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Hungerstreik: Polizei räumt Asylbewerbercamp in München

Sie wollten mit einem Hungerstreik die sofortige Anerkennung als Asylbewerber erkämpfen - jetzt wurde das Lager der Flüchtlinge im Zentrum Münchens von der Polizei geräumt. Laut Ärzten schwebten mehrere Hungernde in Lebensgefahr.

München - Nach einem gescheiterten Vermittlungsversuch ist ein Camp von Asylbewerbern in München am Sonntagmorgen geräumt worden. Das bestätigte ein Sprecher der Stadt. Zuvor hatten rund 50 Asylbewerber angekündigt, ihren lebensgefährlichen Hungerstreik fortsetzen zu wollen. Ein Vermittlungsversuch des früheren SPD-Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel und des ehemaligen CSU-Politikers Alois Glück war in der Nacht gescheitert.

"Das Kreisverwaltungsreferat hat die Versammlung aufgelöst, 44 Patienten sind mit dem Rettungsdienst auf zwölf Krankenhäuser verteilt worden", sagte Stadtsprecher Stefan Hauf der Nachrichtenagentur dpa.

Die Räumung begann gegen 5 Uhr. "Es war ein sehr schwieriger Einsatz", sagte Hauf. Etwa 50 Unterstützer seien vor Ort gewesen. Die Polizei habe eine Sitzblockade aufgelöst. Der Gesundheitszustand der Hungerstreikenden sei kritisch gewesen. Die Polizei sperrte den Rindermarkt ab und räumte das Lager. Mitarbeiter der Stadt bauten am Morgen die Zelte ab.

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München: Das Ende der Flüchtlingscamps am Rindermarkt

Die Asylbewerber aus mehreren afrikanischen und asiatischen Ländern fordern die sofortige Anerkennung ihrer Asylanträge. Seit einer Woche verweigern sie die Nahrungsaufnahme, seit Dienstag trinken sie nichts mehr - in der Regel verdursten Menschen nach wenigen Tagen ohne Wasser.

Laut Bayerischem Rundfunk hatten Ärzte angegeben, dass fast alle Hungerstreikenden in akuter Lebensgefahr schwebten. Aus diesem Grund habe die Münchner Stadtverwaltung schließlich angeordnet, das Camp zu räumen. In einer "letzten Nachricht" hatten die Asylbewerber am Freitag angekündigt, ärztliche Hilfe ebenfalls zu verweigern, bis ihre Asylanträge anerkannt sind.

Die Vermittler Vogel und Glück waren in der Nacht noch sichtlich erschüttert. "Es erfüllt uns mit großer Sorge und Trauer", sagte Vogel. Die Streikenden befänden sich in unmittelbarer Lebensgefahr. "Wir gehen hier bedrückt weg", sagte Glück, der dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken vorsteht.

fab/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 184 Beiträge
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1. Erpresser
cdrenk 30.06.2013
Den Staat erpressen zu wollen ist nicht zu tolerieren. Es gibt einen demokratischen Konsens über den Umgang mit in Not geratenen Menschen. Erpressung gehört dabei nicht zu den Optionen. Die Räumung war richtig.
2. Völlig richtig
hatem1 30.06.2013
Zitat von sysopDPASie wollten mit einem Hungerstreik die sofortige Anerkennung als Asylbewerber erkämpfen - jetzt wurde das Lager der Flüchtlinge im Zentrum Münchens von der Polizei geräumt. Laut Ärzten schwebten mehrere Hungernde in Lebensgefahr. Polizei räumt Camp hungerstreikender Flüchtinge in München - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/polizei-raeumt-camp-hungerstreikender-fluechtinge-in-muenchen-a-908592.html)
Wer den Staat erpressen will - oder sich dazu benutzen lässt, den Staat zu erpressen - darf damit keinen Erfolg haben.
3. Wenn das Schule gemacht hätte,
jonas4711 30.06.2013
wäre der Rechtsstaat erpressbar geworden. Die Entscheidung, das Camp zu räumen war deshalb absolut richtig. Egal was die Gutmenschen dazu sagen, die laufen sowieso "neben der Kapp".
4. Asylanten, welche in der Heimat um ihr Leib und Leben fürchten müssen
flüchtig 30.06.2013
sind hier jederzeit willkommen. Asylanten, welche uns -durch welche Aktionen auch immer- erpressen wollen gehören sofort ausgewiesen!
5. Gut so
christianstaender 30.06.2013
Generell bin ich eher kein Freund von Polizeiaktionen, aber was die Asylbewerber hier versucht haben, ist für mich Erpressung. Wenn das Schule macht, wäre nicht mehr die persönliche Situation des Asylbewerbers ausschlaggebend, sondern wie bestimmt und aggressiv er sich verhält.
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