Partei geduldet und akzeptiert wird.
n8activ 25.07.2015
3. Die Piraten sind wichtig.
Das bei den Piraten ein paar Idioten rumlaufen stimmt leider. Aber meiner Erfahrung nach, ist die Idiotendichte bei anderen Parteien erheblich höher. Der Unterschied ist, dass solche Leute, bei den Piraten, wegen der Transparenz sichtbarer sind. Es gibt aber auch keine wirklich Alternative zu den Piraten. Bei keiner anderen Partei gibt es diese Möglichkeiten zur Teilnahme und Mitgestaltung. Keine der anderen Parteien macht Politik so tranzparent und nachvollziehbar wie die Piraten. Keine andere Partei bietet so umfassende Konzepte und Visionen. Es gibt neben der merkelschen, alternativlosen Politik durchaus eine vernünftige, visionäre und tranzparente Alternative, die nicht nur aus Ängsten, Neid und Mistrauen besteht. Die Piraten!
olaf.lieser 25.07.2015
4. Kommentardichte
Was Bände spricht: Es handelt sich um einen BUNDESparteitag einer in 4 Landtagen befindlichen Partei, und kaum einer nimmt Notiz. Ca. 5 Stunden nach der (einzigen) Meldung darüber ist mein Kommentar der 4. Die Piraten haben es verdient, haben es sich selber zuzuschreiben. Oben stehen ein paar Gründe. Ein weiterer Grund: Diese Partei wurde von Antifa-Bewegten übernommen; Gemäßigte wurden rausgedrängt. Für das Programm - alles für alle, und zwar umsonst, zunächst der ÖPNV, dann immer mehr, bis zum BGE - kann man auch den linken Flügel der Linkspartei unterstützen. Ich freue mich, dass dieser Haufen irrelevant geworden ist.
messwert 26.07.2015
5. Eben auch ein Aspekt unserer Gesellschaft
Gemäß dem Programm der Piraten-Partei erscheint sie mir als Verein unausgegorener Netz-User, eher Arbeitsscheu und darauf aus auf Staatskosten leben zu können. Bei dem Potential Gleichgesinnter junger Leute heutzutage, werden sich die Piraten wohl wieder aufrappeln. Zumindest bis zum nächsten internen Parteigefecht.
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