Hamburg - Anfang der Woche sah eine Umfrage die FDP noch bei fünf Prozent und damit im Bundestag. Doch nach dem jüngsten "Politbarometer" des ZDF verpassen die Liberalen den Sprung ins Parlament, und Kanzlerin Angela Merkel bräuchte einen neuen Koalitionspartner.
Denn die FDP liegt bei der Befragung der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen nur bei vier Prozent, wenn am nächsten Sonntag abgestimmt würde. Die CDU kommt demnach auf 40 Prozent (minus ein Punkt zum Vormonat). Die SPD verbessert sich um einen Punkt auf 30 Prozent, die Grünen legen auf 14 Prozent zu (plus eins). Die Linke kommt unverändert auf sechs Prozent, die Piraten befinden sich mit zwei Prozent noch immer auf einer Talfahrt (minus eins).
Neben einer Großen Koalition aus SPD und Union hätten damit noch zwei weitere Bündnisse eine Mehrheit im Bundestag: Schwarz-Grün und ein Zusammenschluss von SPD, Grünen und den Linken.
SPD-Chef Sigmar Gabriel hält aber nichts von der Tolerierung einer rot-grünen Minderheitsregierung durch die Linke nach der Bundestagswahl im September. Das sei "mit Sicherheit ausgeschlossen", sagte er am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". "Man kann das größte Land Europas, die größte Volkswirtschaft, nicht in eine unsichere Regierung führen." Die Linke sei eine gespaltene Partei: Im Osten durchaus pragmatisch, im Westen aber ein "Sammelsurium von Sektierern und SPD-Hassern". Verabredungen mit der Linkspartei seien also nicht verlässlich. "So können Sie keine Regierung bilden", bekräftigte Gabriel.
Beim Ranking der beliebtesten Politiker liegt Kanzlerin Merkel weiterhin deutlich vorne, auch wenn sie bei ihren Werten etwas einbüßte. Zweiter ist Finanzminister Schäuble vor SPD-Fraktionschef Steinmeier und Arbeitsministerin von der Leyen. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück liegt weit abgeschlagen auf Platz sieben.
Auch Sigmar Gabriel bekundete im ZDF seine Sympathie für die Kanzlerin. "Natürlich ist Frau Merkel eine sympathische Frau", kommentierte er die aktuellen Umfragewerte. "Wenn Sie mich da fragen, ob ich sie sympathisch finde, sage ich auch ja", sagte der SPD-Chef. "Das ist noch nicht mal gelogen."
Auch bei der Frage, wen die Deutschen lieber als Kanzler hätten, liegt Merkel weiterhin sehr deutlich vor Steinbrück: 62 Prozent wünschen sich erneut die CDU-Chefin und 28 Prozent Steinbrück den SPD-Kandidaten.
als
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Deutschland | RSS |
| alles zum Thema Bündnis 90/Die Grünen | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH