Politiker-Beliebtheit Guttenberg überholt Steinmeier

Frank-Walter Steinmeier wird bei den Wählern immer unbeliebter. Der Kanzlerkandidat der SPD fiel im ARD-Deutschlandtrend nicht nur weiter hinter Regierungschefin Merkel zurück, er wurde auch noch von Wirtschaftsminister Guttenberg verdrängt.


Köln - Knapp drei Monate vor der Bundestagswahl kommt Frank-Walter Steinmeier nicht aus seinem Umfragetief heraus. Nur 55 Prozent der Befragten waren beim Deutschlandtrend der ARD mit der Arbeit des SPD-Politikers zufrieden. Der Außenminister und Kanzlerkandidat der SPD büßte damit m Vergleich zum Vormonat acht Punkte ein.

Steinmeier wurde auch noch von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) überholt. Der Wirtschaftsminister kommt unverändert auf 61 Prozent Zustimmung und rangiert damit auf Platz zwei. Unangefochtene Spitzenreiterin bleibt Angela Merkel. Die Kanzlerin ist die beliebteste deutsche Politikerin. Mit der Arbeit der Kanzlerin sind 71 Prozent der Deutschen zufrieden (plus drei Punkte gegenüber dem Vormonat).

Steinmeier: Umfragewerte im Keller
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Steinmeier: Umfragewerte im Keller

Mehr als drei Viertel (78 Prozent) der Befragten halten das Versprechen von Merkel (CDU), die Steuern nicht zu erhöhen, jedoch für unglaubwürdig. Noch 57 Prozent (minus drei Punkte) würden sie direkt zur Kanzlerin wählen. Steinmeier kam im Direktvergleich unverändert auf 27 Prozent.

Die Union verlor bei der Umfrage von Infratest dimap gegenüber dem Vormonat einen Punkt und erreichte 35 Prozent der Stimmen. Die SPD verlor zwei Punkte und käme auf 23 Prozent, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Die FDP gewann einen Punkt hinzu und erreichte 15 Prozent, wie die ARD am Donnerstag mitteilte. Die Linke legte ebenfalls um einen Punkt zu und kam auf zehn Prozent. Die Grünen erreichten unverändert 13 Prozent. Union und FDP hätten damit zusammen weiterhin eine rechnerische Mehrheit von 50 Prozent.

48 Prozent der Deutschen waren der Ansicht, dass die nächste Bundesregierung wieder von der Union geführt werden sollte (unverändert im Vergleich zum Vormonat). Nur 28 Prozent fanden, die nächste Bundesregierung sollte von der SPD geführt werden. Dies waren neun Punkte weniger als Anfang Juni.

Beim Thema Steuern zeigten sich die Wähler gespalten. 50 Prozent halten Steuererhöhungen in der nächsten Legislaturperiode generell für nötig, 44 Prozent nicht. 56 Prozent finden die Steuersätze in Deutschland eher zu hoch, 34 Prozent finden sie angemessen.

Zwischen dem 29. und 30. Juni wurden 1000 bis 1500 Menschen im Auftrag von ARD-Tagesthemen und sechs Tageszeitungen vom Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap befragt.

als/AFP/ddp

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