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Premiere als Außenminister Was die Welt von Westerwelle erwartet

9. Teil: Jerusalem: Schmutziger Fleck auf der weißen Weste

Von Christoph Schult

Felsendom in Jerusalem: Gespanntes Warten auf Westerwelles Haltung zu IranZur Großansicht
DPA

Felsendom in Jerusalem: Gespanntes Warten auf Westerwelles Haltung zu Iran

Für einen, der sich seit langem auf den Job des deutschen Außenministers vorbereitet, ist es ziemlich ungewöhnlich, dass er ausgerechnet Jerusalem in den letzten Jahren aussparte. Guido Westerwelle war zuletzt im Mai 2002 in Israel. Warum er danach nicht mehr kam, liegt nicht zuletzt an der Eitelkeit des neuen deutschen Chefdiplomaten.

Wann immer ein Besuch in Jerusalem geplant war, so erfuhr SPIEGEL ONLINE aus Diplomatenkreisen, habe Westerwelle ein Treffen mit dem jeweiligen israelischen Außenminister gefordert. Als "Oppositionsführer" stehe ihm das zu, argumentierten die Strippenzieher des Chefliberalen. Doch in Jerusalem sah man das irgendwie anders. Dann eben nicht, hieß es im Lager Westerwelles.

Das Problem, dass ihn niemand empfangen will, hat sich jetzt, da er selbst Außenminister ist, erledigt. Dafür erwarten Westerwelle andere Baustellen. Zum einen ist in den Dossiers des israelischen Außenministeriums gut dokumentiert, wie der FDP-Chef 2002 die damalige Anti-Israel-Kampagne seines Stellvertreters Jürgen Möllemann duldete, manche meinen sogar: stillschweigend unterstützte. Möllemann hatte Verständnis für palästinensische Selbstmordattentäter geäußert und den damaligen israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon für den wachsenden Antisemitismus in der Welt verantwortlich gemacht.

Israelische Zeitungen wiesen nach der Bundestagswahl auf diese Episode in Westerwelles Biografie hin. Derzeit sieht es so aus, als wolle der frisch gekürte Außenminister diesen schmutzigen Fleck durch eine besonders proisraelische Haltung wegwaschen. "Aus seinen jüngsten Signalen an Israel kann man ablesen, dass Westerwelle diese Episode auslöschen und stattdessen die Tradition der tiefen Freundschaft seiner Partei mit Israel betonen will", schrieb Adar Primor, der außenpolitische Experte der Tageszeitung "Haaretz".

Wesentlich gespannter erwartet das politische Jerusalem Westerwelles erste Äußerungen zum Thema Iran. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird zwar selbst von Hardlinern wie Premier Benjamin Netanjahu öffentlich für ihre Freundschaft zu Israel gelobt. Hinter den Kulissen kam allerdings schon der letzten Legislaturperiode Kritik auf, Berlin tue nicht genug, um das iranische Atomprogramm zu stoppen. Noch immer sei Deutschland, nach Italien, der zweitgrößte Handelspartner Irans, moniert die Regierung in Jerusalem.

Von den neuen Verhandlungen des Westens mit dem Mullah-Regime hält man in Israel wenig bis gar nichts. Wenn überhaupt etwas helfe, dann "lähmende Sanktionen" gegen Teheran. Ob diese aber mit dem erklärten Freihandelspolitiker Westerwelle zu machen sind? Nicht nur in Jerusalem ist man skeptisch, auch ein Berliner Diplomat sagt: "Bei Sanktionen wird Westerwelle Probleme mit dem Wirtschaftsflügel seiner Partei bekommen."

Von Westerwelles proisraelischer Rhetorik will man sich in Jerusalem jedenfalls nicht blenden lassen. Für die Israelis zählen Taten. So wie man von Merkel einfordert, ihre Knesset-Rede vom Frühjahr 2008 ("Israels Sicherheit ist Teil der deutschen Staatsräson") jetzt im Fall Iran auch einzulösen, erinnert man sich im israelischen Außenministerium noch an Westerwelles Haltung nach dem Libanon-Krieg 2006. Als die Große Koalition in Berlin deutsche Soldaten in die Unifil-Mission der Vereinten Nationen schickte, um Israel vor Angriffen aus dem Libanon zu schützen, lehnte Westerwelle den Einsatz mit Blick auf die "deutsche Geschichte" ab.

Das Argument klang gut, aber die Wirklichkeit war bereits weiter: Die deutschen Soldaten seien sehr willkommen, stellte der israelische Ministerpräsident klar.

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insgesamt 1733 Beiträge
m. m 29.10.2009
Dass er schnell Englisch lernt.;-)
Zitat von sysopAußerhalb Deutschlands ist Guido Westerwelle weitgehend unbekannt, viele Regierungen verhalten sich abwartend. Was erwarten Sie von Außenminister Westerwelle?
Dass er schnell Englisch lernt.;-)
christiane006 29.10.2009
nichts..., wenn dieser Mann auf Reisen geht, stülpe ich mir schon einmal vorsorglich einen Sack über den Kopf, man könnte sonst im Ausland glauben, ich gehöre dazu.
Zitat von sysopAußerhalb Deutschlands ist Guido Westerwelle weitgehend unbekannt, viele Regierungen verhalten sich abwartend. Was erwarten Sie von Außenminister Westerwelle?
nichts..., wenn dieser Mann auf Reisen geht, stülpe ich mir schon einmal vorsorglich einen Sack über den Kopf, man könnte sonst im Ausland glauben, ich gehöre dazu.
richie 29.10.2009
Ich erwarte nichts, befürchte jedoch einiges...
Zitat von sysopAußerhalb Deutschlands ist Guido Westerwelle weitgehend unbekannt, viele Regierungen verhalten sich abwartend. Was erwarten Sie von Außenminister Westerwelle?
Ich erwarte nichts, befürchte jedoch einiges...
hardy2402 29.10.2009
Einen Fehltritt nach dem anderen.....Er wird Deutschland der Lächerlichkeit Preisgeben! Das wird der schlechteste Außenminister den wir je hatten.
Zitat von sysopAußerhalb Deutschlands ist Guido Westerwelle weitgehend unbekannt, viele Regierungen verhalten sich abwartend. Was erwarten Sie von Außenminister Westerwelle?
Einen Fehltritt nach dem anderen.....Er wird Deutschland der Lächerlichkeit Preisgeben! Das wird der schlechteste Außenminister den wir je hatten.
beggars banquet 29.10.2009
Die weltbedeutenden Themen werden von Frau Dr. BKin Merkel besetzt.Die staatsräsonbedingten Themen ebenfalls.Die Afrikathemen werden im Entwicklungsministerium behandelt.Die Aussenwirtschaft hat unsere Politikkaste schon seit [...]
Die weltbedeutenden Themen werden von Frau Dr. BKin Merkel besetzt.Die staatsräsonbedingten Themen ebenfalls.Die Afrikathemen werden im Entwicklungsministerium behandelt.Die Aussenwirtschaft hat unsere Politikkaste schon seit Jahren den großen Wirtschaftsführern überlassen.Da bleibt für Herrn Dr. Westerwelle nicht viel übrig.Am Beispiel von Hr. Fischer ist aber zu erkennen,dass der Kellner auch einiges bewegen kann. Jetzt,da er nun mal Aussenminister ist,wünsche ich Ihm viel Erfolg im Amt und dass er das Ansehen der BRD auf dieser Erdenkugel mehrt.
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