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Politbarometer: Schröder profitiert vom Anti-Kriegs-Kurs

Die Wähler scheinen den unnachgiebigen Anti-Kriegs-Kurs von Kanzler Gerhard Schröder zu honorieren. Die SPD konnte ihre Umfragewerte erheblich verbessern, die Union fiel dagegen ab.

Im Aufwind: Gerhard Schröder
DDP

Im Aufwind: Gerhard Schröder

Mainz - Bei der politischen Stimmung verbesserte sich die SPD seit Februar von 22 auf 30 Prozent. CDU/CSU fielen im gleichen Zeitraum von 58 auf 50 Prozent zurück. Während die SPD in der Umfrage also Boden gut machen konnten, bleiben die Grünen relativ konstant bei elf Prozent, und die FDP kommt bei der neuen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen auf fünf Prozent.

Bei einer Bundestagswahl am kommenden Sonntag wäre die Union aber weiter klarer Sieger: Das Politbarometer sieht CDU/CSU derzeit bei 47 Prozent und die SPD bei 32 Prozent. Die Grünen kommen auf neun und die Liberalen auf fünf Prozent. Sollte die PDS mit derzeit vier Prozent auch nicht über drei Direktmandate in das Parlament einziehen, hätte die Union sogar die absolute Mehrheit.

Von den zehn wichtigsten Politikern erreichten alle Regierungsvertreter mit Ausnahme von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt bessere und alle Unionspolitiker schlechtere Werte als zuletzt. Schröder konnte sich deutlich verbessern. Nach minus 0,6 beim letzten Politbarometer liegt der SPD-Vorsitzende jetzt mit plus 0,1 auf Platz vier. Unangefochten Spitzenreiter ist Außenminister Joschka Fischer mit plus 2,4 (zuletzt: 2,1), vor Wirtschaftsminister Wolfgang Clement mit 0,8 (0,6) und Verteidigungsminister Peter Struck mit 0,5 (0,1). Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel landete mit 0,0 (zuletzt: 0,3) auf Platz sieben und erzielte damit ihren bislang schlechtesten Wert. Schlusslicht bleibt aber Schmidt mit unverändert minus 0,8.

Weiterhin überwältigend ist die Ablehnung des Golfkrieges: 84 Prozent der 1274 Befragten finden es nicht richtig, dass die USA und ihre Verbündeten militärisch gegen den Irak vorgehen. Die Hauptschuld für den Krieg sehen 49 Prozent der Deutschen bei den USA mit Präsident George W. Bush und nur 26 Prozent beim Irak und dessen Staatschef Saddam Hussein. 84 Prozent erwarten nicht, dass es nach einem Sieg der USA zu einer dauerhaften Befriedung der Region kommen wird.

Die Irak-Politik der Bundesregierung stößt bei drei Viertel der Bevölkerung auf Zustimmung. Selbst 57 Prozent der Unions-Anhänger finden das Verhalten von Rot-Grün richtig. Dagegen sind 68 Prozent aller Befragten und auch 49 Prozent der CDU/CSU-nahen Wähler mit der Haltung der Union in dieser Frage nicht einverstanden. Trotz der Zustimmung beim Anti-Kriegs-Kurs sind 62 Prozent der Deutschen mit der Arbeit Schröders im Großen und Ganzen nach wie vor unzufrieden. Aber auch mit Merkel sind derzeit 53 Prozent der Bevölkerung nicht zufrieden, ergab eine Emnid-Umfrage im Auftrag des Privatsenders n-tv. Zwei Drittel der 2576 Befragten glauben nicht, das ein Regierungswechsel die innenpolitische Lage verbessern würde. Lediglich 23 Prozent gehen laut Emnid davon aus, dass die Union als Regierungspartei besser arbeiten würde als Rot-Grün.

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