Ende eines Hungerstreiks Polizei räumt Flüchtlingscamp in München

Fünf Tage harrten Flüchtlinge in München bei einem Hungerstreik aus. Nun hat die Polizei das Camp geräumt, wegen "Gefahr für Leib und Leben".

Flüchtlinge vor der Räumung: "Gefahr für Leib und Leben"
DPA

Flüchtlinge vor der Räumung: "Gefahr für Leib und Leben"


München - Die Münchner Polizei hat den Hungerstreik mehrerer Flüchtlinge Mittwochabend beendet und deren Camp geräumt. Mehrere Menschen wurden mit leichten Unterkühlungen und in geschwächtem Zustand ärztlich versorgt, wie Polizeisprecher Wolfgang Wenger sagte.

Einige Flüchtlinge seien auf Bäume geklettert und hätten damit gedroht zu springen. Die Feuerwehr baute Sprungkissen auf. Ein Polizeipsychologe sollte die Lage beruhigen und die Menschen zum Herunterklettern überreden, sagte der Polizeisprecher weiter.

Um 21 Uhr habe ein Mitarbeiter des Kreisverwaltungsreferats (KVR) - der zuständigen Sicherheitsbehörde - die Versammlung am Camp für beendet erklärt und die Flüchtlinge gebeten, das Lager freiwillig zu verlassen. Es wurden Schreiben auf Deutsch und Englisch ausgehändigt und Durchsagen gemacht. Rund 300 Beamte beteiligten sich nach Polizei-Angaben an dem Einsatz.

Etwa 40 Aktivisten und Unterstützer der Flüchtlinge riefen Parolen wie "Kein Mensch ist illegal!" Das berichteten mehrere Medien. Die Flüchtlinge leisteten im Camp keinen Widerstand gegen die Polizei.

Mitten in München, am Sendlinger Tor, hatten die rund 30 Flüchtlinge aus Protest ihr Camp aufgeschlagen. Sie wollten damit ihren Forderungen Nachdruck verleihen: ein Bleiberecht in Deutschland, bessere Unterkünfte sowie Arbeit und Bildung.

Seit Samstag verzichteten sie auf Nahrung - seit Mittwoch auch auf Wasser. "Die Räumung beruht auf einer ärztlichen Entscheidung, die zu dem Schluss kam: Es bestand Gefahr für Leib und Leben", sagte Wenger.

daf

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