Politbarometer: Keine Mehrheit für Rot-Grün

Der Wahlerfolg in NRW bringt der SPD auch bundesweit einen kleinen Schub. Laut ZDF-Politbarometer stehen die Chancen für eine rot-grüne Koalition derzeit dennoch schlecht. Für Schwarz-Gelb würde es aber auch nicht reichen.  

SPD-Chef Gabriel und Grünen-Chefin Roth: keine Mehrheit im Bund Zur Großansicht
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SPD-Chef Gabriel und Grünen-Chefin Roth: keine Mehrheit im Bund

Mainz - Müsste derzeit in Berlin eine neue Bundesregierung gebildet werden, gäbe es nicht viele Möglichkeiten. Laut dem ZDF-Politbarometer stehen die Chancen einer rot-grünen trotz des Wahlerfolgs in NRW schlecht. Der Umfrage zufolge erreichen die Sozialdemokraten 30 Prozent und die Grünen 13 Prozent - und damit keine absolute Mehrheit.

Es käme aber auch keine schwarz-gelbe Regierungskoalition zustande: Die Union bleibt in der Wählergunst mit 35 Prozent zwar stärkste Partei. Die FDP würde mit vier Prozent den Einzug in den Bundestag aber verpassen.

Für die Linken wollen laut Politbarometer trotz des parteiinternen Führungsstreits fünf Prozent der Wähler stimmen. Die Piraten kommen auf neun Prozent. Damit wäre aktuell nur eine Große Koalition aus Union und Sozialdemokraten rechnerisch möglich. Dieses Bündnis verliert aber in der Bevölkerung an Akzeptanz: 48 Prozent der Befragten bewerteten eine schwarz-rote Bundesregierung als gut, im März waren es noch 56 Prozent.

Dagegen wächst offenbar der Wunsch nach einer SPD-geführten Regierung mit den Grünen. Rot-Grün verbesserte sich im Vergleich zum März von 42 auf 49 Prozent. Diese Kombination halten aber nur 44 Prozent für wahrscheinlich. Andere Koalitionen wurden mehrheitlich abgelehnt.

Merkel bleibt beliebt

Eine breite Unterstützung innerhalb der Bevölkerung erfährt weiterhin die Bundeskanzlerin. 70 Prozent bewerten die Arbeit von Angela Merkel (CDU) als eher gut. Zwei von drei Befragten rechnen aber damit, dass sie es künftig schwieriger haben wird. Der Rauswurf ihres Parteikollegen Bundesumweltminister Norbert Röttgen wurde in dieser Umfrage noch nicht berücksichtigt.

Mit Blick auf die zuletzt in Nordrhein-Westfalen wiedererstarke FDP rechnet eine deutliche Mehrheit von 75 Prozent damit, dass Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler als Vorsitzender seiner Partei bis zur Bundestagswahl im Herbst 2013 abgelöst wird. Auch Oskar Lafontaine wird nicht mehr als Hoffnungsträger der Linkspartei gesehen. Nicht einmal jeder Dritte glaubt, dass es unter dem früheren SPD-Chef mit den Linken in den Umfragen wieder aufwärts geht.

ler/dapd

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insgesamt 9 Beiträge
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1.
marthaimschnee 17.05.2012
Zitat von sysopDamit wäre aktuell nur eine Große Koalition aus Union und Sozialdemokraten rechnerisch möglich
Gut daß eine Koalition mit den Piraten offenbar für keinen in Frage kommt, so kann man die wenigstens beruhigt wählen! Dumm wird das nur enden, wenn 2013 plötzlich alle sich verarscht fühlende Wähler so denken und die "Ihr könnt uns mal" Bewegung plötzlich eine alleinige Mehrheit hat.
2. Reicht nicht für Rot-Grün
hardliner1 17.05.2012
Solange die Piraten über der 5-Prozent-Hürde sind, wird es für Rot-Grün nicht reichen. Und dass die FDP aus dem Bundestag rausfliegt, glaube ich nicht.
3. Egal
generix4 17.05.2012
Zitat von sysopDer Wahlerfolg in NRW bringt der SPD auch bundesweit einen kleinen Schub. Laut ZDF-Politbarometer stehen die Chancen für eine rot-grüne Koalition derzeit dennoch schlecht. Für Schwarz-Gelb würde es aber auch nicht reichen. Politbarometer sieht keine Mehrheit für Rot-Grün im Bund - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,833723,00.html)
welche Partei die nächste Wahl gewinnt. SPD/Grüne/CDU/CSU alle stehen für die Weiterführung dieses Alptraums Europa. Transferunion, gemeinsame Wirtschaftspolitik, Eurobonds usw. Ich bin Deutscher und wenn die PIIGS-Staaten was nicht gebacken kriegen, ist es nicht unser Problem. Diese Staaten heben uns bei der Wiedervereineinigung auch nicht geholfen oder????
4.
achim-bonn 18.05.2012
Zitat von hardliner1Solange die Piraten über der 5-Prozent-Hürde sind, wird es für Rot-Grün nicht reichen. Und dass die FDP aus dem Bundestag rausfliegt, glaube ich nicht.
Wenn sich die Piraten in den nächsten 1,5 Jahren nicht allzu sehr blamieren in den Parlamenten, die sie schon erobert haben, dann ist davon auszugehen, daß sie auch in den Bundestag gewählt werden. Die 4% für die FDP sind auch nur eine Momentaufnahme, ich nehme an, daß sie auch im nächsten Bundestag sitzen wird, aber wahrscheinlich mit der momentanen Führungscrew um Rössler oder mit dem Nicht-Aussenminister. Lindner und Kubicki hatten ihr eigenes Rezept, solche Persönlichkeiten sollten sie auch in den Wahlkampf führen.
5. Für Deutsche muss
cirkular 18.05.2012
wieder ein allgemeines Ausreiseverbot gelten, sinnvollerweise ergänzt um ein Außenhandelsverbot. Sonst infizieren die sich ja noch am Europa-Virus.
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