Politbarometer: Keine Mehrheit für Rot-Grün
Der Wahlerfolg in NRW bringt der SPD auch bundesweit einen kleinen Schub. Laut ZDF-Politbarometer stehen die Chancen für eine rot-grüne Koalition derzeit dennoch schlecht. Für Schwarz-Gelb würde es aber auch nicht reichen.
Mainz - Müsste derzeit in Berlin eine neue Bundesregierung gebildet werden, gäbe es nicht viele Möglichkeiten. Laut dem ZDF-Politbarometer stehen die Chancen einer rot-grünen trotz des Wahlerfolgs in NRW schlecht. Der Umfrage zufolge erreichen die Sozialdemokraten 30 Prozent und die Grünen 13 Prozent - und damit keine absolute Mehrheit.
Es käme aber auch keine schwarz-gelbe Regierungskoalition zustande: Die Union bleibt in der Wählergunst mit 35 Prozent zwar stärkste Partei. Die FDP würde mit vier Prozent den Einzug in den Bundestag aber verpassen.
Für die Linken wollen laut Politbarometer trotz des parteiinternen Führungsstreits fünf Prozent der Wähler stimmen. Die Piraten kommen auf neun Prozent. Damit wäre aktuell nur eine Große Koalition aus Union und Sozialdemokraten rechnerisch möglich. Dieses Bündnis verliert aber in der Bevölkerung an Akzeptanz: 48 Prozent der Befragten bewerteten eine schwarz-rote Bundesregierung als gut, im März waren es noch 56 Prozent.
Dagegen wächst offenbar der Wunsch nach einer SPD-geführten Regierung mit den Grünen. Rot-Grün verbesserte sich im Vergleich zum März von 42 auf 49 Prozent. Diese Kombination halten aber nur 44 Prozent für wahrscheinlich. Andere Koalitionen wurden mehrheitlich abgelehnt.
Merkel bleibt beliebt
Eine breite Unterstützung innerhalb der Bevölkerung erfährt weiterhin die Bundeskanzlerin. 70 Prozent bewerten die Arbeit von Angela Merkel (CDU) als eher gut. Zwei von drei Befragten rechnen aber damit, dass sie es künftig schwieriger haben wird. Der Rauswurf ihres Parteikollegen Bundesumweltminister Norbert Röttgen wurde in dieser Umfrage noch nicht berücksichtigt.
Mit Blick auf die zuletzt in Nordrhein-Westfalen wiedererstarke FDP rechnet eine deutliche Mehrheit von 75 Prozent damit, dass Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler als Vorsitzender seiner Partei bis zur Bundestagswahl im Herbst 2013 abgelöst wird. Auch Oskar Lafontaine wird nicht mehr als Hoffnungsträger der Linkspartei gesehen. Nicht einmal jeder Dritte glaubt, dass es unter dem früheren SPD-Chef mit den Linken in den Umfragen wieder aufwärts geht.
ler/dapd
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- Donnerstag, 17.05.2012 – 19:59 Uhr
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