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"Fuck the EU"-Debatte: Porno-Alarm bei Bundesbediensteten

SPIEGEL-ONLINE-Berichterstattung: Für Bundesbedienstete nicht erreichbar Zur Großansicht

SPIEGEL-ONLINE-Berichterstattung: Für Bundesbedienstete nicht erreichbar

Die abfällige Äußerung einer US-Diplomatin über Europa sorgte im ganzen Land für heftige Debatten. Doch viele Berliner Beamte konnten die Berichterstattung nach Informationen des SPIEGEL nicht von ihrem Arbeitsplatz aus verfolgen. Das Wort "Fuck" führte zur Pornozensur.

Ungezählte Berliner Beamte konnten in der vergangenen Woche die Berichterstattung über die abwertenden Äußerungen einer US-Diplomatin über die EU nicht von ihrem Arbeitsplatz aus verfolgen. Weil in den Artikeln – etwa auf SPIEGEL ONLINE – regelmäßig das Wort "Fuck" vorkam, wurden nach Informationen des SPIEGEL die Texte offenbar als pornografisch eingestuft.

Die Bundesbediensteten erhielten deshalb den Hinweis "Angeforderte URL konnte nicht geöffnet werden. Zugriff verweigert". In einem Gespräch mit dem amerikanischen Botschafter in der Ukraine hatte die wichtigste Europaberaterin von US-Präsident Barack Obama, Victoria Nuland, gesagt: "Fuck the EU." Die Äußerung fiel in einem Telefongespräch zwischen Nuland und dem US-Botschafter in der Ukraine, Geoffrey Pyatt. Nuland verwies darin auf Pläne, einen Uno-Vertreter und Vizepräsident Joe Biden in die Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition in der Ukraine einzubeziehen.

Angela Merkel zeigte sich empört über Nulands abwertende Ausdrucksweise. Die Beleidigung der EU sei "absolut inakzeptabel", sagte Christiane Wirtz, stellvertretende Regierungssprecherin von Merkel in Berlin.

Das US-Außenministerium entschuldigte sich umgehend. Hinter dem Abhörmanöver vermuten die USA Russland. Der ukrainische Geheimdienst SBU hat an diesem Samstag eine Beteiligung an dem Lauschangriff zurückgewiesen.

han

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1. Tja, die
rodelaax 09.02.2014
Es muss doch inzwischen jedem klar sein, dass diese und andere Internetfilter lediglich der gewollten und ungewollten Zensur dienen. Diesmal trifft es die Richtigen.
2. Merkel ist empört.
hajo..1 09.02.2014
Zitat von sysopDie abfällige Äußerung einer US-Diplomatin über Europa sorgte im ganzen Land für heftige Debatten. Doch viele Berliner Beamte konnten die Berichterstattung nach Informationen des SPIEGEL nicht von ihrem Arbeitsplatz aus verfolgen. Das Wort "Fuck" führte zur Pornozensur. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pornozensur-fuer-bundesbedienstete-a-952273.html
Na sowas, Mutti ist empört über die unflätigen Freunde auf der anderen Seite des Atlantiks. Nur gut das die Amis jetzt mal selbst erfahren wie es ist, wenn mann dauernd abgehört wird, gut gemacht Putin. Die ganze Affäre zeigt mal wieder was die Amis wirklich über uns denken, für die sind wir doch alle Deppen, was auf einige Politiker leider zutrifft.
3. Schwierige Frage
regula2 09.02.2014
Das ist nun tatsächlich eine schwierige Frage: Richten unsere Beamten mehr Schaden an, wenn man ihnen den Zugang zum Internet verwehrt oder nicht ? Ihre Entscheidungsfähigkeit kann durch das Internet nicht beeinflusst werden, da sie ohnehin nichts entscheiden, sondern nur verwalten. Horrende Kosten verursachen sie so oder so. Unter dem Strich dürfte es sich bezahlt machen, dass man sie ohne Kommunikation in ihren Silos hält, dann können sie wenigstens keine weiteren Staatsschulden verursachen. Allerdings sollte man jetzt schon überlegen, was man mit ihnen anfängt, wenn der Staatsbankrott eingetreten ist. Exportieren wird ohne hohe Entsorgungszahlungen an die Abnehmer kaum möglich sein.
4. Trifft die Richtigen
gorgonite 09.02.2014
Wer Zensur bestellt, kriegt Zensur. Es wurde ja ausreichend vor diesem Effekt gewarnt.
5. Erwachsener Kindergarten
wurzelbär 09.02.2014
Zitat von sysopDie abfällige Äußerung einer US-Diplomatin über Europa sorgte im ganzen Land für heftige Debatten. Doch viele Berliner Beamte konnten die Berichterstattung nach Informationen des SPIEGEL nicht von ihrem Arbeitsplatz aus verfolgen. Das Wort "Fuck" führte zur Pornozensur. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pornozensur-fuer-bundesbedienstete-a-952273.html
Es gibt wichtigere Dinge, wie den in dem Koalitionsvertrag festgeschriebenen Forderungen gegenüber dem Volk nach zukommen, als sich über eine Feststellung die ausgesprochen wurde, sich aufregen !
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