Umfrage-Hoch: Piratenpartei liegt bundesweit schon bei neun Prozent

Der fulminante Wahlerfolg im Saarland kommt den Piraten auch bundesweit zugute: Einer Umfrage zufolge verbesserte sich die Internetpartei innerhalb einer Woche um zwei Punkte - sie käme damit auf neun Prozent der deutschen Wählerstimmen. SPD und Grüne rutschen dagegen ab.

Mitglied der Piratenpartei mit Fähnchen: Bundesweit im Aufwind Zur Großansicht
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Mitglied der Piratenpartei mit Fähnchen: Bundesweit im Aufwind

Berlin - Nach dem Wahlerfolg im Saarland mit 7,4 Prozent der Stimmen sind die Piraten im Umfragehoch. Im aktuellen Sonntagstrend des Emnid-Instituts verbessert sich die Piratenpartei im Vergleich zur Vorwoche um zwei Prozentpunkte. So kommt die neue Partei für Freiheit und Transparenz im Internet jetzt auf neun Prozent.

Mit Blick auf die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen in sechs Wochen können sich die Piraten auch im bevölkerungsstärksten Bundesland Hoffnungen machen: Mit ihren derzeit fünf Prozent würden sie erstmals in das Düsseldorfer Landesparlament einziehen. Im Mai wird zudem in Schleswig-Holstein gewählt. Sollte die Partei dort erfolgreich sein, wäre auch ein Einzug in den Bundestag realistisch, sagt Politikwissenschaftler Professor Kai-Uwe Schnapp von der Universität Hamburg.

Und die etablierten Parteien müssen sich etwas einfallen lassen, um gegen die Aufsteiger, die im vergangenen Jahr in Berlin ihren ersten Wahlerfolg feierten, Stand halten zu können.

Bei den Wählern fehlt derzeit die Zustimmung für das rot-grüne Lager. Die Sozialdemokraten verschlechterten sich im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt und landen damit jetzt bei 27 Prozent. Die Grünen, Wunschkoalitionspartner der SPD für 2013, verlieren gleich zwei Prozentpunkte und kommen auf nur noch 13 Prozent. Für die Grünen ist das der niedrigste Wert seit Februar 2010. Für eine eigene rot-grüne Mehrheit sieht es damit schlecht aus.

Die CDU legt im Vergleich zur Vorwoche ein Prozent zu und bleibt mit jetzt 36 Prozent stärkste politische Kraft. Der Koalitionspartner FDP verharrt unter der Fünf-Prozent-Marke bei vier Prozent. Die Linke liegt weiter bei sieben Prozent.

Emnid befragte im Auftrag von "Bild am Sonntag" vom 22.03. bis zum 28.03.2012 insgesamt 1845 Personen.

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast stellt sich auf eine lange Auseinandersetzung mit der Piratenpartei ein. "Ich sehe keinen Anlass, darüber zu spekulieren, dass die Piraten wieder verschwinden", sagte sie der "Welt am Sonntag". "Wir sind gut beraten, davon auszugehen, dass die Piraten dabei sind. Wir nehmen sie ernst."

Die Arbeit in Parlamenten fordere die Piraten allerdings heraus, fügte Künast hinzu. "Wir werden sie zur Positionierung zwingen." Die Grünen hätten ein inhaltliches Profil, zudem seien sie "eine lernfähige Partei".

Die einstige Spitzenkandidatin der Grünen für die Berlin-Wahl räumte Versäumnisse im Umgang mit den Piraten ein. "Wir hätten mehr machen müssen, um die Wähler zu erreichen, die sich für die Piraten entschieden haben. Und das sind vor allem Männer unter 25 Jahren."

lgr/Reuters/AFP/dpa

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insgesamt 515 Beiträge
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1. So langsam wird auch den Stammwählern von rot/grün eines klar:
herr_kowalski 01.04.2012
Zitat von sysopDer fulminante Wahlerfolg im Saarland kommt den Piraten auch bundesweit zugute: Einer Umfrage zufolge verbesserte sich die Internetpartei innerhalb einer Woche um zwei Punkte - sie käme damit auf neun Prozent der deutschen Wählerstimmen. SPD und Grüne rutschen dagegen ab. Umfrage-Hoch: Piratenpartei*liegt bundesweit schon bei neun Prozent - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,825041,00.html)
Zum reinen Machterhalt ( an den Fleischtöpfen bleiben ) geht man schmerzlos mit dem Wählerwillen um. Saarland war das beste Beispiel. Vorher schon alles ausgekungelt und hinterher stolz ein "tolles" Ergebnis feiern. Die jämmerliche Vorstellung beider in der Bundespolitik sagt eigentlich alles. Opposition ? Fehlanzeige auf der ganzen Linie. Was bleibt dem Wähler ? Linke oder Piraten. Das wird zum Bundestrend.
2.
eliasp 01.04.2012
Zitat von sysopSo kommt die neue Partei für Freiheit und Transparenz im Internet jetzt auf neun Prozent.
Die Piratenpartei mag zwar zu großen Teilen einer über das Internet koordinierten Bewegung entwachsen sein, aber deshalb ist sie noch lange nicht "die Partei für Freiheit und Transparenz im Internet". Das Parteiprogramm ist für jeden auf der Homepage/Wiki der Piratenpartei einsehbar, ein Blick in dasselbe hätte vor dem Verfassen dieses Artikels gewiss nicht geschadet: https://wiki.piratenpartei.de/Programm
3. Vorrübergehende Erscheinung!
tommahawk 01.04.2012
So gaga, wie sich die Piraten nach aussen geben, werden sie eine vorübergehende Erscheinung sein. Man denke nur an diesen Kauz mit der Latzhose... Schon albern. Aber besser die frustrierten wählen die Piraten als die NPD oder so ein Gesochs. Und die Etablierten müssen sich mehr um die bisherigen Nichtwähler kümmert. Das ist gut! 9% für eine Gaga-Partei bedeutet, dass unsere Demokratie offenbar doch noch funktioniert!
4.
robinson1959 01.04.2012
Zitat von sysopDer fulminante Wahlerfolg im Saarland kommt den Piraten auch bundesweit zugute: Einer Umfrage zufolge verbesserte sich die Internetpartei innerhalb einer Woche um zwei Punkte - sie käme damit auf neun Prozent der deutschen Wählerstimmen. SPD und Grüne rutschen dagegen ab. Umfrage-Hoch: Piratenpartei*liegt bundesweit schon bei neun Prozent - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,825041,00.html)
Na, ob 1845 Menschen die befragt wurden, eine Aussage sind, ist fraglich. Je nach Institut, liegen sie zwischen 5-8%. Man sollte sie nicht so hochjubeln!
5. Nun ja,
tollhans 01.04.2012
Zitat von sysopDer fulminante Wahlerfolg im Saarland kommt den Piraten auch bundesweit zugute: Einer Umfrage zufolge verbesserte sich die Internetpartei innerhalb einer Woche um zwei Punkte - sie käme damit auf neun Prozent der deutschen Wählerstimmen. SPD und Grüne rutschen dagegen ab. Umfrage-Hoch: Piratenpartei*liegt bundesweit schon bei neun Prozent - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,825041,00.html)
vielleicht halten die Piraten ja, was die Leute sich von Gauck versprochen haben, dieser aber niemals wird halten können. Allerdings wird es selbst im günstigsten Fall anders kommen als man denkt; demnach könnten die Piraten Turbulenzen auslösen, die letztlich zum Aufbrechen verhärteter Krusten führen. Aber das ist alles höchst spekulativ.
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