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Privatkredit: Wulff wehrt sich gegen Täuschungsvorwurf

Christian Wulff steht im Verdacht, als niedersächsischer Ministerpräsident den Landtag getäuscht zu haben. Das Bundespräsidialamt weist dies zurück: Eine Anfrage zu einem Privatkredit über 500.000 Euro sei seinerzeit "korrekt beantwortet" worden.

Privatkredit: Wulff wehrt sich gegen Täuschungsvorwurf Fotos
DPA

Berlin/Kuwait - "Wirbel um Privatkredit", so steht es an diesem Dienstag in einer Meldung der "Bild"-Zeitung über Christian Wulff. "Hat er 2010 als niedersächsischer Ministerpräsident den Landtag hinters Licht geführt?", fragt die Zeitung auf ihrer ersten Seite.

Das Bundespräsidialamt sah sich offenbar zu einer schnellen Reaktion gezwungen und wies den Bericht am Dienstag zurück. Wulff habe eine Anfrage der Grünen "korrekt beantwortet", sagte Olaf Glaeseker, Sprecher des Bundespräsidenten. Bei der Anfrage ging es um Wulffs geschäftliche Beziehungen zum Osnabrücker Unternehmer Egon Geerkens. "Solche geschäftlichen Beziehungen bestanden und bestehen nicht. Es bestand eine Vereinbarung mit Frau Edith Geerkens zu einem Darlehen aus ihrem Privatvermögen. Dementsprechend wurde die unmissverständliche Anfrage wahrheitsgemäß verneint", sagte Glaeseker, der sich mit Wulff derzeit zu einem Staatsbesuch in Kuwait aufhält.

Die Zeitung hatte sich in ihrem Bericht auf ihr vorliegende Dokumente berufen. Demnach geht es um einen privaten Kreditvertrag über 500.000 Euro, den Wulff und seine Frau Bettina mit der Ehefrau des Osnabrücker Unternehmers Geerkens geschlossen hatten.

Weihnachtsurlaub in der Villa des Unternehmers

Die Grünen im niedersächsischen Landtag hatten dem Bericht zufolge im Februar 2010, vier Monate vor der Wahl Wulffs zum Staatsoberhaupt, wissen wollen, ob es geschäftliche Beziehungen zwischen dem Ministerpräsidenten und Geerkens gegeben habe. Zuvor war bekannt geworden, dass das Ehepaar Wulff den Weihnachtsurlaub 2009 in einer Villa des Unternehmers in Florida verbracht hatte.

Der Flug dorthin brachte Wulff die Air-Berlin-Affäre ein, weil er und seine Frau Bettina sich von der Fluggesellschaft kostenlos von der Economy- in die Business-Class hatten hochstufen lassen. Zwei Landtagsabgeordnete der Grünen fragten Wulff daraufhin, ob er zu Geerkens oder dem damaligen Air-Berlin-Chef Joachim Hunold geschäftliche Beziehungen unterhalten habe.

Daraufhin ließ Wulff am 18. Februar 2010 im Landtag unter Hinweis auf Geerkens erklären: "Zwischen Ministerpräsident Wulff und den in der Anfrage genannten Personen und Gesellschaften hat es in den letzten zehn Jahren keine geschäftlichen Beziehungen gegeben."

Nach Angaben der "Bild"-Zeitung hatte Wulff aber mit Geerkens Ehefrau im Oktober 2008 einen privaten Kreditvertrag über 500.000 Euro zu einem Zinssatz von vier Prozent geschlossen. Mit dem Geld kauften die Wulffs ein Einfamilienhaus. Wie das Blatt weiter berichtete, löste Wulff den privaten Kredit im Februar 2010 - wenige Tage nach der Parlamentsanfrage im Landtag - durch einen Kredit bei der BW-Bank in Stuttgart ab, obwohl der Darlehensvertrag mit der Unternehmerehefrau noch bis November 2013 lief.

hen/dpa/AFP

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1.
aprilapril 13.12.2011
Zitat von sysopChristian Wulff steht im Verdacht, als niedersächsischer Ministerpräsident den Landtag getäuscht zu haben.*Das Bundespräsidialamt weist dies zurück: Eine Anfrage zu einem Privatkredit über 500.000 Euro sei seinerzeit "korrekt beantwortet" worden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,803353,00.html
"Korrekt beantwortet", weil die Geschäftsbeziehung nicht zum Unternehmer, sondern zu dessen Frau bestand. Bei Juristen muss man immer auch zwischen den Zeilen lesen. Es war wahrscheinlich gar keine "Geschäftsbeziehung", sondern nur ein "Freundschaftsakt".
2. Ministerpräsident von Niedersachsen ist nicht kreditwürdig
artikel.5 13.12.2011
Jedenfalls weiss der gemeine Pleitier wie ich und du nun, dass offensichtlich selbst der Ministerpräsident von Niedersachsen bei einer Bank nicht kreditwürdig ist und sich vom Schrotthändler seines Vertrauens aushelfen lassen nuss. Wenn jetzt BILD noch aufdeckt, dass Wulff einen gebrauchten Polo von Piechs (mit Pünktchen auf dem e) Putzfrau fährt, muss Angela wieder im Hinterzimmer auf Suche gehen. Wie wär's mit Kauder? Den liebt man schon in ganz Europa! PS. Es gehört zu den ewigen Mysterien, warum im SPON kurz hintereinander mehrere Foren zum selben Thema eröffnet werden.
3.
BurtCocain 13.12.2011
Zitat von sysopChristian Wulff steht im Verdacht, als niedersächsischer Ministerpräsident den Landtag getäuscht zu haben.*Das Bundespräsidialamt weist dies zurück: Eine Anfrage zu einem Privatkredit über 500.000 Euro sei seinerzeit "korrekt beantwortet" worden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,803353,00.html
Ja ist klar keine Beziehung zu dem Geschäftsmann aber in dessen Privatvilla Urlaub machen und nen Privatkredit von dessen Frau.Selbst ein Bundespräsident dritter Wahl versucht die Leute für dumm zu verkaufen.
4. Wulf und andere
Koana 13.12.2011
Zitat von sysopChristian Wulff steht im Verdacht, als niedersächsischer Ministerpräsident den Landtag getäuscht zu haben.*Das Bundespräsidialamt weist dies zurück: Eine Anfrage zu einem Privatkredit über 500.000 Euro sei seinerzeit "korrekt beantwortet" worden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,803353,00.html
... Sklaven der Bilderberger und Konsorten, können nicht anders, sie sind einfach Menschen. Die Bilderberger kennen keine Gnade! | oberham (http://oberham.wordpress.com/2011/12/12/die-bilderberger-kennen-keine-gnade/) ... Menschen wie wir alle - wer möchte dem widersprechen!
5. Geschmäckle nennt man das.
Gluehweintrinker 13.12.2011
Zitat von sysopChristian Wulff steht im Verdacht, als niedersächsischer Ministerpräsident den Landtag getäuscht zu haben.*Das Bundespräsidialamt weist dies zurück: Eine Anfrage zu einem Privatkredit über 500.000 Euro sei seinerzeit "korrekt beantwortet" worden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,803353,00.html
Es fällt mir schwer zu glauben, dass die Bezüge eines Ministerpräsidenten nicht für den Kauf einer passablen Behausung ausgereicht haben sollen. Haben Sie sich verzockt, Herr Wulff? Es zeigt sich auch hier erneut: Gauck wäre die bessere Wahl gewesen.
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